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| The War - Die Gesichter des Krieges, Polyband Medien, 2009 (2007) |
| Regie: Ken Burns |
Länge: ca. 12 Std 13 Min |
Medium: 4 DVD-Box |
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Reviews, die im Home of Rock erscheinen, haben zwei Dinge gemeinsam: der besprochene Gegenstand dient im weitesten Sinne der Unterhaltung und - 'It Rocks!'. Im positiven oder negativen Sinne hat uns das besprochene Medium nicht kalt gelassen, und wir verspüren einen starken Drang, unsere Umwelt darüber zu informieren - als Warnung oder als Anreiz. Daher kann es durchaus passieren, dass ein Gegenstand besprochen wird, der mit dem eigentlichen Thema - Rockmusik - nichts zu tun hat. Der Schreiber hofft allerdings, dass der verehrte Leser dennoch einen großen Nutzen aus der Rezension zieht und das Fällen einer Kaufentscheidung ja/nein vereinfacht, wenn nicht gar überhaupt erst angestoßen wird.
Das hier vorliegende 4-DVD Paket befasst sich mit dem zweiten Weltkrieg. Wie im Vorspann jedes der fürs Fernsehen produzierten und daher 45 Minuten langen Einzelteile gesagt wird, bestand der Krieg aus so vielen Einzelteilen und Handlungsschauplätzen, dass es unmöglich ist, diese alle zu benennen oder darüber einen Film zu machen. Daher konzentriert sich das Werk auf vier Städte in den USA - Mobile in Alabama, Luverne in Minnesota, Waterbury in Connecticut und Sacramento in California - und zeigt, welchen Einfluss das Geschehen auf die Einwohner dieser vier Städte hatte; sei es, weil sie als Soldaten direkt am Geschehen beteiligt waren, oder als Angehörige oder Rüstungsarbeiter indirekt beeinflusst waren.
Das Werk schildert die Zeit in den USA vor dem Krieg, den Kriegseintritt, die ersten Schlachten im Pazifik und die Anstrengungen zu Hause, die Rüstungsindustrie anzukurbeln, und dann eben das Geschehen auf den Kriegsschauplätzen im Pazifik, in Nordafrika und Europa, auf denen US-Truppen eingesetzt waren. Dabei wird umfangreiches Filmmaterial mit Aussagen der Beteiligten aus dieser Zeit kombiniert und so es entsteht ein Werk, das umfassend darstellt, wie der Krieg auf alle Bereiche des Lebens und auf jede Person, ob direkt beteiligt oder nicht, Einfluss nimmt.
Das ganze wird in einem nüchternen Ton (deutsche Stimme: Udo Wachtveitl, einer der Münchner Tatort-Kommissare) ohne jeglichen, sonst so typischen US-Hurra-Patriotismus erzählt. Auch etwaige 'Mein Panzer ist aber besser als deiner' oder ' Wir hatten 1.234 Kanonen im Einsatz'-Statistiken fehlen.
Die nüchterne, doch sehr bildhafte Darstellungen, das gute Bildmaterial, die vielen Kommentare der beteiligten Personen (oder an Hand von überlebenden Angehörigen aufgezeichnet in den Fällen, wo die Person im Krieg gefallen ist) machen diese DVD-Serie zu einer wirklich sehenswerten, informativen und umfangreichen Bereicherung für den, der sich für diese Dinge interessiert.
Und: es fehlt der bei deutschen Beiträgen zu diesem Thema oft enthaltene, ach so moralische und erhobene Zeigefinger: "Du, Achtung! Krieg bööööse!". Auch sind die Berichte dann, wenn sie das militärische Geschehen darstellen, wesentlich detaillierter als vergleichbare deutsche Sendungen, wobei ich hier besonders an Guido Knopps ZDF-Sendungen denke.
Besonders anrührend sind die Filme etwa dann, wenn z. B. ein ehemaliger Jagdflieger schildert, wie einzig der Briefkontakt zu seiner Freundin zu Hause es schaffte, ihn bei geistiger Gesundheit zu halten, oder wenn von den KZ-Befreiungen gesprochen wird und ein Bild von hunderten von Totenschädeln, mit einem einzelnen Ton eines Fagotts unterlegt, so lange gezeigt wird, bis auch dem letzten klar ist, wie furchtbar das ist, was hier passiert ist.
Die Mischung von Filmreportagen, Erzählungen von Überlebenden und der Kunstgriff, die Erlebnisse sowohl an der Front als auch zu Hause aufzuzeigen, ermöglichen dem Zuschauer eine emotionale Bindung an das Geschehen, die das Gesehene viel intensiver wirken lässt als der oben erwähnte Zeigefinger, und so eine wesentlich bessere Wirkung erzielen.
Man sieht sich das nicht mit großem Vergnügen an, taucht aber tief in die Zeit und auch die Denke der Menschen damals ein, was es ermöglicht, die Handlungen und Einstellungen der Menschen sehr gut zu verstehen (wenn auch manchmal kopfschüttelnd - etwa in dem Fall, wo japanisch-stämmige US-Soldaten ihr Bajonett aufpflanzen und unaufgefordert den Feind angreifen als sie hören, dass Präsident Franklin Roosevelt gestorben ist. Dem hatten sie bei Kriegsausbruch erst die Internierung - waren ja schließlich Japaner! - und dann die Erlaubnis, sich im Krieg zu beweisen, zu verdanken, wofür sie ihm tatsächlich wirklich dankbar waren!).
Das DVD-Paket kommt als 4-Disc-Bookpack inklusive eines ausführlichen 16-seitigen Booklets.
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