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Promise Land

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Promise Land
Promise Land, Frontiers, 2010
Mike Brignardello Bass
Terry Brock Vocals
David Huff Drums
John Roth Guitars
Länge: 57 Min 01 Sek Medium: CD
1. Believer Redux8. Through My Eyes
2. Promise Land9. I'll Wait For You
3. Never Surrender10. Dying to See You
4. Our Love11. Double Trouble
5. Prisoner Of Love12. Complicated Man
6. Two Worlds Collide13. Save Me
7. Plenty Of Love

Als ich neulich durch den Bahnhof tigerte, auf der Suche nach dem Zug der vielleicht kommen würde, traute ich meinen Augen nicht. Nein! Der Zug kam wie eigentlich jeden Tag mit der erwarteten Verspätung. Etwas anderes fesselte meine Augen! Nein, das weibliche Geschlecht war es auch nicht. Bei den derzeit angesagten Minustemperaturen sind die Damen eh nicht so der Hingucker (Das nennt man 'Wetterabhängig' sein! Die Red.). Nein, es war etwas, was ich seit Kindertagen nicht mehr gesehen hatte. RAIDER - prangte da in großen Lettern von der beigegoldenen Verpackung. Ich dachte, da hätte sich einer einen nostalgischen Scherz erlaubt. Dem war und ist aber nicht so. Der Süßwarenhersteller hat tatsächlich für eine limitierte Auflage aus TWIX wieder RAIDER gemacht. Nette Idee. So tauchen ab und an totgesagte Dinge plötzlich wieder auf. (0764 239 8850 bei der Wolksbank Denkenstein - die Hälfte des Honorars, Friedemann, dafür, dass ich dieses Produkt Placement hier durchgehen lasse! Die Red.)

So ging's mir auch mit dem vorliegenden Dreher. GIANT. Die hatte ich seit Ewigkeiten nicht mehr auf dem Schirm. Damals, es war 1989, spielte mir ein Kollege in seinem Opel Astra GSI dieses unglaubliche Last Of The Runaways-Album in ziemlicher hoher Lautstärke vor und es hatte mich gepackt. Schon der Einsteiger I'm A Believer haute mich weg. Dieses Gitarrenintro, was offensichtlich die Amps glühen ließ, dann dieser fette Keyboardsound, gefolgt von den Drums - himmlisch. Danach startete die Scheibe und konnte mich auf der vollen Länge überzeugen. Wie RAIDER. (Jede weitere Nennung weitere 2,5%!) Das konnte mich auch auf der ganzen Länge überzeugen.

Klar ist mir bekannt, dass nach dem genannten Album mit Time To Burn noch ein weiteres folgte, bevor es dann für längere Zeit um die Amerikaner ruhig wurde. In 2001 versuchten sie mit III noch mal durchzustarten, was allerdings weit hinter den Erwartungen blieb.
Nun also schreiben wir das Jahr 2010. RAIDER (Bislang also 5%) gibt es vorübergehend wieder und GIANT rollen das nächste versilberte Scheiblein auf die Ladentheke. Hm, was soll ich sagen? Überrascht war ich schon, denn damit hatte ich nicht mehr gerechnet. Der Unterschied zum Schokoriegel ist der, dass die Band nicht mehr aus den Originalzutaten besteht. Mit David Huff und Mike Brignardello sind nur noch zwei Ur-Bandmitglieder am Start. Und während der Riegel (Na gut, das lasse ich ohne Kosten durchgehen) im alten Gewand vom ersten Biss an genauso überzeugt wie zu meiner Kinderzeit, kann GIANT mit Promise Land das nicht.
Believer Redux soll wahrscheinlich eine Verbeugung der Neuformierung vor I'm A Believer vom 89er-Dreher sein, kommt aber bei weitem nicht an diesen ran. Und es dauert für meinen Geschmack recht lange, bis die aktuelle Scheibe sich auf den Weg zur Überzeugung macht. Two Worlds Collide (Song #6!) ist der erste Song, der die alten Zutaten ans Tageslicht befördert. Davor wird nette bis belanglose Allgemeinkost geboten, die ich so von RICHARD MARX kenne. Das ist ja nicht schlecht, aber eben auch nicht umwerfend. Der Gesang stimmt, die Arrangements sind nett, aber nicht rockend oder bissig.

Bei Two Worlds Collide wird dann zum ersten Mal der Boost gezündet, aber die Band läuft noch nicht zur Hochform auf. Plenty Of Love haut noch in die gleiche Kerbe, lässt sogar etwas von den alten GIANTs erkennen. Mit Through My Eyes wird wieder der Weichspüler in die Rillen geschüttet, I'll Wait For You wäre Neal Schon auch nicht schlechter gelungen, genau wie das folgende Dying To See You. Wobei mir das mit seinem Bluesfeeling schon wieder richtig gut gefällt. Allerdings wird im Refrain dann doch zu sehr auf die Charts geschielt. Wer aber bis jetzt ausgehalten hat, wird mit dem abschließenden Trio Double Trouble, Complicated Man und Save Me doch noch in den GIANT-Himmel geholt. Warum nicht mehr davon? Das zeigt doch, dass die Jungs es noch drauf haben. Das klingt herrlich nach der "guten, alten" Zeit und dabei trotzdem modern.

Bleibt festzuhalten: Da wo aus TWIX wieder RAIDER (Klingelingeling! Mir entgeht nix!) geworden ist und von Anfang an alles hat, was man von diesem Schokoriegel erwartet, braucht es bei GIANT leider viel zu lange, um zu beweisen, dass es noch so gut gelingt, wie damals, als ich mit meinem Kumpel im Astra GSI unterwegs war (Heldenhaft! Heldenhaft und größer als die Anstrengungen, die der heilige Antonius unternommen hat um seiner Versuchung zu widerstehen ist meine Zurückhaltung angesichts der Nennung dieses Schlittens für Friseuranwärterpraktikantenlehrlinge! Die "Call Me Golf" Red!)

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 21.02.2010

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