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Nine-T-Nine

Keep The Flame Alive

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Keep The Flame Alive
Keep The Flame Alive, Whiterock Records, 2009
Sharky Vocals
Jürgen Bärmann Keyboards
Oliver Sztukowski Guitars, Vocals
Stefan Theil Guitars
Lorenz Cornelisen Drums
Helge Reichard Bass
Corinna Elvers Backing Vocals
Länge: 62 Min 15 Sek Medium: CD
1. Caught In A Trap8. Can You Feel All The Days
2. Not Easy To Forgive9. Sandy
3. Faith10. The Escape
4. Bus Stop11. Shoreline
5. The Way You Touched Me12. Sunshine
6. Light My Life13. Radio
7. Bringin' My Life

"Als Adult Oriented Rock (AOR) bezeichnen Rockmusik-Journalisten heute ein Subgenre der Rockmusik, für das bisher Begriffe wie Mainstream Rock, Stadion Rock, Arena Rock oder Melodic Rock verwendet wurden. Mit der Entwicklung verschiedener Musikstile im Rockbereich […] wurde eine fachjournalistische Bezeichnung für den kommerziellen Musikstil melodischer Hardrockbands, die auch den reifen, musikalischen Ansprüchen Erwachsener gerecht werden konnten, immer wichtiger. Vereinfacht ausgedrückt stellt AOR eine softere Variante des Hard Rock dar, wobei härter gespielte Gitarren mit melodischen, pompösen Keyboardarrangements und professionellem Gesang kombiniert werden. Auch das Komponieren verkaufsträchtiger Rockballaden spielt bei den genretypischen Bands eine große Rolle."

Soweit die Ergüsse zu AOR aus der Welt von Wikipedia. Ich ergänze noch und behaupte, dass die erfolgreichsten AOR-Bands aus den Staaten oder Kanada kommen. Sicherlich wird man mit Deutschland eher weniger das Metier AOR in Verbindung bringen. Denkt man an Musik aus Deutschland, dann doch eher an Krautrock, aus dem sich die Bands des AOR übrigens auch fleißig bedienen.
Wer also bis heute dachte, dass nur JOURNEY, BOSTON, TOTO, Bryan Adams, oder wie sie noch alle heißen mögen, guten AOR machen, der sollte schnellstens einen Blick in unsere größte Hafenstadt - nach Hamburg - werfen.

Im Jahre 1999 gründet sich in der Hansestadt die Rockband NINE-T-NINE, die sich zum Ziel gesetzt hat, den "Adult Oriented Rock" auch aus Deutschland kommen zu lassen. Mit einer Besetzung aus zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Keyboards und mehrstimmigen Gesang machen sich die sieben Musiker ans Werk, gehen fleißig an die Öffentlichkeit und können sich eine gute Fanbase erspielen.
2004 wird das erste Album "Live 2004" veröffentlicht und pünktlich zum 10-jährigen Bestehen der Band erscheint das erste Studioalbum. Und ich muss sagen, die "Operation: AOR made in Germany" geht auf. Sicherlich lassen sich die Vorbilder nicht leugnen, aber man ist nicht dabei, diese mit Gewalt zu kopieren, dafür sorgt schon die Stimme von Sharky, der weit weg davon ist ein Klon der genannten Bands zu sein.
"Keep The Flame Alive" kann mit 13 eigenen Songs aufwarten, die sich wirklich nicht zu verstecken brauchen. Allesamt beherrschen die Herren mit Quotendame ihr Handwerk, die Gitarristen solieren und duellieren an den richtigen Stellen, die Keyboards legen einen schönen, aber nicht zu mächtigen Soundteppich, in den sich dann die Drums und der Bass wunderbar einfügen. Der mehrstimmige Gesang sorgt dafür, dass die Ohrwurmrefrains noch weiter in den Gehörgängen hängen bleiben als sowieso. Und wenn Sharky alleine die Röhre schwingt, fühlt man sich in die guten alten Zeiten versetzt, als der AOR seine Hoch-Zeit hatte. Wenn es mal ruhiger wird, fängt man nicht an, im dicken Pathos und Schleim abzutauchen, sondern schafft so gerade noch den Schritt vorbei am Kitsch. Gut gemacht! Da steckt Potential drin und Freunde von JOURNEY sollten hier auf alle Fälle mal ein Ohr riskieren.

Sicherlich mag man jetzt "verstaubt, antiquiert und veraltet" rufen, aber ganz ehrlich: das ist uns AORlern doch sowas von schnuppe, hier wird endlich mal wieder gute Musik geboten, die wahrscheinlich aber wieder den Weg nach oben nicht schaffen wird, weil sich da die ganzen Casting-Girls & Boys aufhalten. Schade, denn NINE-T-NINE hätten es verdient von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. In den Staaten haben es die Hanseaten immerhin schon auf einen Sampler des Labels "272records" geschafft, das sich dem Classic Rock verschrieben hat.

[Ein Blick auf die Homepage dieses Labels verdeutlicht die Nähe zum "Classic Rock". Na danke. Außerdem sollte sich die Band NINE-T-NINE schleunigst um eine vernünftige Bezugsquelle für ihre CD kümmern, sonst wird das nix. Red.]

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 30.06.2009

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