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| The Old Road, Giant Electric Pea, InsideOut Music, 2008 |
| Martin Orford |
Vocals, Guitars, Flute, Keyboards |
| Steve Thorne |
Guitars, Vocals |
| John Mitchell, Gary Chandler, Mike Holmes |
Guitars |
| Nick D'Virgilio, Andy Edwards |
Drums |
| John Wetton, Dave Meros |
Bass, Vocals |
| David Longdon, Dave Oberlé |
Vocals |
| Colm Murphy |
Irish Fiddle |
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Länge: 58 Min 02 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Grand Designs | 6. The Old Road |
| 2. Power And Speed | 7. Out In The Darkness |
| 3. Ray Of Hope | 8. The Time And The Season |
| 4. Take It To The Sun | 9. Endgame |
| 5. Prelude | |
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Da ist aber einer mächtig angesäuert, über das Internet und die Wege des "Musikbiz" sowie die Gepflogenheiten der Kids, wie sie heutzutage an Musik kommen. Kostprobe aus dem Booklet gefällig: "No thanks to: anyone who uploads or downloads music on the internet. You're making it increasingly difficult to make albums like this one." So ganz Unrecht hat Martin Orford damit nicht.
Dass dieser "angry man" zu den Gründungsköpfen der überaus beliebten Prog-Formation IQ zählt, scheint bei der weiteren Äußerung fast schon unglaublich, denn er selbst sagt über das aktuelle Album: "This is not a progressive rock album". Sure, you'll hear a lot of the trademarks of the golden era of prog rock, but this CD is not about pushing back the boundaries of music, quite the opposite in fact - it's unshamedly retro and proud of it."
Das ist eher verwirrend als hilfreich. Zumal er noch eine Schippe an Kritik oben drauf legt: "So if 'The Old Road' is an anachronism, it's intentionally so. I like old things and the England that I live in is not one of the internet, big business, globalisation, multiculturalism, and the myriad of 21th century social problems: It's one of cricket on the village green, idyllic country pubs and trains with a steam engine on the front. You may think that world has gone forever, but it's still there if you know where to find it. And I have - I'm on the Old Road." Das klingt schon fast nach einem kauzigen, alten und weltfremden Mann.
Bevor ich mich jetzt aber noch länger über die Worte im Booklet auslasse, folge ich dem Motto "Let the music do the talking" und lausche dem Album, das kein Prog-Album sein darf. Mit dem Frust im Bauch kann man entweder ein ganz langweiliges, extrem kreatives oder absolut wütendes Album in den Kunststoff brennen.
Zuerst fällt auf, dass dieses Album neben Martin Orford von John Mitchell, Gary Chandler, Steve Thorne, Nick D'Virgilio, Andy Edward, John Wetton und anderen musikalisch veredelt wird. Somit ist die Crême de la Crème des Prog angetreten, um "The Old Road" zu einem Album zu spielen, das kein Prog-Album sein darf. Das klingt spannend.
Mit Grand Designs starten wir auf der alten Straße und stellen fest, dass sich mit knapp 10 Minuten schon ein ganz anständiger Brocken direkt an den Anfang setzt. Flirrend schweben die Gitarren ein und geben in Kombination mit den Keys den Weg frei für einen Song, der so auch von KANSAS, SPOCK'S BEARD und ein wenig auch von den alten GENESIS hätte stammen können. Ein sauberer Basslauf, dann die Trommeln und ab geht's. Straight und doch verspielt - ich würde sagen Retro-Prog, was es ja auch ein bisschen sein darf. Weiter geht's und die Frage steht an: Wozu sind Straßen da? Richtig, um mit Power und Speed auf ihnen rumzurasen. Also, das Klavierintro lässt Erinnerungen an den großartigen Fleischklops Meat Loaf wach werden, Gitarre und Keyboard stehen im schön solistischen Wechsel, bevor Nick D'Virgilo zeigt, dass er den Groove einfach im Blut hat und "beardslike" trommelt. So groovt sich die Mannschaft exzellent durch die knapp 6 Minuten dieses Instrumentals und klingt dabei sehr proggig. Darf es das denn? Egal. Mit Ray Of Hope beginnt der dritte Teilabschnitt der alten Straße. Kennt hier jemand den Film "Still Crazy"? Wenn nicht, dann dringend anschauen. Denn die Nummer über den Hoffnungsstrahl hätte geradewegs auch in dem Streifen seinen Platz gehabt. Sehr schönes, im Midtempobereich angesiedeltes Lied, das Mut zum Durchhalten gibt.
Take It To The Sun ist ein schöner groovender Rocker geworden, den man so gerne noch mal von GENESIS gehört hätte. Die Band treibt schön nach vorne und Martin Orford kann seine Trauer über die Verluste von Werten in dieser Welt schön dazu singen. Großes Kino und definitiv nicht Prog!
Bevor wir zum Titelstück kommen, lässt der Komponist in Billy Joel-Manier die Finger über die Tasten flitzen, um danach auf die alte Straße einzubiegen. Wenn dieses Album kein Prog-Album sein darf, dann sollte sich logischerweise das Titelstück auch dran halten. Aber, Pustekuchen. Das ist so klassisch geproggt wie schon lange nix mehr. Und zwar sowohl im instrumentalen wie auch im kompositorischen Bereich.
Mit Out In The Darkness geht es "MARILLION zu Fish-Zeiten-mäßig" weiter. Danach wird mächtig nach vorne gerockt und The Time And The Season entpuppt sich somit nicht nur als rockigster, sondern auch als längster Track der Scheibe. Wie aktuell Martin Orford mit der ersten Strophe liegt, hätte er sich zum Zeitpunkt der Erstellung der Scheibe wahrscheinlich auch nicht gedacht, wenn er singt: "There comes a time in life, you realise you've taken it all on trust. And all those years of lies and compromise have turned your dreams into dust." Angesichts der Weltwirtschaftskrise mag er damit so manchem aus dem Herzen sprechen. Übrigens ist das Lied nicht nur ein schöner Rocker, sondern auch Prog.
Mit Endgame wird uns nicht nur das letzte Stück der Straße vorgestellt, nein, es ist auch das letzte musikalische Vermächtnis von Mr. Orford, der sich danach aus dem Business zurückziehen wird. Mit schönen doppelläufigen Gitarrenläufen lässt er uns noch mal seinen Schmerz miterleben, dass selbst der letzte Hoffnungsstrahl verschwunden ist.
Fazit ist, dass hier kein reinrassiges Prog-Album vorliegt, aber schon eines, das wesentlich mehr Anleihen an dieser Musik hat, als im Booklet gesagt wird. Wie auch immer, mit Martin Orford wird ein guter Künstler die Straße verlassen, den man vermissen wird, der uns aber hier noch mal ein richtig gutes Abschiedsscheibchen verpasst hat.
Fragt sich nur, warum am Ende der alten Straße ein Prellbock steht...
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