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Spark It Up

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Spark It Up
Spark It Up, Godlyke Distributing, 2008
Elaine Tuttle Vocals
Pat Piegari Guitar
Kevin Bolembach Bass
Courtney Williams Drums
Produziert von: Alan Evans Länge: 52 Min 20 Sek Medium: CD
1. Anyone Else7. Invisible Slaves
2. Say Whatcha Mean8. Be Here Now
3. Middle Of The Road9. Hear Me
4. Karmakaze10. We Don't Need It
5. Take Aim11. Yeah Yeah Yeah
6. Thank You12. Eye Of The Jedi

BIG Rock, anders kann man die Musik des Vierers aus New Jersey nicht nennen. Eine Walze kommt über beinahe eine Stunde über einen hernieder, allerdings eine freundlich funkensprühende und erquickliche Walze, die dem älteren Menschen den Glauben an den Rock früherer Tage zurückgibt und mit Sicherheit jeden Hörer jüngerer Generation auf die Tanzfläche zwingt. Die Funken kommen einem schon auf dem schick gestalteten Cover entgegen, der feiste Hardrock von INFERNOPHONIC mit einem Druck auf die Play-Taste. INFERNOPHONIC ist übrigens ein cooler Bandname.

"Spark It Up" ist ein Debut wie man es selten hört. Oder besser gesagt: Heutzutage hört man solche Erstlingswerke nicht mehr oft. Vor Jahrzehnten waren derart ausgereifte Bands völlig normal, schließlich musste man sich erst hochdienen, bis ein Plattenvertrag in Frage kam. Heute kann jeder Anfänger mittels Computer ein Scheibchen einstückeln - irgendwer wird es dann schon bejubeln. INFERNOPHONIC sind anders, obwohl sie bisher kaum über den Status einer fleißigen lokalen Clubband hinauskommen und das bekannteste Mitglied Bassist Kevin Bolembach sein dürfte. Der war mal bei den 90er-Alternative-Metallern NON-FICTION tätig, die aus den Überresten von HADES hervorgingen. So richtig berühmt ist das nicht, dennoch haben sich hier vier Musiker gefunden, die über jeden Zweifel erhaben sind. Sowohl Technik als auch Kompositionsgabe beeindrucken gewaltig. Bleibt die Frage, ob "Spark It Up" auch Seele hat.

Und tatsächlich, beim Opener Anyone Else hegt man noch Zweifel. Zu kraftstrotzend und beinahe akademisch technisiert kommt der an Hendrix oder CREAM erinnernde Track angerauscht. Aber was für ein Bass und was für ein sensationeller Schlagzeuger gehen da den Freestyle-Weg? Und was für eine Sirene lässt einem die Armhärchen zu Berge stehen? Say Whatcha Mean schlägt ebenso ein, nur wird hier zur donnernden Doublebass ein Funk-Feuerwerk gezündet. Die Alten werden erstmals MOTHER'S FINEST schreien, die Jungen PEPPERS, Unrecht haben beide. Für die einen zu modern und unprätentiös, für die anderen zu perfekt und klassisch rockend, für alle pures Adrenalindoping.
Elaine Tuttle ist ein stimmliches Naturereignis - und entgegen jeder Erwartung weiß und blond. Die Schmolllippen im Cover hat sie überhaupt nicht nötig, on stage sieht das deutlich attraktiver aus, und so eine Stimme ist ohnehin Sex pur. Da werden sämtliche Bögen von Baby Jean (M.F.) über Ann Wilson (HEART) zu Anthony Kiedis (R.H.C.P.) geschlagen, da wird gewütet, gehaucht und jubiliert, wie es ein Robert Plant einmal getan hat. Rock-Ekstase!
Schade nur, dass der Schlagzeuger Courtney Williams nicht festes Bandmitglied ist, dieser Jazzer mit Erfahrungen bei RUN-D.M.C. und als C-Will solo erfolgreich, hat einen göttlichen Punch.
Aber neben Elaine Tuttle und Williams kommen auch Basser Kevin Bolembach als Groovemaster und Songwriter und Gitarrist Pat Piegari als Virtuose und gnadenlos riffende Rocksau zu ihrem Recht.

Es gab in den letzten Jahren kaum eine Band, die ausgelassene Hard-Rock-Stimmung so bravourös mit funky Rhythmus und progressiv konzipierten Kompositionen verbinden konnte. INFERNOPHONIC muss man sich nicht nur vormerken, diese Band ist wirklich auf dem Sprung. Bitte glaubt das dem Beobachter so vieler Bands, die es nicht geschafft haben. Songs wie We Don't Need It schreibt keine Freizeitkapelle, da wird so brachial gerockt, dass neben den unheimlich eingängigen Vocals und den drückenden Gitarren kein Platz für Zweifel bleibt. NuRock? Funk-Metal? Prog-Rock? Pfff, "Spark It Up" ist ein so durch Mark und Bein gehendes Debut, dass Einordnungen vollkommen überflüssig sind. Man höre sich nur die rappende Wutbrumme Eye Of The Jedi an: Mehr Heavy Metal ist nicht möglich. MOTHER'S FINESTs "Iron Age" hat seinen würdigen und zeitgemäßen Nachfolger gefunden!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 02.08.2008

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