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Fireflight

For Those Who Wait

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For Those Who Wait
For Those Who Wait, Flicker Records/Provident Press, 2010
Justin Cox Guitar
Glenn Drennen Guitar
Wendy Drennen Bass
Dawn Michele Vocals
Phee Shorb Drums
Produziert von: Rob Hawkins Länge: 35 Min 14 Sek Medium: CD
1. For Those Who Wait6. Name
2. Desperate7. New Perspective
3. Fire In My Eyes8. You Give Me That Feeling
4. Core Of My Addiction9. All I Need To Be
5. What I've Overcome10. Recovery Begins

Seit ein paar Jahren gehört diese Band aus den Staaten zu den Dauergästen der Christmas Rocknight in Ennepetal, dem christlichen Musikfestival, das nicht nur in Deutschland bekannt ist, sondern regelmäßig am ersten Dezemberwochenende aus ganz Europa Musikfans ins Haus Ennepetal lockt. Dass das so ist, ist der Verdienst des CVJM als Veranstalter, denn das Team ist Jahr für Jahr darum bemüht, u. a. auch die in den Staaten angesagten Acts ins beschauliche Westfalenstädtchen zu holen. Immer wieder gelingt es ihnen dabei, Bands zu verpflichten, die man hier wahrscheinlich sonst nie zu Gesicht bekommen würde.

FIREFLIGHT gehören auch dazu. Wobei die Frage gestattet sein darf, ob man erst auf die Frontfrau aufmerksam wurde, oder doch Musik/Message ausschlaggebend waren. Denn die Band kann mit einer wahrhaft hübschen Frontlerin aufwarten. Und die ist auch noch verflixt gut bei Stimme. Das muss sie auch, andernfalls würde sie in der wuchtigen Musik untergehen. Aber das passt hier perfekt zusammen. Wer bei Frontfrau jetzt aber lächelnd die Schublade "Gothic" aufschiebt, kann diese genauso lächelnd wieder zuschieben. FIREFLIGHT sind von diesem Genre soweit entfernt wie der Osterhase vom Weihnachtsmann.
FIREFLIGHT lassen es krachen. Bisher machten sie Modern Rock, der haarscharf am Metal vorbeischrabbt. Mit Veröffentlichung #3 (dem, wie man immer so sagt, wegweisenden Album), klingen sie irgendwie - erwachsener. Sicherlich wird den Riffs noch genügend Platz zum Rocken geboten, aber es mischen sich vermehrt stille und leise Töne unter. Vielleicht sind das die Auswirkungen der letzten beiden "unplugged"-Gigs auf der Christmas Rocknight. Vielleicht auch einfach nur die Erfahrung, dass es nicht immer krachen und knallen muss.

Schon mit dem eröffnenden Titelsong vereint man hart und zart perfekt zu einem guten Ganzen. Erst hauen sie einen mit aller Wucht um, um im Zwischenteil den Ohren Erholung zu schenken. Desperate hat nichts mit den Housewifes zu tun, rockt aber trotzdem ganz ordentlich. Fire In My Eyes schiebt die Druckwelle ungebremst aus den Boxen. Core Of My Addiction schlägt in die gleiche Kerbe, hat allerdings den catchigeren Refrain. What I've Overcome bereitet auf den leisen nächsten Song vor. Die Ohren werden nicht mehr zugedonnert, sondern können sich erholen, so kommt das nachfolgende "Name" richtig zur Geltung. Ein Song zum Niederknien. Einfach nur gut. Und diese Stimme - so zart, dass man fast Angst bekommt, sie zerbricht gleich. New Perspective drückt dann wieder aufs Gaspedal, das bei You Give Me That Feeling auch nicht gelockert wird. Schöner Harmoniegesang, gepaart mit diesen FIREFLIGHT-typischen Riffs. Perfekt! All I Need to Be kann sich nicht richtig entscheiden, ob es lieber rocken oder doch vielleicht eher ruhig bleiben möchte. Ist auch der einzige Song, der etwas abfällt. Aber egal, das ist jammern auf hohem Niveau und mit Recovery Begins endet das Album viel zu früh. Nach etwas mehr als 30 Minuten ist Schluss. Aber wofür gibt es die Endlosschleife? Wer auf Breitwandsound steht, sollte hier auf alle Fälle ein Ohr riskieren, wer auf filigrane Gitarrenarbeit steht und möglichst viele Soli auf einer CD hören möchte, könnte hier eventuell etwas enttäuscht werden.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 17.03.2010

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