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Days Between Stations

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Days Between Stations
Days Between Stations
Days Between Stations, Bright Orange Records, 2007
Sepano Samzadeh Guitars, Keyboards
Oscar Fuentes Bass, Keyboards
Gäste:
Hollie Shepard, Jeffrey Samzadeh, Marjorie Fuentes Vocals
Vivi Rama Bass
Jason Hemmens Sax
Sean Erick Trumpet
Kevin Williams Trombone
Jon Mattox Drums
Länge: 56 Min 21 Sek Medium: CD
1. Requiem For The Living7. Laudanum
2. Either/Ora) A Long Goodbye (Part 1)
3. Intermission 1b) Everyone Is Here But You (Part 2)
4. How To Seduce A Ghostc) Nowhere (Part 3)
5. Radio Songd) The Wake (Part 4)
6. Intermission 2

Das hier fängt ganz harmlos, aber dennoch geheimnisvoll an. Leise, mit atmosphärischen Synthie-Sounds, dezente Stimmen (es bleibt aber dabei, es handelt sich um ein Instrumental-Album) und melodische Abläufe, die den geneigten Hörer ganz schnell an sich ran lassen. Und es dauert wenige Minuten, bis wir einen grollenden und wummernden Bass hören, der sich in die tragende und schwebende Musik von DAYS BETWEEN STATIONS gut und akzentuiert einbettet. Dazu wechseln sich Piano und glasklare Gitarren ab und geben dem gesamten Anfangstrack Requiem For The Living mit seinen über 13 Minuten Spieldauer seine eigene Stimmung.

Der Gitarrist Sepano Samzadeh und der Keyboarder Oscar Fuentes gründeten diese Formation im Jahr 2003 in Los Angeles. Sie sind sich nach eigenen Angaben darüber bewusst, dass sie versuchen, einen eigenständigen Sound zu kreieren. Dabei leugnen sie allerdings nicht, dass Bands wie PINK FLOYD in ihrer musikalischen Karriere einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Zudem werden sie aber auch von den Neo-Prog-Ikonen MARILLION beeinflusst und auch eine Vorliebe für Bands wie z.B. NIRVANA wird angeführt. Also ziehen die beiden ihre Ideen aus einem sehr breiten Spektrum.
Um das Ganze dann umzusetzen, haben sie sich zahlenmäßige Unterstützung geholt. Wie eingangs erwähnt handelt es sich um ein instrumentales Album, denn die gelieferten Stimmen kommen allenfalls als Untermalung zur Geltung und haben ansonsten keinen führenden Charakter. Inhaltlich werden melancholische Themen behandelt. Von daher betrachtet ist die Debüt-Scheibe von DAYS BETWEEN STATIONS gar als Konzept zu sehen, dessen Themen sich um Tod, Krankheit und Verlorenheit drehen.
Neben den Gitarren spielt die Elektronik eine wichtige Rolle. Und ob nun bewusst oder nicht bewusst, dürften die Synthie-Einsätze an Große der Berliner Schule, Klaus Schulze und TANGERINE DREAM seien exemplarisch genannt, erinnern. Im Übrigen finden wir in Either/Or auch sehr durchdringende Läufe, die den floydschen Anwandlungen ein schnelles Ende bereiten. Intermission 1 + 2 sind ein Füllsel, um den konzeptionellen Gesamtcharakter zu erhalten.

Die beiden Hauptakteure bezeichnen ihre Darbietung als "Art Rock", doch das wäre zu einfach. Gerade eine Nummer wie Radio Song ist selbst in dem bisher beschriebenen Segment kaum unterzubringen. Viel mehr begeben wir uns in eine Art von New Wave, wobei die progressiven Attitüden durch die gezielten Bläsereinsätze an den Mann gebracht werden. Und dann bekommen wir schließlich mit über 22 Minuten Spielzeit den vierteiligen Longtrack Laudanum geboten. So etwas gehört im Prog zur Selbstverständlichkeit, doch genau hier liegen oft die Gefahren. Nun, DAYS BETWEEN STATIONS meistern auch diese Hürde auf ansprechende Art und Weise. Die Blasinstrumente scheinen sich durch den Soundwirrwarr hindurch zu improvisieren und für den Rest künstelt sich die Formation über mehrere Hochs und Tiefs. Das lässt auf zukünftiges hoffen, und wenn man den Aussagen von Label und Band glauben darf, ist schon bald mit einem Nachfolger zu rechnen. Das Fundament wurde geschaffen, noch dazu hat man sich nach einer Novelle des Schriftstellers Steve Erickson benannt und ist so für weitere Konzeptalben gerüstet. Diese Scheibe ist schon mal sehr gut, hat einen eigenständigen Charakter und dürfte somit für Abwechslung im Plattenschrank sorgen. Sie wird in Deutschland über den Mailorder Just For Kicks vertrieben.

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 10.05.2008

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