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Passion

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Passion
Passion, Toff Records, 2011
Nick Barrett Guitars,Vocals, Keyboards, Backing Vocals
Peter Gee Bass
Scott Higham Drums, Backing Vocals
Clive Nolan Keyboards,Backing Vocals
Produziert von: PRODUZENT Länge: 54 Min 50 Sek Medium: CD/DVD
CD:
1. Passion5. It's Just A Matter Of Not Getting Caught
2. Empathy 6. Skara Brae
3. Feeding Frenzy7. Your Black Heart
4. This Green And Pleasant Land
DVD:
A Handycam Progumentary

Oh oh, das beginnt mit Samples. Es sollte, wenn es die PENDRAGON von "Pure" wären, mit Gitarren beginnen …. Hat man die Wendung zu härterem Material, die bei "Believe" begann, wieder rückgängig gemacht? Oh oh, da kommt eine Gitarre - die klingt wie eine Gitarre in einem Pop Track, wo sie so zur Untermalung dabei ist, um den Massen vorzugaukeln, das wäre Rock Musik. Aha, da legt die Band los, eine Keyboard/Synth Teppich wird ausgelegt, das bekannte stimmlose Gesinge hebt an - aber wo sind die Ecken und Kanten bei diesem 'Leidenschaft' (Passion) genannten Track? Viel Leiden, das wenig schafft für den, der die neue Härte bei "Pure" so gut fand. Und - wutsch - isser vorbei, der Track.

Wie soll man dann Mitgefühl - Empathy haben, wenn sich das fortsetzt. Bamm-bamm-bamm, singalong, melody gone, all wrong. Doch da setzt eine schrille Gitarre ein, und wenigstens ist etwas mehr Saft in diesem Track. Aber es dauert ganze sieben Minuten, bis man beim - zugegebenermaßen - guten Refrain ist: "Passion, give me some empathy, don't let me down!" … aber dann macht es wieder pling-pling bei der Gitarre - oh oh, PENDRAGON - auch ihr findet die Genesis eurer Musik jetzt wieder bei RUSH (Übersetzung: U2,GENESIS, RUSH als role model)? Der Track ist 11 Minuten lang - also gibt es einen Break, doch der Song mäandert weiter, tonlos, freudlos. Teil drei wird dann durch große Orchestrierung mittels Synth, Keyboard und Piano bestimmt. Zu freudlos kommt nun noch pompos. Und was füttert nun den Wahnsinn in Feeding Frenzy? Wieder lässt die Gitarre aufhorchen, und doch wärt die Freude nur kurz - und wieder fragt man sich, warum ein Musikmix aus dem heiligen Dreigestirn da oben offensichtlich die Seligsprechung im New Art Rock / Neo Prog bedeutet. Bei 3'30'' gibt es einen Break, eine heavy Riff, und das Ganze nimmt eine annehmbare Wendung zu mehr differenzierter Spielweise und Rhythmus; kurzfristig. Wenn schon RUSH, dann so (und nicht die RUSH vom "Vapor Trails"). This Green And Pleasant Land dann mehr vom selben - langgezogene, melodische Gitarrenlinien, als solche nicht schlecht; der Song wieder in mehrere Teile unterteilt, zwischendrin gewinnt das durchaus an Power und treibt seinem Höhepunkt entgegen treiben - aber fast da angekommen verlässt die Band irgendwie wieder die Inspiration, und das ganze endet in einem Filmmusik Medley Marke "Schau, die grünen Weiden von zu Haus!", passend mit einem Gejodel untermalt. Skara Brae rockt wieder etwas mehr, hat ein lauschiges Mittelteil und bietet am Ende Synth Spielereien, aber Mann - ich bin das jetzt müde. Black Heart ist Mike Oldfield meets Peter Gabriel.

So, endlich durch. Uff. "Pure" und "Believe" funktionieren, weil das dort über weite Strecken sehr akzentuiert ist, die Gitarre Glanzpunkte setzt, in Songs wie Indigo die ganze Könnerschaft der Band rüberkommt. Das hier funktioniert für mich nicht, weil es an die früheren PENDRAGON anschließt, und weil die früheren PENDRAGON für mich nicht funktionierten, so wie GENESIS nicht ohne Bluttransfusion funktionieren und Phil Collins keine Soul Standards performen kann. Nach dem Besuch in diesem Musikladen mit seinem flächigen und weitläufigen Angebot brauche ich jetzt mal was Handfestes - Joanne Taylor oder so. Bluesrock, get me outta here!

Der guten Ordnung halber: die Band kann ja nur bedingt dafür, dass sie mit "Pure" eine Erwartungshaltung bei mir aufgebaut hat, die sie jetzt einfach nicht erfüllt, was ihr gutes Recht ist. Mein gutes Recht als Rezipient ist es, auch nach mehrmaligem Anhören keine wirkliche derartige Struktur und solche Akzentsetzung, die letztlich in abwechslungsreicher Musik münden (so wie in den "Pure"-Songs, egal wie hart oder nicht) ausgemacht zu haben und nur daher diese CD - und nicht, weil die Härte fehlt - nicht wirklich empfehlen zu können - was ich wirklich gerne getan hätte.

Ach so, ja: unsere Dame Prog, Michelle, vertritt, was diese CD angeht, eine gänzlich andere Meinung - deutlich positiver, als "Mischung aus neuer Härte (New Artrock) und altgewohnten Neo Prog Sound". Da bleib ich lieber bei der alten Härte, aber vielleicht macht sie ja einen Crosscheck.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 05.08.2011


 
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