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Nightrain

Bring It Back

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Bring It Back
Bring It Back, Eigenvertrieb, 2007
Mathias Herz Vocals, Rhythm Guitar
Kristin Hödl Vocals
Julian Scheuchenzuber Lead Guitar
Franz Himpsl Bass
Christoph Süss Drums
Produziert von: Nightrain Länge: 54 Min 34 Sek Medium: CD
1. Nightrain Blues8. Wideness
2. The Queen9. Life Is Pink
3. Wake Up10. Bring It Back
4. Sorrows11. Injustice For All
5. Loser12. Jungle Fever
6. The Fallen Generation13. Sorrows (accoustic)
7. Emily

Nightrain Ein kleiner Proberaum in der Grundschule von Innernzell im tiefsten Bayerischen Wald. Eigentlich würde man hier Blasmusik erwarten, also Märsche oder Wir sand vom Woid dahoam oder ähnliches. Nicht aber hier, hier hört man klassische Klänge...
Nein, auch nicht die was weiß ich wievielte Sinfonie von Beethoven, Smetanas "Moldau" oder die kleine Nachtmusik vom Woifal aus Salzburg.
Hier hört man vielmehr verzerrte Gitarren, einen treibenden E-Bass, ein polterndes Schlagzeug und die rauchige, tiefe Stimme von Sänger Mathias Herz, der gerade die letzten Zeilen von DEEP PURPLEs Smoke on the water ins Mikrophon brüllt. So hat nämlich alles begonnen, als Coverband, die sich der Interpretation der alten Klassiker aus den 70ern verschrieben hat.
Mit dem reinen Nachspielen ist es aber vorbei, denn jetzt liegt mit "Bring It Back" das Debüt der jungen Band NIGHTRAIN aus dem Bayerischen Wald vor. Die Jugendlichkeit hört man der Band dabei aber absolut nicht an, dabei ist der älteste gerade mal 19 Jahre alt. Man hat eher das Gefühl, die fünf Jungs und das eine Mädel würden seit 30 Jahren nichts anderes machen als Songs schreiben und spielen. Denn ihre Songs leben von der Vielseitigkeit und der Virtuosität. Und dass diese Stimme einem gerade mal 18 Jahre alten Jungspund gehört, glaubt man sowieso nur, wenn man ihn auf der Bühne sieht und hört.
Auf dem Album bleiben sie ihrer Linie treu. Moderne elektrische Klänge brauchen sie nicht. Zwei Gitarren, ein Schlagzeug, ein E-Bass und die Stimme reichen weiterhin aus, um ein wahres Rockgewitter zu erzeugen. Einzig durch eine weibliche Background-Stimme (Kristin Hödl) wurde das Line up noch erweitert.

Mit "Bring It Back" zollen sie ihren musikalischen Einflüssen Tribut, in den dreizehn Songs sind alle diese Einflüsse aus Blues, Funk, Swing und Punk vereint. Die beginnen bei eben jenen Klassikern aus den 70ern, wie DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN oder Frank Zappa und reichen mit GUNS N' ROSES, Slash, Lenny Kravitz oder auch OASIS oder den HIVES bis in neuere Zeiten. Und gerade davon lebt diese Platte. Davon, dass man sie nicht in irgendeine Schublade stecken kann, weil sie in viele Schubladen des Rock-Schrankes hineinpasst. Der Titel ist also Programm, denn es werden all diese Elemente wieder zurückgeholt in die Gehörgänge, getreu dem Motto der Band "Rock'n'Roll is still alive"!

Programm ist auch gleich der erste Song. Mit dem Nightrain Blues, einem treibenden Bluesrock, räumt die Band damit auf, dass ihr Name sehr oft mit zwei "t" geschrieben wird, dabei soll der Name aber nicht "Nachtzug" bedeuten. Er ist vielmehr an den gleichnamigen Song von GUNS N' ROSES angelehnt und soll den Sound der Band beschreiben. Dies verdeutlicht die Band im Text: "Good evening my dear audience, Nightrain isn't amused and due to that we're playing the blues. We are no fuckin' railroad driving round New Orleans, we are sounding like a night on thunder and we're riding on the crystal wind."
Genauso treibend geht es mit The Queen weiter. Auch hier steht neben der Stimme von Mathias Herz wieder das Gitarrenspiel von Julian Scheuchenzuber im Mittelpunkt. Überhaupt ist die Gitarre auf dem Album das dominierende Instrument.
In Wake Up tritt dann die Background-Sängerin das erste mal richtig in Erscheinung, um später in Wideness, einem Duett, ihre wundervolle Stimme so richtig zeigen zu können.
Einer der Höhepunkte der Platte ist eindeutig Sorrows, gleichzeitig einer der älteren Songs der Band, der bereits auf der Debüt-EP "Days of Distance" vertreten war, genauso wie Jungle Fever am Ende von "Bring It Back". Deshalb präsentiert uns die Band den Song am Schluss der CD auch nochmals in einer tollen akustischen Version.
Ein weiterer Höhepunkt ist ganz klar Emily, eine Nummer über eine junge Dame "die wir nicht kennen und die wir auch nie kennen lernen werden", wie die Band selbst auf ihrer Homepage schreibt. Ein zuerst funkig beginnender Song, der dann in einen treibenden Boogie-Rock mündet, dominiert von einem ausgedehnten Gitarrensolo in der Mitte.
Funkig angehaucht ist auch der Titelsong Bring It Back, der vom Leben eines richtigen Rock'n'Rollers erzählt, der sich in der modernen Welt der elektronischen Welt nicht mehr zurecht findet und die gute alte Zeit wieder zurück bringen will.
Die restlichen Songs stehen den bereits erwähnten in nichts nach. Auch hier sind die verschiedensten Einflüsse zu erkennen, beispielsweise in "Injustice For All", einer Hommage an die frühen METALLICA. Genauer beschreiben werde ich die Songs aber jetzt nicht, ein bisschen Überraschung soll ja auch noch bleiben.

Überzeugend auch die Qualität und der Sound der CD. Hier haben die Band und Albert Kölbl vom "Belcanto"-Tonstudio innerhalb von vier Monaten wirklich gute Arbeit geleistet. Denn eine Plattenfirma hat die Band natürlich noch keine, das musste alles in Eigenarbeit durchgeführt werden.
Fazit: Diese Platte ist eine wahre Wohltat in unserer Musikwelt, die von Retortenbands, Musikcomputern und HipHop bestimmt ist. Gerade dass sich eine so junge Band wieder dieser Musik widmet, ist eine wahre Freude.
Deshalb meine Empfehlung an alle Freunde der guten Rockmusik: Ab auf die Homepage und die CD ordern. Die muss einfach in einen gut sortierten CD-Schrank.

Martin Krenner, (Artikelliste), 06.04.2007

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