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| Open Road, Ruf Records, 2008 |
| Oli Brown |
Guitar, Vocals |
| Fred Hollis |
Bass |
| Simon Dring |
Drums |
| Gäste: |
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| Mike Griot |
Bass (Tracks 1-3, 6-8 & 11) |
| Billy McLelan |
Drums (Tracks 1-3, 6-8 & 11), Backing Vocals |
| Govert van der Kolm |
B3 (Can't Get Next To You & Missing You) |
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Länge: 43 Min 48 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Psycho | 7. Black Betty |
| 2. Open Road | 8. Missing You |
| 3. Stone Cold (Roxanne) | 9. New Groove |
| 4. Can't Get Next To You | 10. Played By The Devil |
| 5. Shade Of Grey | 11. Complicated |
| 6. All The Kings Horses | |
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Ich erinnere mich gern an die Zeit, als ich das erste Mal beruflich in England weilte. Es war im finstersten Winter, Anfang Januar. Und in dem Hotel, in dem wir einquartiert wurden, sollte Heinrich VIII. schon abgestiegen sein. Ich glaube aber, das ist in Great Britain nur ein Vorwand dafür, dass alles verlottert und nichts renoviert wird.
Jedenfalls gab es ein Badezimmer, welches ungelogen größer war als mein Zimmer. Irgendwo in diesem fußballfeldgroßen Raum kam ein Rohr aus dem Fußboden, teilte sich bei etwa fünfzig Zentimeter in zwei Rohre und erreichte die Höhe und Breite von maximal einem Yard. Dann verschwand es, das abgezweigte Rohr aufnehmend, wieder zwischen den Bodenfliesen. Diese Konstruktion war zugleich Handtuchhalter als auch der einzige Heizkörper im Badezimmer. Und das im Januar.
Seit dem bin ich immer etwas skeptisch, wenn mir irgendwas aus England begegnet. Und nun kommt ein 18jähriges Bürschchen mit Haaren im Gesicht aus England, heißt Oli Brown und will mir den Blues vorspielen. Ha, denke ich, das ist die Gelegenheit, den Briten ihren Heinrich VIII. und die unrenovierten Hotels zurückzuzahlen.
Doch kaum ertönen die ersten Töne von Psycho, ist Heinrich VIII. vergessen. Der Bursche kann singen und auf der Gitarre findet er sich auch zurecht. Die Stimme ist natürlich noch jung, aber doch schon rau und ausdrucksstark.
Die Titelnummer Open Road kommt gleich an zweiter Stelle und zeigt das ganze Können des jungen Musikers. Warum Oli Brown allerdings mit je zwei ständig wechselnden Rhythmikern spielt, wird sein Geheimnis sein.
Der vierte Song ist der erste nicht selbst geschriebene, wird aber problemlos gemeistert. Unter 11 Songs sind drei, die von anderen Musikern stammen. Und selbst Leadbellys nicht gerade unkomplizierte Black Betty meistert der junge Mann.
In seinen Danksagungen, die er "Appreciations" nennt, vergisst Oli Brown auch seine Ex-Freundin nicht und schreibt am Ende: "If I have missed anyone off, I apologize, but I still thank you." Vergisst aber seine Begleitmusiker, die auch sonst in dem dürren Booklett nicht zu Wort kommen.
Okay. Oli Brown war übrigens mit Fred Hollis und Simon Dring in Amerika auf Tour, wo sie Jon Cleary, Johnny Winter, THE FABULOUS THUNDERBIRDS und Robben Ford supportet haben. Außerdem spielte Oli mit Musikern von B.B. Kings Gruppe.
Wer plant, die Ferien in Great Britain zu verbringen, sollte die Auftritte der Jungs nicht verpassen. Sie spielen unter anderem in London, Norwich, Glasgow, Reading, Wolverhampton und Peterborough. Ein Besuch lohnt sich für Musikfans ganz bestimmt, eher als die unzähligen BEATLES-Lookalikes und Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett, welches bislang Englands meistbesuchte Touristenattraktion ist. Aber seien sie vorsichtig mit der Wahl ihres Hotels. Nehmen sie lieber eines, das seit Heinrich VIII. schon ein paar Mal renoviert ist.
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