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| Into The Valley Of The Moonking, Steamhammer/SPV, 2009 |
| Bob Catley |
Vocals |
| Tony Clarkin |
Guitars |
| Mark Stanway |
Keyboards |
| Al Barrow |
Bass |
| Harry James |
Drums |
| Produziert von: Tony Clarkin |
Länge: 58 Min 06 Sek |
Medium: CD & DVD |
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| CD: | |
| 1. Intro | 7. In My Mind's Eye |
| 2. Cry To Yourself | 8. Time To Cross That River |
| 3. All My Bridges | 9. If I Ever Lose My Mind |
| 4. Take Me To The Edge | 10. A Face In The Crowd |
| 5. The Moon King | 11. Feels Like Treason |
| 6. Noone Knows His Name | 12. Blood On Your Barbed Wire Thorns |
| DVD: | |
| Interview with the whole band | Les Mortes Dansants |
| Live Archive | Lyrics & Artwork |
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Es ist doch nett, zu sehen, wie die sich verändernde wirtschaftliche Lage dazu führt, dass die Labels versuchen, den Wert des Angebots zu erhöhen - added value ist das Stichwort. Artwork, Klappcover, CD & DVD, Booklet, remixed - remastered - reminded … es geht doch. Die Kids sind wahrscheinlich mittlerweile trotzdem verloren, weil sie gelernt haben, einzelne Tracks runterladen und den künstlerischen Wert eines ganzen Albums gar nicht mehr zu schätzen wissen - aber der Versuch, die Käufer bei der CD zu halten bzw. gar neue zu gewinnen ist natürlich ein richtiger Schritt der Industrie. Wenn jetzt noch ein angemessenes Paket - sprich: Preis - für die 23. Re-Issue einer Platte gefunden wird, dann freuen sich doch alle.
Auch vor dem Home of Rock macht dieser Wandel natürlich keinen Halt. Es gibt ganze Bandstories (TITANIC, THIN LIZZY ), Off-Label Infos (DVD "Civil War" etwa), Konzert- und Eventreviews mit wunderschönen Bildern (BAYON), den Crosscheck, und ab sofort die 'Triple Target Reviews', auch - im Vergleich zum Crosscheck - 'Circle Check' genannt. Dabei werden bis zu drei Reviews in einem Artikel von einer Person angeboten:
1. Für den Die-Hard Fan, der im Griff seiner Zahnbürste einen MP3-Player mit den besten Songs seiner Lieblingscombo hat und auf dem Klopapier jeweils das Cover der Wettbewerbsband (Beispiel: Stones-Zahnbürste und Beatles-Klopapier). Zu beantwortende Frage: "Wie kann ich meiner Mama erklären, dass ich schon wieder eine CD von XYZ kaufen muss?"
2. Für den Intensiv-Musikhörer mit Hang zum vorgestellten Genre (Beispiel: "Meine letzten 10 CD-Käufe waren Death Metal Bands, aber AOR ist auch interessant"). Zu beantwortende Frage: "Wie kann ich meiner Mama erklären, dass ich schon wieder eine CD kaufen muss, meinetwegen von XYZ, Hauptsache Kaufen?"
3. Für den Musikhörer (Beispiel: "Rolling-wer?"). Zu beantwortende Frage: "Wie kann ich meiner Mama irgendetwas erklären, z.B. meine Musik, oder warum ich Herbert Grönemeyer liebe?"
1. Die-Hard Review:
MAGNUM haben ja eine erstaunliche Reise hinter sich, vom Prog à la "Kingdom Of Madness" über softeren Rock etwa in "Wings Of Heaven" zur härteren Gangart in "Goodnight L.A." zu modernerem angeproggten Rock in "Breath Of Life" oder "Brand New Morning" und 180° zurück zu den good ole days in "Princess Alice And The Broken Arrow".
Was der Fan also nun erwartet ist wohl ein etwas entstaubteres "Alice", das in meinen Augen ja eine schon fast sklavische Verbeugung vor diesem war, ohne an das gesuchte Original "On A Storyteller's Night" anschließen zu können.
Und das, so kann man durchaus meinen, wird auch geliefert. Es gibt eine handvoll langsamere Songs, die üblichen MAGNUM-Rocker im ¾-Takt, Catley singt gewohnt gut, Clarkin lässt ab und an die Sau raus - aber zivil - und eine AC/DC-Hommage haben sie auch drin. Man wundert sich darüber schon, kommt das doch als einziges relativ unerwartet daher, ohne aber den gemütlich zu Hause sitzenden Fan gleich ins Krankenhaus zu prügeln. MACnumDC sozusagen. Großes Theater gibt es im Titeltrack The Moon King, Kritik gibt es weil das Booklet die Texte nicht abdruckt und Clarkin manchmal den Finger etwas vorsichtiger am Mischpult bewegen sollte, denn in einigen Trax hört man die Keyboards kaum.
Musikalisch sind wir weniger rockig, weniger proggig, aber auch weniger verstaubt, so etwa bei der CD "Wings Of Heaven", wobei The Moon King fast ein Remake von Wake The Lion ist, allerdings ohne dessen Grandezza.
Fan, magst Du die melodische Seite von MAGNUM, ab und an eine Gitarre, die dazwischen fetzt ohne weh zu tun, also AOR, bist Du hier richtig. Wobei ich schon sagen muss, dass es überzeugendere MAGNUM-Songs gibt, auf fast allen Alben. Trotzdem, zieh Dir das ruhig rein, solide wenn auch etwas langweilige Ware.
2. Für den Intensiv-Musikhörer mit Hang zum vorgestellten Genre:
Was machst Du denn hier? Das ist eine relativ simpel gestrickt CD, deren Songstrukturen sich zudem auch noch dauernd wiederholen (lauter Beginn oder wabernde Keyboardintros, im Mittelteil dann plötzlich ein Break und Andacht wird geübt, und dann wieder volle Paula), und bei der man fast körperlich spürt, wie Clarkin sich langweilt. Dieses Zeug kann dem Mann nicht gefallen, wenn er nur noch ein halbes Gitarristenherz in sich verspürt - und der AC/DC-Klon Blood On Your Barbed Wire Thorns (witziger Titel) sowie etwa Take Me To The Edge und If I Ever Lose My Mind (rätselhafter Titel - eine Warnung, was passiert, wenn man ihn nicht bald wieder mal was anderes schreiben lässt?) zeigen, dass dem so ist. Das ist der Mann hier, und er hat produziert und geschrieben, der solche wirklich guten Platten wie eben "Goodnight L.A.", "Wings Of Heaven", "Sleepwalking" aber auch "Breath Of Life" und "Brand New Morning" geschrieben hat, und wo es rockt UND swingt UND melodisch ist. Wahrscheinlich war das alles zu viel für die Fans, und sie haben ihn abgestraft. Ich meine auch, irgendwo ein Statement in dieser Hinsicht von Catley gelesen zu haben, wo er seiner Hoffnung Ausdruck gibt, das jetzt nach "Princess Alice…" wieder alles beim alten ist.
Tracks:
Cry To Yourself mit seinem Geigenintro ist ein langweiliger Standardrocker. All My Bridges ist Durchschnitts-Schunkelrock im ¾-Takt. Take Me To The Edge mit heavy Gitarre wie in Mama, knackig aber etwas langsamer und düsterer. In der Mitte wird die Gitarre zurückgenommen und Catley darf schön singen - spätestens jetzt nervt das holperige Drumming von James. Der Song schwingt sich im Mittelteil zu ungeahnten songtechnischen Höhen auf, erinnert eben kurzfristig an MAGNUMs Glanztage und Clarkin hat Spaß.
The Moon King ist wieder Standard-Magnum: Midtempogeschunkel und Vokallinien à la Don't Wake The Lion, der Build zum Refrain hin wird mittels Powerriff und Leadfills akzentuiert, dann via Tempowechsel zum Refrain, der etwas Lalalala-mäßig daherkommt; danach im Mittelteil kurze Unterbrechungen für zwei Interludien und für jeweils eine leise Gitarre, Rumpel-Pumpel Drums, das Thema des Interludiums wird etwas lauter wiederholt und wiederholt und wieder… Gitarrenarbeit und Struktur mit den Unterbrechungen sind ok und heben den Song etwas heraus, wenn man dieses Album alleine betrachtet, aber er ist für das, was er bietet, zu lang.
No One Knows His Name ist ein typischer MAGNUM-Refrain, geht aber zusammen mit dem Midtempo-Riff gut ins Ohr; nettes Break (!) in der Mitte mit Geigen vom Synth, Catley in full flight.
In My Mind's Eye … wo hat er denn das Riff noch geliehen? Fast schon ein Thomas-Anders-Song, und Catley gibt am Ende den Operntenor, wobei seine Stimme fast versagt. Time To Cross That River schleicht sich so dahin, über einem Synth-Teppich, im Mittelteil wieder mit einem Tempobreak - jetzt wird's öde; aber eine nette Akustikgitarre.
Lose My Mind: siehe oben. Es rockt, aber etwas klemmt, der Song hebt nicht wirklich ab.
A Face In The Crowd wieder Midtempo, schon fast Schlagerniveau. Feels Like Treason rockt, und dann kommt der AC/DC-Song, der rockt und zeigt, dass sie das können, obwohl das Piano typisch MAGNUM ist - der Mann ist da, der Mann muss beschäftigt werden. Und wieder ein Tempobreak in der Mitte…
Alles klar? Wenn ich schreibe 'rockt', rockt das jetzt eben nicht so wie auf "L.A.", sondern oft so zahnlos, dass man zweimal hinhören muss. Kein Meisterwerk, und für uns, die wir etwa solche AOR-Perlen wie TALL STORIES mögen, ist das hier nix.
3. Für den Musikhörer (Beispiel: "Rolling-wer?"):
Junge, das ist ein bisschen zu fetzig hier für dich; am Ende kannst Du deine sorgfältig getexteten Grönemeyer-CDs nicht mehr verstehen - lass das mal lieber sein. Das rockt ja so saumäßig, obwohl da natürlich gaaaanz klasse Songs drauf sind und manches so richtig romantisch, so für mit der Freundin, hmmm, doch mal drüber nachdenken. Aber vielleicht doch lieber Herbert, und wenn's rocken soll, dann den geilen Peter oder gerne auch Marius. Volles Brett, und man versteht auch, was die singen. Also eher nicht MAGNUM, oder wie?
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