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Loud At Least

Painful Exploration

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Painful Exploration
Painful Exploration, Eigenvertrieb, 2009
Gernot Schilcher Vocals, Guitars
Gernot Reisner Bass
Oswald Theisl Drums, Guitars, Keyboards
Gäste:
Heinz Edlinger Vocals
Robert Einwallner, Andreas Döringer, Robert Hammer Guitars
Länge: 43 Min 57 Sek Medium: CD
1. Take Me Along7. Painful Exploration
2. Circle Of Madness8. A Devil In You
3. Nightmareraiser9. Walk On Fire
4. Drive Any Road10. Right Now
5. Dance Little Honey11. Dark Horizons
6. Let's Start The Show

Da sitze ich im wohlverdienten [wer sagt das? Red.] Urlaub auf der österreichischen Karawankenseite und genieße das, was uns in Deutschland fehlt: den Sommer. Ja, hier gibt es ihn wirklich. Und hier, wo man die Zeit nun mal hat, genieße ich neben dem ein oder anderen weniger schmackhaften Bier (Jungs, dat müssta abba noch ma bei uns innet Revier gucken kommen, wie sich dat richtig machen lässt. Dat is zwa nich teuer, abba schmecken tut dat auch nich richtich!) auch reichlich Musik. Z. B. Musik aus Österreich! Aber nicht, wie man jetzt vielleicht denkt, die großen Namen wie Falco, OPUS, EDENBRIDGE oder Christina Stürmer, nein, es sind die bontempiorgelverseuchten Versuche eines Alleinunterhalters, alles, was der deutschsprachige Schlager hergibt in Dreiviertel-Taktsequenzen unter das völlig vollgesoffene Publikum zu schleudern. Leider muss ich das ganze zu nachtschlafender Zeit ertragen und kann mich nicht dagegen wehren. Also, was macht der fleißige und immer aktive Musikjournalist? Richtig: Laptop an, CD rein und die Lautstärke so laut, bis Mr. Bontempi einem nicht mehr das Gehör verätzen kann.
Was könnte ich mir denn jetzt mal vornehmen? Laut sollte es sein und rocken. LOUD AT LEAST - klingt vom Namen her ganz gut, sollte ich mir dann mal jetzt anhören. Aber, was erblickt das geschulte Auge auf dem der CD beiliegenden Beipackzettel: LOUD AT LEAST! Classic Rock/Metal aus Österreich - aaargh!
Soll ich mir das wirklich antun? Was soll mich da schon erwarten? "Life is Life, Herr Kommissar! Der Ba-Ba-Banküberfall vor der kleinen Kneipe in unserer Straße, da wo das Leben noch lebenswert ist, ist in einem Scherbenmeer versunken!" So, oder ähnliches wird mich erwarten.

Allerdings: weit gefehlt. Das was die drei Basismannen von LOUD AT LEAST aus den Boxen rücken ist weit entfernt von Schlager oder "typischer" Musik aus Österreich. Oswald Theisl war es nämlich leid, dass aus den Boxen seines beeindruckenden Tonstudios nur volksverdümmliches den Weg fand und fragte seinen Kumpel Gernot Reisner an, ob man nicht mal gemeinsam die Magnetspulen mit laut rockenden Klängen frei blasen könne. Der war darüber nicht abgeneigt, fragte einen weiteren Kollegen Namens Gernot an, wie's denn wäre, wenn man gemeinsam das nigelnagelneue Studio von Oswald in seinen Grundfesten einer Standfestigkeitprüfung unterziehen würde - und auch dieser sagte zu. Nun klingen die Namen Oswald, Gernot & Gernot oder Theisl, Reisner & Schilchner nicht unbedingt nach Rock'n'Roll, da die Musik aber schlussendlich laut sein sollte, hatte man auch den Bandnamen zusammen. Gernot der Erste setzte sich hin, brachte ein paar Lieder zu Papier, dann verschanzte man sich im Aufnahmetempel des Kollegen Oswald und hämmerte die elf Songs gemeinsam ein.
Herausgekommen ist eine angenehm zu hörende Scheibe, die allerdings nicht so ganz überzeugen kann. Sicherlich rockt es - da beißt die Maus keinen Faden von ab. Aber es fehlt so der letzte Kick um durchzuschlagen. Mr. Schilchner hat ein Organ, das sich wahrlich nicht zu verstecken braucht, klingt aber über die Dauer der Aufnahme nicht abwechslungsreich genug. Es wird zu sehr auf die Vollpowertube gedrückt. Ist nicht schlecht, aber sorgt so für wenig Abwechslung im gesamten Durchlauf. Dass die Herren ihre Instrumente beherrschen ist nicht von der Hand zu weisen, allerdings immer nur mit diesem vollbreiten Klang - mir fehlt da ein wenig die unterscheidende Brillanz, es versumpft dabei allerdings nicht, es ist einfach der Gesamtsound, der mir auf die Dauer der Zeit zu eintönig wirkt. Schade, denn die Kompositionen als solches können sich hören lassen. Und warum man so einen klasse Song wie Dark Horizons erst ganz ans Ende packt… Der hätte sich mittendrin ganz gut hören lassen. Vergleiche sind schwer zu finden, lassen sich aber noch am ehesten mit dem in den Endachtzigern verwurzelten Hardrock finden.

Ich denke, dass die Aufgabe des "Boxen frei rocken" gelungen ist, nur sollte beim nächsten Mal noch mehr an der Vielfalt gearbeitet werden, damit aus der "Painful Exploration" eine "hearful explosion" wird.

[PS: Die CD gibt es bei den einschlägigen Downloadshops wie z. B. Musicload.de etc.]

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 03.08.2009

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