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Vernal Equinox

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Vernal Equinox
Vernal Equinox, Eigenvertrieb, 2007
Colin Peterik Vocals, Organs, Keyboards
Sean Briskey Guitar, Backing Vocals
Will Gumbiner Bass
Victor Vieira-Branco Drums
Gäste:
Chuck Soumar Trumpet (Tabasco>Sauce)
Länge: 79 Min 55 Sek Medium: CD
1. Equinox7. Woods
2. Paradox8. Irwin
3. Lloyd9. African Bridesmaid
4. Tabasco>Sauce10. Wentworth
5. Happy Togehter11. Solstice
6. Flaunch12. Hidden Track

Ja, Herrschaftszeiten! Was ist das denn, was da aus den Boxen hämmert? Welche angestaubte Band hat sich denn da wieder ihrer alten Tage besonnen und ein Comeback-Album rausgehauen? LOBSTER NEWBERG? Kenne ich nicht! Ist das nicht eine Art und Weise, wie man einen Hummer zubereitet? Irgendetwas stimmt hier nicht!?

Um mit den wilden Spekulationen aufzuhören: LOBSTER NEWBERG ist eine neue Band aus den Staaten, genauer gesagt aus Chicago, die bereits 2007 mit diesem Album um die Ecke kam, aber erst in diesem Jahr über JfK den Weg nach Europa fand. Leider erfährt man selbst im weltweiten Netz nur recht wenig über diese vier Jungs, die sich hier den Hintern abjammen, dass manch altem Recken der Kiefer offen nach unten stehen dürfte.
Auf den Fotos sehen die vier Mannen recht jung aus, und wenn mein Eindruck nicht täuscht, ist es schon fast eine Frechheit, was die hier abfeuern. Da wird gejammt wie in den besten Zeiten der siebziger Jahre. Und wenn mich die Bilder nicht täuschen, dürften die vier zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht das Licht der Welt erblickt haben.
Auf der MySpace-Seite steht unter musikalischen Einflüssen eine fast nicht enden wollende Liste von Bands. Was auf den ersten Eindruck wie "fishing for fans" aussieht, ist nur die Tatsache, dass das Quartett wirklich jede Menge Querverweise in ihrer Musik aufweist.

Eröffnet wird die CD mit Equinox, welches in groben Zügen an SPOCK'S BEARD erinnert, wenn diese mal nicht verfrickelt zu Werke gehen. Doch schon im folgenden Stück Paradox, das sich nahtlos anschließt, fühlt man sich sowohl gesanglich als auch musikalisch an alte PINK FLOYD-Zeiten erinnert. Lässig werden in den Gesamtsound Rock'n'Roll-Themen eingebaut, so als wäre es das natürlichste der Welt. Lloyd und Flaunch hätten auch einem Jimi Hendrix gut zu Gesicht gestanden ... und so geht es über 80 Minuten lustig weiter. Mit Happy Together bringt man zudem noch eine ziemlich coole Version des alten TURTELS-Klassiker auf die CD.
Dazu scheint die ganze Geschichte auch noch live eingespielt worden zu sein. Das Album klingt roh und ungeschliffen und verleiht der ganzen Atmosphäre noch wesentlich mehr Druck und Authentizität. Der Spaß an der Musik und das gemeinsame Jammen scheinen hier eindeutig im Vordergrund zu stehen. Es gibt Breaks, Fill-Ins, Tempiwechsel, überraschende Wendungen innerhalb der Songs en masse, dazu wird mehr gespielt als gesungen. Dabei klingen sie genauso retro wie modern. Diese Verbindung aus Retro Prog, Hardrock und Alternativesound ist das, was diese Band so eigen macht. Dazu auch noch alles selbst aufgenommen und produziert - ich bin beeindruckt!
Und ich bin gespannt, wie lange diese Band es noch schafft, ein Geheimtipp zu sein. Das hier hat Potential um mehr und größer zu werden.

Auf der MySpace-Seite kann man inzwischen auch schon neue Songs hören, die scheinbar dieses Jahr noch auf CD verewigt werden sollen. Zudem kann man feststellen, dass bis auf Colin Peterik (den ich hiermit zum Kopf der Band ernenne) keiner mehr der anderen Musiker zu finden ist, die dieses Debüt eingespielt haben.
Jungens, bitte mehr davon! Und dann bitte schnellstens mal auf deutsche Bühnen!

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 30.08.2008

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