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Asaf Avidan & The Mojos

The Reckoning

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The Reckoning
The Reckoning, Sony, 2010
Asaf Avidan Vocals, Guitar
Hadas Kleinman Cello
Ran Nir Bass
Roi Peled Lead Guitar
Yoni "Joni Snow" Sheleg Drums
Länge: 56 Min 07 Sek Medium: CD
1.Maybe You Are Mine /td>9. Over You Blues
2. Hangwoman10. Empty Handed Saturday Blues
3. Her Lies11. A Ghost Before The Wall
4. Weak12. Growing Tall
5. Reckoning Song 13. Little More Time
6. Sweat & Tears14. Devil's Dance
7. Rubberband Girl 15. Of Scorpions & Bells
8. A Phoenix Is Born

Ob er das schon oft gefragt wurde, oder es so oft zu hören bekam, dass es mittlerweile unerträglich ist? Aber man kommt einfach nicht daran vorbei: Asaf klingt auf weiten Strecken wie Janis Joplin - besonders in den elektrischen Bluesstücken wie Hangwoman oder ganz besonders in Her Lies, diesem sehr offen aufgebauten, vom Bass vorangetriebenen Track, auf dem die Band traumhaft sicher miteinander musikalisch kommuniziert und Asaf weiten Raum für ihre Vokalkunststücke läßt.
Er schreit, er gurrt, er flüstert, ist ein einem Augenblick laut und wütend, im nächsten leise und zurückhaltend. Und wenn dann noch Roi die John-Cipollina Leadgitarre in Growing Tall auspackt, ist jeder Liebhaber guter Musik hin und weg. Und wie zur Krönung setzt Asaf am Ende des Tracks noch einen 'Jodler' solo drauf.

Aber es geht auch weniger expressiv, in den akkustischen Tracks wie Weak, dem auf klassichen Gitarrenlinien aufgebauten Reckoning Song, dem leicht angejazzten Sweat & Tears oder dem Chain-Gang Song A Phoenix Is Born oder A Ghost Before The Wall, wo sie wieder extrem, gespenstisch nahe an Janis dran ist.

Aber egal ob akkustik Blues oder elektrischer Blues - eine tolle Stimme und Performance. Wer jetzt aber glaubt, dass die Band da nur im Hintergrund so rummacht, hat sich geirrt. Die spielen da genauso kompetent auf wie seinerzeit Big Brother (als sie es dann gelernt hatten), und die CD lohnt nicht nur wegen Asafs Vokalakrobatik.

Aber eben auch - und das ist ja die erste CD dieser Band aus dem Süden der US..... von wegen! Die kommen allesamt aus Israel, dem Geburtsland des Blues (müßte man nach dieser CD meinen). Die CD ist 2008 schon erschienen, eine Tour liegt auch schon hinter der Band, die sie auch zu uns brachte - allerdings ohne dass das ein größeres Medienecho erbracht hat - merkwürdig!
Und wer nicht schon nach dem ersten Track Maybe You Are Mine von seiner Stimme verzaubert ist, und von der Sicherheit, mit der er musiziert - tja nun, der wird zu DSDS Folge 1 bis 327 ohne Wasser und Brot verurteilt (da würde er übrigens wohl kaum Erfolg haben - die Stimme würde bei Bohlen wohl das Prädikat 'altmodisch' erhalten). Wen interessiert's - denn dann kommt Hangwoman, und Janis und Band spielen sich durch eine Blues dass es nur so groovt. Hat man auch in Israel - den Groove.

Ach ja, dann war da noch der Start-Stop Blues der expressiven Extraklasse Her Lies, und sogar noch Sweat & Tears, ein Ska-Punk Song; und auch der wird mit Bravour gemeistert (kein Wunder - bei der Stimme - die kann das eben!). A Ghost Before The Wall ist eher ein Ausflug in Pop Gefilde, und Growing Tall ein Texas Blues a la Elkie Brooks zu Zeiten von Vinegar Joe (um weit in die 70ies zurück zu tauchen)- mit scharfem Guitarsolo. Das muss reichen - und tut mehr als das.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 31.03.2010


 
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