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| World On Fire, Copro Productions/Casket Music, 2007 |
| Phil Easthope |
Bass & Backing Vocals |
| Simon Cooper |
Drums & Percussion |
| Peter Easthope |
Vocals & Guitars |
| Produziert von: Mark Stuart |
Länge: 41 Min 10 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Mask | 6. Weapons For Self-Expression |
| 2. Loaded Too Late | 7. Revolution |
| 3. Dying At Your Door | 8. Knowledge |
| 4. Hush-A-Bye | 9. Superstitious Woman |
| 5. Victim #13 | 10. World On Fire |
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"Vorwiegend über Musik", Kunstpause, "Rrrrockmusik" (mit gefährlich gerolltem Rrrr), war meine Antwort auf die Frage, über was ich denn so schreiben würde.
Ich mag diese Antwort, weil sie unsägliche Smalltalks in aller Regel umgehend beendet und reichlich doof guckende exjugendliche Spießer in schicken Anzügen hinterlässt, deren letzte Begegnung mit Rock & Roll vor 25 Jahren bei einem Konzert von AC/DC stattfand. Ich kann doch nichts dafür, dass diese Schnösel ihr Erlebnis bis heute wie eine Mutprobe vor sich hertragen und keine Ahnung von nichts, außer dem Benzinverbrauch ihrer Familienkutsche haben. Dass diese Typen sich kurz vor Weihnachten wahllos eine Best Of von Michael Jackson, GENESIS oder Robbie Williams vom Wühltisch greifen und ansonsten Antenne Schwachsinn hören, ist auch nicht meine Schuld. Und jetzt kommt das Beste an der Sache: Genau für solche Leute machen wir seit 7 Jahren das Home of Rock nicht!
Fremder, landest du also auf dieser Seite, überdenke deine grundsätzliche Einstellung zu lauten Gitarren, langen Haaren und den wirklich tollen Dingen des Lebens - wir könnten ansonsten gegensätzlicher Meinung sein. Speziell wenn es um eine Band wie ANGEL HOUSE geht, die im Hier und Jetzt eines Schlipsträgers nichts zu suchen hat, aber im Bewusstsein junger, älterer und alter Hardrocker ab sofort verankert sein sollte.
ANGEL HOUSE ist eine Band aus Birmingham in England, die es seit 2004 gibt und die im letzten Jahr ihre erste CD veröffentlicht hat. Von der Insel zu uns dauert es manchmal etwas länger, deswegen läutete der königliche Postbote erst jetzt mit dem feinen Stück bei uns an, aber die Verzögerung ist angesichts der Musik vollkommen unerheblich. "World On Fire" ist nämlich klassischer Hard Rock, wie man ihn aus Birmingham, Großbritannien und der ganzen Welt seit Jahrzehnten kennt und liebt.
Noch ein Wort zu Birmingham. Zur Europäischen Kulturhauptstadt 2008 hat es die frühere Industrieruine nicht geschafft, aber dafür so unchristliche Bands wie JUDAS PRIEST und BLACK SABBATH und missratene Söhne wie Phil Lynott, Steve Winwood oder Robert Plant hervorgebracht. Auch MAGNUM kommen von dort und als Produzent von ANGEL HOUSE fungiert ein gewisser Mark Stuart, der für die früheren Prog-Rocker irgendwann mal als Toningenieur tätig war. Der hat hier einen guten Job gemacht, aber das ist auch schon der berühmteste Name in der Vita des noch relativ frischen Trios.
Trios haben es im Hard Rock nie ganz leicht gehabt, außer man macht so "ausgefeilte" Kunst wie MOTÖRHEAD oder man kommt aus Kanada und heißt TRIUMPH bzw. RUSH. Mit denen haben ANGEL HOUSE wenig zu tun, eher erinnert "World On Fire" an die semilegendären BUDGIE - und natürlich an die üblichen Verdächtigen von der Insel, allen voran UFO.
ANGEL HOUSE sind also alles andere als Modernisten, sie schaffen es jedoch durchgehend nicht nach zu spät gekommenem Plagiat zu klingen, auch wenn direkt im ersten Song ein Refrain kommt, der die Worte "shoot shoot, shoot it for me" beinhaltet. Das ist geschickt gemacht, erkennt auf diese Art sogar der ungeübte Hörer den Hintergrund der Jungs. Gerne wird auch kräftig im 4/4 geshuffelt oder mit tricky Breaks gespielt, die auf relativ simple Art und Weise Kompetenz vermitteln. ANGEL HOUSE sind aber keine Blender, sie beherrschen ihr Zeug, trotzdem ist ein Trio fraglos limitiert, was mittels ausgeschlafenem Songwriting auf dieser CD überhaupt nicht auffällt. "World On Fire" ist live jederzeit reproduzierbar.
Ab und an wird es etwas mainstreamiger, Kitsch wird allerdings vermieden und ein kleines gemeines Gitarrensolo ist immer zu finden (Weapons For Self-Expression, Hush-A-Bye). Sogar die ansonsten schnell nervende Double-Bass in Victim #13 ist mit Sinn und Verstand eingesetzt und gibt der im mittleren Tempo dampfenden Nummer zusätzlich Schub. Nach 2:17 Minuten startet ein Solo, dessen Erfinder aus Deutschland kommt und der seit vielen Jahren nach einem Nachfolger seiner eigenen Meisterwerke sucht. Armer Michael…
In den späten 70ern gab es im U.K. eine Band namens LONE STAR. Da war der spätere URIAH HEEP Sänger John Sloman dabei und auch Paul Chapman von UFO, den wir in diesen Tagen zur allgemeinen Überraschung bei den Southern Rockern GATOR COUNTRY wieder treffen. Aus irgendeinem Grund geistern einem LONE STAR im Verlauf von "World On Fire" immer wieder durchs Gedächtnis. Möglicherweise liegt es an den eingängigen und dennoch powervollen Melodien, genau kann man es nicht definieren.
"World On Fire" ist seriöse Musik ohne Firlefanz und Aufdringlichkeiten. Leider allerdings wohl auch ohne Aussicht auf größeren kommerziellen Erfolg. Hard Rock dieser Sorte ist heutzutage ein Fall für den Underground, außer die Herren schaffen es auf eine Tour mit einer namhaften Band. THUNDER oder vergleichbare Classic Rocker würden sich anbieten. Der Dank vieler Menschen in Jeans und T-Shirts mit aufgedrucktem Band-Logo wäre gewiss.
ANGEL HOUSE sind out-of-time, aber ein todsicherer Tipp von uns für die Kundschaft, die mehr als nur Smalltalk über Musik draufhat.
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