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| Mein Leben mit den Eagles, 1974-2001 - Durch Himmel und Hölle, Hannibal Verlag, 2008 |
| ISBN: |
978-3-854452-95-9 |
| Umfang: |
320 Seiten, Hardcover |
| Preis: |
ca. 29,90 Euro |
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Don 'Fingers' Felder war Gitarrist und musikalischer Veredler der EAGLES-Alben vom 74er "On The Border" bis zum 94er "Hell Freezes Over", und er hat die Musik des Eagles-Hits schlechthin, Hotel California, geschrieben. Dann haben sie ihn 1999 hinausgeworfen, und er daraufhin vorliegendes Buch über sein Leben vor, mit und nach den Eagles geschrieben (und die Eagles wegen seines Rauswurfs aus der Eagles Ltd. verklagt).
Das Buch geht so:
- geboren in Gainesville, Texas
- Gitarre spielen gelernt, weil wegen Elvis' Hound Dog und weil er B.B. King die Hand geschüttelt hat
- Eagles Mitglied geworden
- Sex, Drugs and Rock'n'Roll, mit Betonung auf allen dreien plus viel Geld und auch eine Familie
- In der Eagles-Pause auch was gemacht
- "Hell Freezes Over" aufgenommen
- 1999 Ende der Eagles-Zeit
Ein Rock'n'Roll Buch also. Wenn ich mich hinsetzte und über den täglichen Krampf und Murks in meiner Firma schriebe, käme möglicherweise ein interessanteres Buch heraus, nur eben ohne das Wörtchen Eagles irgendwo drin - es sei denn, ich schriebe über die Tatsache, dass ich diese und jene Eagles CD im Autoradio gehört habe (ach ja, und das Wort Koks/Kokain/Heroin/Drogen etc. würde fehlen, nur um das mal zu bemerken; Bier käme allerdings vor).
Und, weil Eagle-los, würde das wohl keiner lesen wollen. Lohnt es, sich mit dem Eagle-vollen Werk Felders auseinander zu setzen?
Also, erst einmal ist der gute Don, so will es scheinen, ein sehr netter Surf-Hippie mit langem Silberhaar und Bart, hauptsächlich interessiert am Gitarrespielen, aber später auch mit Interesse an Berufen wie Makler und am Fliegen; ein vielseitiger und -saitiger Mensch. Dieser Nettling beschreibt auf den ersten 100 des 400-Seiten Buchs sein Prä-Eagles Leben, wo er unter anderem so nebenbei erwähnt, wie er Bernie Leadon (der ihn später zu den Eagles bringt), Stephen Stills, Graham Nash, B.B. King trifft und mit David Blue spielt, während er schließlich auch eine Familie gründet und versucht, diese und sich als Musiker über Wasser zu halten.
So weit, so mäßig interessant und wie im richtigen Leben (na ja, ich habe Stephen Stills noch nicht getroffen, aber Helmut Kohl habe ich mal in echt gesehen, und Caroline Reiber und Boris Becker!). Aber: wenn man das liest und sich vorstellt, selbst B.B. King die Hand zu schütteln … das wäre doch was und ist dann doch eine interessante Lektüre.
Zum anderen, und hier wird es wirklich interessant, nehmen ihn dann die Eagles auf, und Himmel und Hölle öffnen sich. Wie er mit Pausen über 20 Jahre unter der Ägide des Kontrollfreaks Don Henley und des begabten Texters Glenn Frey verbringt, sich oft mordsmäßig ärgert, aber dennoch nichts anderes kann und will als für die Eagles Gitarre zu spielen, sich dann aber letztendlich doch emanzipiert, ist schon sehr interessant zu lesen.
Dabei entsteht der Eindruck, dass Felder sich keinesfalls schont oder seine Rolle schön färbt; aber er geht natürlich auch ins Gericht mit den anderen, vor allem Leadon, Frey und Henley. Walsh spielt dabei die Rolle seines Buddy und Saufpartners, und kommt insgesamt eher positiv weg, gleichfalls Meisner und Schmit, die Gitarrenfraktion also. Er lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass die Motoren und eigentlichen Kreativköpfe der Band Henley und Frey sind. Zwar geht dies oft auf Kosten der anderen, und der allgemeinen Spontaneität, aber man ist eben auch megaerfolgreich.
Interessant auch die Schilderung darüber, wie die Rollen und Erwartungen das Verhalten prägen, und das Gespann Henley/Frey - genannt die 'Götter' - unter dem übermäßigen Erfolgsdruck die Zügel im Team immer fester anziehen, ohne dies eigentlich wirklich zu wollen und oft auch selbst darunter leiden. Und hier kann man dann, so man will, durchaus Parallelen zu seinem eigenen Berufsleben ziehen.
Der eigentliche kreative Prozess des Songwiriting findet dabei im Buch eher selten und nur kurz Erwähnung; selbst über die Erschaffung des Hotel California schreibt er nicht viel mehr als eine Seite. Auch Auftritte werden nur am Rande erwähnt, und Backstage meist insofern, wie es dem allgemeinen Thema entgegen kommt.
Dieses allgemeine Thema lautet: "Das Leben des Don unter den Wilden, mit besonderer Berücksichtigung von Fleischfressern und Verrückten".
Das ist dabei durchaus sehr lesbar geschrieben (selbst die deutsche Übersetzung nimmt nicht allzu viel des Originaltons weg) und mutet stellenweise fast wie ein Roman an. Oft fühlt man sich so, als wollte man Felder in den Hintern treten, damit er endlich merkt, wie er verarscht wird; das Buch lädt also durchaus zur Identifikation ein.
Es sollte daher goutiert werden. Und das auch, wenn man kein Eagles-Fan ist, und sei es nur, um sagen zu können: "Siehste, bei Rock'n'Rollers geht es auch nicht anders zu als bei uns, Mutter!"
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