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Against Reason

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Against Reason
Against Reason, Festival Music, 2011
Tim Birrell Guitars
Mark Colton Vocals, Percussion
Martin Meads Drums
Jim Murdoch Bass, Backing Vocals
Mike Varty Keyboards, Backing Vocals
Gast:
Sam Collins Background Vocals
Produziert von: Mike Varty Länge: 69 Min 45 Sek Medium: CD
1. Staring At The Sun5. Insane
2. Cardinal Sin6. Reason To Live
3. Intimate Strangers7. Conspiracy (MCF)
4. Against Reason8. Ghosts Of Yesterday

Heißt die Band nun AGAINST REASON oder CREDO? So fett, wie der Albumtitel auf dem Cover prangt, kann man leicht in die Irre geführt werden. Keine Ahnung, ob das so gewollt ist, aber es funktioniert.

Also, die Band heißt CREDO und ihre dritte Veröffentlichung seit Bestehen der Band Mitte der 70er-Jahre (!!!) haben sie "Against Reason" getauft. Das Debüt erschien 1994, gefolgt von dem Zweitwerk im Jahr 2005. Zur Veröffentlichung des dritten Streichs hat man dann die Veröffentlichungszeit noch mal halbiert. Was sich so lustig anhört, hat in Wirklichkeit eine ganze Menge mit Unannehmlichkeiten zu tun. Gesundheitlich und bandintern lief bei den Briten halt nicht alles so rund, wie man sich das Mitte der 70er-Jahre gewünscht hätte. Ich selber habe von den Herren bis zu "Against Reason" nichts gehört und dürfte damit wahrscheinlich nicht alleine sein. Musikalisch wirken CREDO wie ein Zwillingsbruder von MARILLION, was sich besonders im Keyboardsound und dem Gesang bemerkbar macht. Schon beim Opener werden unwillkürlich Erinnerungen an die Werke aus der Fish-Phase geweckt. Ab und an darf die Gitarre zwischen den schwebenden Keyboardsounds krachen, bilden Bass und Drums ein pumpendes Duo und wirken somit wesentlich frischer als ihre Genrekollegen. Eröffnet wird "Against Reason" mit zwei Longtracks, die nicht annähernd langweilig wirken, was auch für die beiden abschließenden langen Stücke gilt. Besonders hörenswert davon ist neben dem Opener Staring At The Sun auf alle Fälle Ghosts Of Yesterday. Die Keyboards wollen nicht so richtig zum gesamten Song passen und tun es dadurch gerade doch. Eingebettet zwischen den 2 + 2 Longtracks gibt es noch zwei 3-Minüter (darunter das instrumentale Titelstück) und zwei Songs, die sich mit 8 bzw. 9 Minuten die Ehre geben. Alles sehr klar und definiert abgemischt, Ausfälle sind meiner Meinung nach nicht zu verzeichnen.

Textlich geht es um sozial-kritische Themen wie moderne Kreuzzüge, den Umgang mit der Umwelt und unseren Mitmenschen - somit eigentlich Themen, die jeden interessieren dürften. Entgegen aufkommender Düsternis in den Texten, geht es musikalisch erstaunlich lebhaft zu Werke. Betroffen ist nicht gleich betroffen - man kann auch druckvoll betroffen sein. Oder eben wehklagend betroffen. Glücklicherweise haben sich CREDO eher für die erste Alternative entschieden.

Bleibt den Briten nur zu wünschen, dass sie diesmal mehr Aufmerksamkeit bekommen als in der Vergangenheit.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 07.07.2011

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