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CD-Review:
BaumstamMoment |
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Beginnen wir diese Besprechung mit einem Zitat des Universalgelehrten und Künstler Bushido: "Wenn man seine Seele verkauft, muss wenigstens der Preis stimmen." * BAUMSTAM gab es von 1972 bis '77, 1975 erschien eine Live-LP ("On Tour"), bis 2004 war Pause, die Comeback-CD "Dreams Of Yesterday" von 2005 ging an uns vorbei, jetzt also "Moment" als neues Werk. GURU GURU hatten vor Dekaden einen Titel namens Formentera (s. a. Blindflug mit Dieter Bornschlegel). Sunny Sky erinnert in seiner getrommelten Leichtigkeit und ob der partiellen Santana-Gitarre ein wenig daran. BAUMSTAM sind in der Tat vielseitig und offen für ungewöhnliche Versuche, es wäre schön, die Band ein wenig überregionaler als nur im heimischen Umfeld live sehen zu können. Mit "Moment" ist ein astreines Fundament für eine nette Club-Tour geschaffen. * Das gesamte Interview mit Bushido kann man im Wirtschaftsteil (!) der Süddeutschen Zeitung vom 25.01.2008 oder online lesen. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 27.01.2008
Im Laufe eines langen Rezensenten-Daseins flattert einem ja so allerlei auf den Tisch. Überraschendes und weniger überraschendes und manchmal auch sowas wie das hier. "Moment" heißt das Album und Moment mit einem dicken Ausrufezeichen dahinter fällt mir dazu als erstes ein. Moment! - Was bitteschön ist denn das? Hat die Schülerband aus dem Gymnasium hier gegenüber seine Übungsraumtapes auf CD pressen lassen dürfen, weil der Direktor den einen kennt, der einen kennt und es darum nur den halben Preis gekostet hat? Das kann nicht ernst gemeint sein, denk ich mir als nächstes. "On Tour", das BAUMSTAM Album der 70er glänzte schon nicht gerade durch Können und Einfallsreichtum, aber das hier schlägt alles. Ehrlich, wenn ich's nicht wüsste, dass hier ne alte Band zugange ist, wenn es mir die Fotos nicht auch noch beweisen würden, dass da außer Sohn Klawitter gestandene Herren zugange sind, ich würds einfach nicht glauben. Da hakt es schlichtweg an allem. Die Kompositionen sind ein Witz, wären auch vor 30 Jahren schon als altbacken durchgegangen. Der ganze Sound der Truppe hat Spinnweben meterdicker Art. Das Timing der Musiker zeigt, dass Musikmachen all die vergangenen Jahre wohl nicht ganz oben auf ihren Aktivitätslisten stand. Was allein Drummer Stracke hier zusammenholpert und stolpert geht auf keine Kuhhaut. Groove? Dynamik? Noch nicht im Repertoire der Band angekommen. Wer bitte braucht denn sowas? (Na gut, außer meinem Redaktionskollegen Fred). Ganz kurz und knapp - das ist völliger dilettantischer Mist. Unterstes Amateurniveau. Und da ich ja als Proggie berühmt und/oder berüchtigt bin, hab ich's ausprobiert und das Teil mal als Blind Date drei gestandenen Rockern vorgespielt: Lachanfälle, ungläubiges Staunen, "das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?" und noch weitere nicht druckreife Anmerkungen sind da gefallen. Oder ist das gar die totale Verarsche? Denn "Schöne Töne" nennt sich der Musikverlag und allein das muss doch im Zusammenhang mit der Scheibe schon als blanke Ironie gedacht sein, oder? Wenn ja, Hut ab, gut gemacht, da habt ihr mich erwischt und voll reingelegt. Denn wirklich ernst konntet ihr diese CD doch gar nicht gemeint haben. Mit Krautrock hat das hier aber überhaupt gar nix zu tun. Nur weil man aus Deutschland kommt und in den 70ern mal ne Platte gemacht hat, ist man noch keine Krautrockband. Und auch die Bezeichnung "Garage" bringe ich hier dann eher in Verbindung mit all dem Müll, der da so lagert seit Jahren, weil ein jeder von uns immer nur zu faul ist das Zeugs mal rauszuschaufeln. Jürgen Gallitz-Duckar, (Artikelliste), 26.01.2008
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