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Alun Piggins

At War With The Elephants

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At War With The Elephants
At War With The Elephants, Moldy Floor Records, 2008
Alun Piggins Vocals, Guitars, Bass, Percussion, Harmonica, Banjo, Bodhran, Mandolin, Heys
Jay Santiago Drums, Percussions, Heys
Eric Bridenbaker, Stephen Stanley Backing Vocals, Heys
Mike Pond Bass
Roger Marin Pedal Steel
Produziert von: Alun Piggins Länge: 40 Min 06 Sek Medium: CD
1. Watching You Glow7. Under A Neon Moon
2. Beckoning Door8. Empty House
3. Not Happening9. Return
4. Somewhere On Highway 210. Drunk In America
5. The Ballad Of Fleeting Wisdom11. Hazards Still On
6. I Survived You

Auf einen Singer/Songwriter kann nicht mehr wirklich viel aufmerksam machen, da müssen schon Schlagzeilen wie "At War With The Elephants" her, sonst wird er vom Ryan-Adams-Sog ins dunkelschwarze Loch des Vergessens gefegt. Der Godfather des lärmenden Zeigefingers, Neil Young, spricht in jüngeren Interviews auch lieber von Resignation und alten Autos, als von der Rettung der Welt. Also zieht Alun Piggins mit einem genialen Albumtitel und einem ebenso grandiosen CD-Cover in den Krieg mit den Elefanten.
Ja doch, die wundervollen Dickhäuter sind selbstverständlich nur eine Metapher. Natürlich will niemand mit klarem Verstand einen Elefanten töten, Alun Piggins schon gar nicht, aber mit den eigentlichen elefantösen Feinden könnte man abrechnen. Bumm, weg. Macht der freundliche Herr Piggins aber auch nicht, also bleibt eine gewisse Divergenz zwischen lautmalerischem Anspruch und Wirklichkeit, die es zu klären gilt.

20 Jahre ist Alun Piggins schon als Indie-Künstler unterwegs. Als Tagelöhner in den kleinen Clubs, mit Bands oder solo, oder als Produzent, so richtig berühmt ist er dabei nicht geworden. "At War With The Elephants" ist sein drittes Soloalbum und sollte eigentlich bei den verantwortlichen Labelchefs Aufmerksamkeit erregen, weil: So frischen Songwriter'n'Roll gab es länger nicht mehr. Der Kanadier hat beizeiten eine kleine Kapelle, er hat den Punch und er hat den Willen zum Lied. Bevorzugt den Willen zum rockenden Lied, was ihn im Reigen der quengelnden Jammerlappen schon mal zum willkommenen Außenseiter macht. Und so groovt sich diese CD schön und manchmal schrabbelnd ins Ohr.
Schrägen Schrabbel gibt es tatsächlich satt, wenn sich im dritten Song Not Happening die schiefen Töne gegenseitig anquietschen. Aber das ist nicht die Regel, ansonsten ist gepflegter Roots Rock am Start, beim eröffnenden Watching You Glow sogar mit einer Prise Pub-Power. Die geschickten Gesangsarrangements in Somewhere On Highway 2 verblüffen und erinnern natürlich an historische Vorbilder wie die TRAVELING WILBURYS. Der Kollege Petty guckt sowieso öfter mal ums Eck.
Ein wenig Folk gibt es auch, Piggins zupft ein dezentes Banjo zum Gitarrenfeedback, spielt Bodhran oder Mandoline, so bleibt die Scheibe abwechslungsreich und erschöpft sich nicht in Stereotypen. Er selbst bezeichnet sich als Anti-Folk/Rock Troubadour, was ihm einen weiteren Aufmerksamkeitspunkt bringen sollte. Allerdings ist ein bitterer Lovesong wie Empty House alles andere als anti, sondern nur traurig. Hoffentlich ist die Frau inzwischen zurückgekehrt.
Return schreit geradezu nach CRAZY HORSE, Piggins spielt aber bis auf die Drums alles selbst, und Drunk In America ist ein beinahe poppig rockender Ohrwurm. Klingt schön nach den Siebzigern und Leuten wie Greg Kihn.

"At War With The Elephants" ist eines der gelungensten Songwriter-Alben seit längerer Zeit, auch wenn der Titel irreführend ist. Kriege führt der Mann keine, dafür hat er ein stimmiges Gesamtwerk geschaffen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 05.07.2008

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