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The Premonition

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The Premonition
Firewind
The Premonition, Century Media Records, 2008
Apollo Papathanasio Vocals
Gus G. Guitars
Bob Katsionis Keyboards
Petros Christo Bass
Mark Cross Drums
Produziert von: Fredrik Nordström Länge: 45 Min 17 Sek (CD) & ca. 39 Min (DVD) Medium: CD & DVD
CD:
1. Into The Fire6. My Loneliness
2. Head Up High7. Circle Of Life
3. Mercenary Man8. The Silent Code
4. Angels Forgive Me9. Maniac (Special Bonus Track)
5. Remembered10. Life Foreclosed
DVD:
1. Into The Fire4. My Loneliness
2. Head Up HighInterviews
3. Mercenary Man

Meine metallische Seele ist sehr, sehr dünn, eigentlich kann man mich, wenn es um das Thema Metal geht, eher als ein Überbleibsel mit ein paar dürftigen Erinnerungswerten aus den 80er-Jahren bezeichnen. Damals zwar vom sog. NWOBHM stark beeinflusst, sorgten die späteren Outputs bei mir mehr für metallische Abstinenz, als dass ich mich dieser Mucke weiter hingab. Aber dennoch springe ich hin und wieder auf manche Perle dieses Genres an.
Einer dieser Lichtblicke sind für mich die Griechen FIREWIND. Die nämlich überzeugen mich bereits seit ihrer Veröffentlichung mit dem Titel "Forged By Fire" aus dem Jahr 2005. Das Folgealbum "Allegiance" hatte ich sogar noch für ein Tick stärker gehalten, zumal die Band darauf mit Tara Teresa in Breaking The Silence ein tolles Gesangsduett abgeliefert hatte.
Jetzt ist die neue Scheibe des Fünfers mit dem Titel "The Premonition" auf dem Markt, und ich bin schon seit langem gespannt, ob die Band die hohen Erwartungen erfüllen, ja vielleicht sogar übertreffen kann. Im schmucken Pappschuber liegt der CD eine DVD bei, welche Live-Aufnahmen vom 12.01.2008 aus Thessaloniki zeigt. Doch dazu später mehr.

Änderungen in der Besetzung liegen dieses Mal nicht vor. Wir erinnern uns: FIREWIND tauschten für den letzten Output den Sänger. Genau deswegen ist nun der absolute Vergleich zulässig. Die Band besticht durch ihren satten Sound, bringt einen unbändigen Groove mit. Das ist nicht alltäglich. Kein Soundmatsch, alles schön differenziert, Keyboards dezent eingesetzt und wahre Rifforgien von Gitarrist Gus G.. Der scheint übrigens das Sagen innerhalb der Formation zu haben. Schlagzeuger Mark Cross bietet uns genau das, was wir im harten Bereich brauchen. Kein sinnloses Geklopfe, ja man kann auch die Double Basses geschmackvoll einsetzen.
Im übrigen versuchen FIREWIND den auf "Allegiance" eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Daher setzt sich die Songliste sowohl aus Speed- als auch Midtempo zusammen. Into The Fire bringt also ordentlich Dampf und einen Schlachtruf als Refrain mit sich, die folgenden Nummern Head Up High und Mercenary Man sind zwar ebenfalls recht flott, kommen aber dennoch gegenüber dem Opener gezügelt rüber. Was hängen bleibt, sind die Melodien. Da haben FIREWIND ein Händchen für, zumal sie niemals, oder sagen wir selten, in den Bereich des Kitsches abschweifen. Kein Vergleich mit unseren Freunden von EDGUY, deren Sänger Tobias Sammet zwar gegenüber Apollo Papathanasio die markantere Stimme hat, die es aber mit ihrer Harmoniebedürftigkeit zu oft übertreiben.
In der obligatorischen Ballade My Loneliness standen dann die SCORPIONS Pate. Bei diesen balladesken Einlagen im melodischen Metal stehen mir in der Regel die Nackenhaare zu Berge. Oh Graus, das Stück wird nur gerettet, weil der FIREWIND-Sänger ganz einfach mehr Manneskraft als Klaus Meine in die Waagschale wirft. Und das als "Special Bonus Track" deklarierte Maniac dürfte den meisten Softrockern aus dem Schmuse- und Tanzfilmchen "Flashdance" bekannt sein. In dieser Popnummer tritt dann selbstverständlich das Keyboard von Bob Katsionis in den Vordergrund. Das packen wir in die Schublade "Ganz nett gemacht".

Im Ergebnis muss man eine saubere Produktion attestieren, mit einem Sound, den wir in ausgereifterer Form aus der Richtung von u.a. PAGAN'S MIND erwarten würden. Das 5. Album von FIREWIND ist ohne Frage gelungen, kann aber mit dem Vorgänger nicht mithalten. Dennoch bewegen wir uns hier auf einem hohen Niveau, so dass die Frage erlaubt sein muss: Wenn die Gruppe jetzt nicht den Durchbruch in Deutschland schafft, ja wann dann? Nichts wirklich Neues, aber passend zum Genre knallt es ordentlich und geht dabei noch kräftig ins Ohr.

Und dann noch kurz zur beigelegten DVD.
4 Songs vom neuen Album, die ganz sicher neugierig auf einen anstehenden Gig machen. Wichtigste Erkenntnis: FIREWIND haben ihr Repertoire drauf. Klar wird, warum und wieso sich die Keyboards in der Musik der Griechen eher dezent als voluminös und überpräsent zeigen. Zumindest hier spielen die Jungs ohne zusätzlichen Tastenmann. Keyboarder Bob Katsionis unterstützt den etatmäßigen Gitarristen Gus G. mit zahlreichen Riffs auf der zweiten Klampfe.
Die englischen Interviews mit den Bandmitgliedern laden wegen des griechischen Akzentes eher zum Schmunzeln ein.

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 23.03.2008

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