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Strange Cousins From The West

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Strange Cousins From The West
Strange Cousins From The West, Weathermaker Music, 2009
Tim Sult Guitar
Neil Fallon Vocals
Dan Maines Bass
Jean-Paul Gaster Drums
Länge: 48 Min 44 Sek Medium: CD
1. Motherless Child7. Witchdoctor
2. Struck Down8. Let A Poor Man Be
3. 50.000 Unstoppable Watts9. Freakonomics
4. Abraham Lincoln10. Algo Ha Cambiado
5. Minotaur11. Sleestack Lightning
6. The Amazing Kreskin

Die Stadien werden CLUTCH in ihrer Karriere nicht füllen, das steht fest. Neun CDs lang (plus dem formidablen Nebenprojekt THE BAKERTON GROUP) lavieren die intelligenten Provinzrocker nun schon am Massengeschmack vorbei und behalten dies natürlich auch auf "Strange Cousins From The West" bei. Stil-Schubladen sind längst zu eng für den Vierer, in unseren Breitengraden bezeichnet man CLUTCH allerdings immer noch gerne als Stoner Band, was in gewissem Sinne auch passt, wenn man sich dabei nicht zu krampfhaft an KYUSS festhält.
Die Fangemeinde ist treu und die Kritiker nicken pflichtschuldig jedes neue Album ab, aber diese Musik war, ist und bleibt für die Nische. Das ist gut, denn so wird niemals zu großer Erfolgsdruck auf CLUTCH und Konsorten lasten, die Herren können sich bis in alle Ewigkeit gemütlich die Bärte zwirbeln und neue Attacken überlegen.

Überlegen gehört augenscheinlich zu den Hauptbeschäftigungen der brüllend unglamourösen Kapelle, anders ist die stete künstlerische Entwicklung und das erwähnte gesangsfreie BAKERTON-Abenteuer nicht zu erklären. Diesmal führte die Entwicklung vordergründig einen Schritt zurück, "Strange Cousins From The West" verzichtet auf manche Feinheiten, die speziell das letzte Studioalbum "From Beale Street To Oblivion" verziert hatten. Diesmal klingt es eine deutliche Schippe staubiger, wohl auch mit mehr Input aus den Siebzigern (die gemeinten Bands sind klar, BLACK SABBATH, LED ZEPPELIN, ZZ TOP etc.).
Technisch haben Tim Sult (Guitar), Dan Maines (Bass) und speziell der überragende Schlagzeuger Jean-Paul Gaster überhaupt keine Probleme, mit jeder Band des Planeten mitzuhalten, doch aus irgendeinem Grund funktionieren auf "Strange Cousins From The West" die Kompositionen nicht so, dass sie auf Anhieb zünden. Vielleicht ist man schlicht noch unter dem Eindruck des magischen "El Rojo von Anfang dieses Jahres, vielleicht ist es reine Geschmackssache, vielleicht ist diesmal absichtlich kaum ein Song auszumachen, der spontanes Beine- und Kopfwackeln provoziert.

"Strange Cousins…" ist schwer zu fassen, kaum meint man einen Hook gefunden zu haben, entgleitet er einem schon wieder, erstaunliche Einzelleistungen wechseln sich mit dem üblichen Donnerwetter und, leider, verblüffend langweiligen Passagen ab, die grundsätzlich überhaupt nicht langweilig wären, wenn…, ja, was eigentlich? Komische Scheibe. "From Beale Street To Oblivion" war funkiger, hatte Keyboards an Bord und Neil Fallon hat variabler/gehetzter gesungen, vielleicht ist es das. Und dennoch, Songs wie Motherless Child, 50.000 Unstoppable Watts, Abraham Lincoln oder The Amazing Kreskin sind grandios, der Rest im Genre ganz weit vorn. Letztendlich also wenig zu kritisieren an der tollen Band CLUTCH mit ihrem bluesy Hard Rock und den spannenden Texten. Take it or leave it.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.08.2009

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