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Hellborn

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All Music Guide (englisch)

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Hellborn
Hellborn, magic Circle Music/SPV, 2007
David Shankle Electric & Acoustic Guitars
Dennis Hirschauer Vocals
Jeff Kylloe Bass
Brad Sabathne Drums
Gäste:
T.D. Clark, Joe Stump, Michael Angelo Batio Guitars (The Voyage - Instrumental Shredfest)
Produziert von: Jay Walsh, David Shankle & Joey DeMaio Länge: 64 Min 27 Sek Medium: CD
1. Asylum God8. When Is It Wicked
2. The Lie9. Monster
3. Bleeding Hell10. Sins And Promises
4. Living For Nothing11. Cold And Diseased
5. Left To Die12. No Remorse
6. Hellborn13. The Voyage (Instrumental Shredfest)
7. Tyrant

True Metal, Power Metal, Pommesgabel Metal, herrje, hatten wir das nicht schon bis zum endgültigen Überdruss? Doch, hatten wir, und für derartige Testosteronexplosionen haben bestimmte Triebtäter im Home of Rock in aller Regal nur Sätze wie "Gehört und gelacht" übrig.
Diesmal also Dave Shankle, bis 1994 Gitarrenquäler bei MANOWAR, den trueesten aller True Metaller. Shankle war eigentlich ziemlich weg, jedenfalls wurde er nicht mehr sonderlich auffällig seit seinem Abgang bei Herrn DeMaio, aber wie wir jetzt lernen, hat er die Zeit zur persönlichen Fortbildung genutzt. Eine richtige Musikuniversität musste es sein, damit uns der "Shred Demon" (wieder: herrje) nun eine noch fiesere Zaunlatte aufs Ohr knallen kann. Anhänger edler Klänge dürften inzwischen auf einem sehr hohen Baum sitzen, doch was uns letztendlich auf "Hellborn" begegnet, hat mit apokalyptischen Presslufthämmern gar nicht mal so viel am Hut. Hört hört.

Klarzustellen ist selbstverständlich, dass Shankle und seine drei Gehilfen keine Zeit mit windelweichen Albernheiten vertrödeln, lieber blödeln die vier grimmig dreinblickenden Langhaardackel im Hochgeschwindigkeitsbereich herum (Spielchen wie "Bei 180 über den Fahrersitz auf die Rückbank klettern und dabei noch den Kopf aus dem Schiebedach stecken") - und schaffen es tatsächlich, erst nach gut drei Viertel der 64 Minuten auf die Nerven zu gehen. Was zur allgemeinen Überraschung an einer völlig unvermuteten Dynamik im Spiel der Kapelle liegt, die sich nicht wie viele Kollegen auf pure Kraftmeierei beschränkt, sondern zwischen den wahnwitzigen Soli und Double Bass Attacken immer wieder richtige Melodien einbaut. Shankle selbst ist natürlich ein Angeber vor dem Herrn und lässt keine noch so kleine Note aus, aber immer wenn er sich auf puren Metal beschränkt, fühlt man sich positiv an die großen alten Helden erinnert. Ob nun PRIEST oder SABBATH, David Shankle weiß wo seine Wurzeln liegen.
Klingt komisch, ist aber so, "Hellborn" macht über weite Teile richtig Spaß. Das ist nicht unmaßgeblich dem Brüllwürfel Dennis Hirschauer zuzuschreiben, der wie ein gesunder Ozzy klingt. Nun weiß bekanntlich kein Mensch, wie ein gesunder Ozzy klingen könnte, hier haben wir aber immerhin einen ersten Ansatzpunkt. Über die Männer an Bass und Schlagzeug kann man nicht besonders viel berichten, zu schnell donnern sie an einem vorbei. Wenn sie allerdings im wirklichen Leben so flink sind, gehören sie zu den Meistern ihrer Branche.
Songtitel und Texte sind archetypisch für solche Art von Musik, allerdings geht ein epischer Siebenminüter wie Sins And Promises dabei beinahe wie ein Klassiker der nie mehr erreichbaren bleiernen Flugdinosaurier ans Gemüt. Wäre nicht das überflüssige Gedudel in der Mitte, Shankle hätte sich ein Denkmal setzen können.
Lässt man ein, zwei kompositorische Sperrholzbrettchen außer Acht, sorgt unser Held nur einmal für einen echten Lacherfolg. Das finale The Voyage (im Untertitel Instrumental Shredfest.) "begeistert" gleich mit vier außer Kontrolle geratenen Saitenungeheuern... Herrje... Aber ansonsten kann jeder Hartwursthörer mit der DAVID SHANKLE GROUP leben.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 21.07.2007

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