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Caamora

She

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Metal Mind Productions
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All Music Guide (englisch)

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She
She, Metal Mind Productions, 2008
Agnieszka Swita Vocals (Ayesha)
Clive Nolan Vocals (Leo)
Alan Reed Vocals (Holly)
Christina Booth Vocals (Ustane)
Mark Westwood & Martin Bowen Guitars
Richard West & Steve Williams Keyboards
John Jowitt Bass
Scott Higham Drums
Ewaryst Nowinowski Oboe
Tomasz Wojtowicz Horn
Tomasz Starzec Cello
Länge: ca. 150 Min Medium: DVD
Act I:Act II:
OvertureFire Dance (Scene 1)
The Storm / The Veil / Covenant Of Faith / Rescue (Scene 1)Cursed / Closer / Disbelief / Murder / The Eleventh Hour (Scene 2)
The Lost City / The Bonding / Ambush (Scene 2)Resting Place / The Hermit / The Sands Of Time (Scene 3)
Judgement / History (Scene 3)Embrace The Fire / The Night Before (Scene 4)
Confrontation / Vigil (Scene 4)The Fire Of Life (Scene 5)
Shadows (Scene 5)

Grundsätzlich bin ich für bombastische Musik zu haben. Ab und zu kann ich mir durchaus auch mal ein Musical reinziehen. Wenn dann noch beides zusammen kommt und mit Rock oder gar Metal zu tun hat, bin ich eigentlich schwer zu bremsen. Symphonic Metal oder Symphonic Rock kann mich sogar richtig begeistern. Also habe ich mal versucht, trotz der ganzen, nicht immer positiven, Rezensionen über die hierzu bereits erschienene CD "She" con CAAMORA wertfrei an die Geschichte ranzugehen.

Beginnen wir vorne: Produktion, Abmischung, Licht und Aufmachung der DVD sind einwandfrei und bedürfen keiner Diskussion. Fängt schon mal positiv an, hört aber mit dem ersten Song schon wieder auf. Ich bin auf eine Live-DVD eingestellt und bekomme als ersten Song einen präsentiert, der aber so was vom Band kommt, dass ich dachte, ich hätte mich mit der Titelwahl vertan. Die Auflösung folgt, sobald sich der Vorhang hebt. Okay, jetzt geht's ab - dachte ich. Aber schon der Bühnenaufbau wirft große Fragezeichen nach einer gelungenen Umsetzung auf. Die Band, bestehend aus Musikern von PALLAS, IQ, THRESHOLD, PENDRAGON, wurde im vorderen Drittel der Bühne rechts und links an den Rand gequetscht, der Drummer sitzt dabei wie üblich in einem Glaskasten, davor sitzen die beiden Gitarristen und der Bassist. Auf der anderen Seite stapeln sich drei klassische Musikanten vor den beiden Keyboardern. Dazwischen liegt ein ca. drei Meter breiter, mit rotem Teppich ausgekleideter Gang, der nach ca. 10 Metern vor einer um vier Stufen erhöhte Bühne endet. Im Hintergrund werden im Verlauf der Aufführung diverse Projektionen als Bühnenbilder an die Wand gebeamt. Vor der Band befindet sich ein weiterer ca. vier Meter breiter Bereich, auf welchem die Akteure versuchen werden, der Szene Leben einzuhauchen. Gespannt warte ich auf das, was folgt.

Das ist als erstes ein Clive Nolan (NEO, PENDRAGON, ARENA), der das Spektakel recht staksig beginnt und im weiteren Verlauf auch nicht wirklich lockerer wird. Alan Reed (PALLAS) und Christina Booth folgen nicht weniger hüftsteif. Einzig Agnieszka Swita kann theatralisch ein wenig glänzen. Die Band spielt taff und improvisationsfrei Stück für Stück ihre Parts, wirkt dabei hoch konzentriert und verleiht dadurch dem Ganzen auch nicht wirklich Lockerheit, zumal die Musik im Verlauf des Abends immer mehr an einen Plätscherpunkt kommt und irgendwann einfach nicht mehr mitreißt.
Mit einem besseren Bühnenaufbau, auf welchem sich die Akteure hätten richtig bewegen können, und vielleicht ein paar Künstlern, die zudem verstehen, das Gesungene theatralisch gut umzusetzen, hätte aus "She" wesentlich mehr werden können. So bleibt alles statisch und durch die wenigen technischen Umsetzungen langweilig. Wer's trotzdem mag, kann sich dieses Werk als DVD, Doppel-CD, limitiertes Vinyl oder als Doppel-CD + DVD-Package ins Regal stellen.

Ach so: Es geht übrigens um den gleichnamigen Roman vom berühmten Abenteuergeschichtenschreiber H. Rider Haggard, den jeder schon in der Grundschule gelesen hat. Oder etwa nicht???

Anmerkung Jogi: Ich bin entsetzt. Ich habe mir das Teil auch reingezogen. Ich gebe ja zu, dass ich dem typischen Weichspüler-Neo-Prog zugetan bin, manchmal je kitschiger, desto besser, aber es ist schon grauenhaft, was uns hier so klasse Musiker wie der dicke Nolan (der ist inzwischen wie ein Schlauchboot aufgegangen), der kleine Reed und der Rest bieten. Und der Melodic-Prog-Metaller Richard West hat wohl gar nicht gewusst, worauf er sich hier einlässt. Gut, dass allen Beteiligten nach den ersten vernichtenden Urteilen noch schnell eingefallen ist, dass es sich bei "She" einfach nicht um Progressive Rock handelt, obwohl genau mit diesem Begriff zunächst geworben wurde. Und das ging nach hinten los, nach dem die Prog-Gemeinde einen Aufschrei vollzogen hat, der einem Erbeben gleich kam. Bleibt die Frage zu klären, um was es sich denn nun wirklich handelt? Ich weiß es nicht und ich möchte es auch gar nicht mehr wissen. Ich empfehle, beim Anschauen einen großen Eimer neben sich bereit zu stellen!

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 01.07.2008

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