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To The Metal!

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To The Metal!
To The Metal!, earMUSIC/edel Entertainment, 2010
Kai Hansen Guitars, Lead Vocals
Henjo Richter Guitars, Background Vocals
Dirk Schlächter Bass, Background Vocals
Dan Zimmermann Drums, Background Vocals
Gäste:
Corvin Bahn Keyboards
Michael Kiske Vocals
Nadine Nottbohm Vocals
Produziert von: The Spirit Of Freedom Länge: 48 Min 17 Sek Medium: CD
1. Empathy6. Mother Angel
2. All You Need to Know7. Shine Forever
3. Time To Live8. Deadlands
4. To The Metal9. Chasing Shadows
5. Rise10. No Need To Cry

Es gibt Bands, da freut man sich, wenn die was Neues an den Start rollen. So geht mir das z. B. mit GAMMA RAY und HELLOWEEN. Scheinbar haben sich beide Bands seit den letzten drei Veröffentlichungen abgesprochen, diese relativ parallel erscheinen zu lassen. Das macht es dem Geldbeutel nicht einfacher und die Wartezeit auf das nächste Album kann nicht mit der Neuerscheinung der anderen Band überbrückt werden. "Unarmed" ist letztens von den Kürbisköpfen auf die Welt losgelassen worden und hat bei mir Euphorie, bei anderen eher Kopfschütteln hervorgerufen. Als vor 20 Jahren Kai Hansen als kreativer Kopf die Band verließ und sein eigenes Ding ins Leben rief, war für mich klar, dass seine Ex-Band nicht mehr lange Bestand haben wird. Inzwischen ist sogar das geschehen, was jedem Metalhead in den kühnsten Träumen nur durch den Kopf ging: beide Bands waren gemeinsam auf Tour und haben den Globus gerockt. Es werden weiterhin gute bis sehr gute und manchmal auch nicht so gute Alben veröffentlicht, was man von GAMMA RAY weniger behaupten kann. Kai Hansen und seine Mannen bleiben ihrer Linie treu - und das ist gut so. Wenn es eine Band schafft, dem "bösen" Heavy Metal ein fröhliches Gesicht zu verleihen, dann sind es die Herren Hansen, Schlächter, Richter und Zimmermann. Selten erlebt man in dem Genre eine Band, die durchweg positive Vibes streut. "Majesty" mag da eine Ausnahme gewesen sein, kam auch nicht so gut an.
So, wie sie den Vibes treu geblieben sind, bleiben sie auch ihrer Musik treu: METAL! Schon auf der "Walls Of Jericho"-EP gab es den Song Heavy Metal (Is The Law), der bei meinem Kumpel im Partykeller auf keiner Fete fehlen durfte und dem Alkohol die benötigten Umdrehungen in die Rübe brachte. Auf "Powerplant" dann die nächste titelmäßige Verbeugung mit Heavy Metal Universe.
Jetzt also "To The Metal!". Klares Statement und deswegen werden auch keine Fragezeichen hinter den CD-Titel gepackt und keine musikalischen aufs Album. "To The Metal!" ist von vorne bis hinten Metal - nichts anderes hatte man erwartet.
Empathy startet gemäßigt um dann zu einem typischen GAMMA-RAY-Rocker zu mutieren. Sehr cooler Einstieg. All You Need To Know treibt einem schon fast die Tränen in die Augen, teilt sich doch Mr. Hansen den Gesang mit Michael Kiske. Dazu flotte Doublebass, schnelle Gitarren, hetzender Bass - Metallerherz, was willst Du mehr!?
Time To Live startet mit der Frage "Läuft? - Okay!" und geht danach auf Hetzjagd durch das GAMMA-RAY-Universum. Hätte auch gut auf der "Powerplant" seinen Platz gefunden. To The Metal ist die Nummer, die JUDAS PRIEST wahrscheinlich nie mehr hinbekommen werden. So muss Metal klingen! Punkt. Das dürfte einer der Höhepunkte im Liveset werden. Danach eine weitere Verbeugung: IRON MAIDEN treffen auf GAMMA RAY inkl. großartiger Chöre, orchestralen Keyboards und schnellen Riffs: fertig ist Rise. Hätte gut auf "Land Of The Free" gepasst.
Mother Angel ist der verstorbenen Mutter von Kai Hansen gewidmet und stampft in bester ACCEPT-Manier durch das Album. Klasse trotz traurigem Hintergrund. Shine Forever zeigt, dass auch der Bassist bei Gamma Ray wichtig ist. Treibend geht es durch den nächsten PRIEST-Song, den diese nie geschrieben haben. Deadlands beginnt mit einem bei HELLOWEEN geklauten Intro. Das kennt man so (und sehr) ähnlich auch von Sole Survivor (zu finden auf dem "Masters Of The Ring"-Album). Wenn da mal nicht die letzte Tour ihre musikalischen Spuren hinterlassen hat.
Chasing Shadows beginnt mit Streichern, kriegt aber ganz schnell die Kurve und zeigt einen Kai Hansen in Hochform. Wieder eins dieser Lieder, bei dem ich nicht weiß, ob die Jungs probieren, sich in den knapp 4,5 Minuten gegenseitig zu überholen. Mit No Need To Cry setzt man einen sehr schönen Schlusspunkt unter ein Album ohne Filler. Auch hier wieder ein trauriger Hintergrund, ist es doch dem verstorbenen Vater von Dirk Schlächter gewidmet. Eine Nummer, die sich langsam aber stetig steigert. Musikalisch eines der besten Lieder der Hanseaten - GAMMA RAY meets QUEEN - sehr geiler Mittelteil der Erinnerungen an Pray vom "Somewhere Out In Space"-Album wach werden lässt.

Wow, nach den 48 Minuten gibt es nur eins und das ist den Start-Knopf nochmals zu drücken und "To The Metal!" eine weitere Runde gönnen.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 15.02.2010


 
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