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| Crossroads Moment, Frontiers Records, 2008 |
| Jimi Jamison |
Vocals |
| Jim Peterik |
Guitars & Keyboards |
| Mike Aquino & Joel Hokstra |
Guitars |
| Klem Haye |
Bass |
| Ed Breckenfield |
Drums |
| Christian Cullen, Jeff Lanz |
Keyboards |
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Länge: 70 Min 06 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Battersea | 8. Love The World Away |
| 2. Can't Look Away | 9. She's Nothing To Me |
| 3. Make Me A Believer | 10. As Is |
| 4. Crossroads Moment | 11. 'Til The Morning Comes |
| 5. Bittersweet | 12. That's Why I Sing |
| 6. Behind The Music | 13. Friends We Never Met |
| 7. Lost | 14. When Rock Was King |
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Und es begab sich neulich, dass Robert Johnson und Mr. D in einer kleinen Hütte in der Nähe einer Weggabelung beim Feuerschein zusammen saßen und Devil's Brew tranken. Mr. D löffelte etwas Grünes aus einer Schale, während Johnson ihn missmutig ansah, dabei auf seiner Gitarre den Crossroads spielte.
"Jetz hörma, Maan", sagte Johnson, "ich brauch maine Seele ma wieda fü' einige Zeit, Maan!"
"Du und Dein Dialekt! Du hast mir die Seele für dein Gitarrenspiel gegeben, und dabei bleibt es. Wozu brauchst Du die denn überhaupt - ist doch schön hier bei mir." Die Haut von Mr. D glühte rötlich im Feuerschein.
Bevor Johnson antworten konnte, klopfte es an der Tür. Beide sahen sich erstaunt an, Mr. D schnippte mit den Fingern und die Tür löste sich auf. Draußen stand ein Mann, der ob dieses Geschehens verdutzt guckte, dann aber beherzt eintrat. Er stellt sich als Jimi Jamison vor, und Mr. D nannte seinen und Mr. Johnsons Namen.
Hände wurden geschüttelt, und dann sagte Jamison: "Ich habe gehört, dass man hier etwas eintauschen kann." Er fuhr fort und erklärte, er wolle ein wirklich gutes Album machen, so mit richtig tollem Gesang und allem, und wäre bereit, dafür sogar seine Seele herzugeben. Mr. D fragte: "So ein ganz tolles, großes Album?"
"Ja!"
"Mit ganz tollen Gesangslinien, richtig umwerfenden Hooklines?"
"Ja!"
"Mit viel Herz und Schmerz und so Emotion in der Stimme, alles umwerfend?"
"Ja! Ja! Ja!"
"Eines, das den Moment an der Weggabelung - the Crossroads Moment - wiedergibt, wo eine nicht mehr zu ändernde Entscheidung gefällt wird?"
"Ähhhh… JAA!"
"Mit so einem Cover hier, wo Du ganz toll cool aussiehst?"
"Jahahahah!"
Man wurde sich handelseinig, Jamison gab seine Seele her, und plötzlich war sein Stimme gar wunderbar, und er sang die schönsten Melodien.
Er verabschiedete sich. "Mr. D, Mr. Jones", und war verschwunden.
Johnson schnaubte vor Wut, aber Mr. D, dessen Haut sanft rötlich und zufrieden schimmerte, sagte: "Das ist doch ganz wunderbar."
"Gaanz wundebah? Maan, dea verkauft sein Seele, un ich sitz hie' und hab kaine! Wieso hast Du dem denn alles obn un untn raingeblasn?"
"Ich habe ihm vor allen Dingen hinten etwas rein gesteckt, aber das merkt er erst, wenn es zu spät ist."
"Hä?"
"Jetzt pass mal auf: Ja, er wird ein Album machen, das ganz schöne Gesangslinien enthält - aber die werden auch ganz operettenhaft und abgeschmackt sein - wiedergekäut, sozusagen. Ja, es wird ein großes, pompöses Album sein, aber guck Dir mal die Tracklist an: Make Me A Believer … Bittersweet … Behind The Music … Lost … Love The World Away … She's Nothing To Me … That's Why I Sing … allein das treibt doch jedem halbwegs anständigen Rockfan die Tränen in die Augen, Schmonzes, Schlager, Tra-la-la."
"Hahaha - genau wie Angie von den Stones". Es gab einen fürchterlichen Knall, Mr. D rammte seinen Dreizack in den Boden und schnaubte wütend mit rotglühender Haut: "Angie! Angie ist genial - Angie ist echt, Kunst. Unvergleichlich, emotional, tief! Außerdem haben mir die Stones mehrere Songs gewidmet, und Dich verehrt! Hüte Dich, so etwas tolles wie Angie damit zu vergleichen - allein wegen der Instrumentierung und der Herrn Richards und Taylors Gitarrenspiel - wegen Angie hätte ich fast mit dem Alten da oben gesprochen und Frieden gemacht! Aber da kommen wir zu Dir!"
"Hä?"
"Du willst doch deine Seele wiederhaben? Also, ich gebe sie Dir. Dafür wirst Du in die Körper von Peterik, Aquino und Hokstra einfahren, und für die die Gitarre spielen. Aber so, dass nur lauter Wideldi-Dideldi-Nudelsolos und Flachriffs rauskommen!"
"Nudelsolos?"
"Herrg…, lieber Him… Sei doch nicht so begriffsstutzig! So Solos eben, die sich völlig nutzlos um sich selber drehen, und allein völlig fad sind. Auf dem Griffbrett rauf und runter - wideldi-dideldi eben. Und so Allerweltsriffs, die flach vor sich hindümpeln und keinen stören, wenn sie überhaupt Riffs zu nennen sind, und nicht nur Rhythmusgeschrammel".
Johnson fand Gefallen an der Sache - endlich mal wieder Gitarre spielen mit richtigen Leuten: "Deal, Maan!" Weg war er.
"Und ich", sagte Mr. D zu sich selbst, "ich produzier das ganze so, dass die wunderschöne Jamison-Stimme allüberall ist, und das nach drei Tracks keiner mehr hören kann, weil bei aller Schönheit Langweile aufkommt, und die Gitarren ganz im Hintergrund sind, keine Akzente gesetzt werden, kein Garnix!"
Er löffelte die Schale mit dem grünen Zeugs aus und grinste. "Genau - mushy peas, Erbsenbrei. Wir produzieren es so, dass das ganze Mushy-Peas-Rock genannt werden wird. Ein Brei, ein Pamp, drei, vier! Und damit das auch richtig hinhaut, werden einige Hooklines doch nicht ganz so toll sein. Aber für viele wird das ein großes Album sein, sie werden singen und es lobpreisen, weil es Kunst ist. Aber es ist Kunscht … Muzak." "Böse, böse", murmelte er noch, grinste noch breiter und - weg war er.
Und so geschah es. Einige Zeit später trafen sich Mr. D und Mr. Johnson wieder. "Gib mir meine Gitarre wieda, Maan", flehte Johnson, "hier hasdu maine Seele! Nie wieder. Das hat ja gar keinen Blues - warum macht der so was?" Vor lauter echter Aufregung sprach Johnson dialektfrei.
Und Mr. D wusste, dass das ein guter Deal war.
Denn in hundert Jahren wird man noch von Robert Johnson sprechen, aber in hundert Tagen nicht mehr von Jimi Jamison, da er in seinem "Crossroads Moment" den falschen Weg gewählt hat. Seht, da hinten geht er, neben so Leuten wie Cindy und Bert, Bernhard Brink und Roberto Blanco - hört euch das mal an.
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