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Wired For Mono

A Calling From Another Station; Radio Interrupt

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A Calling From Another Station; Radio Interrupt
A Calling From Another Station; Radio Interrupt, Feedback Boogie Records, 2005
Lennart Claesson Drums & Percussion
Arvid Engstöm Lead Guitar, Acoustic & Slide Guitar, Vocals
Lars Jonsson Bass, Guitar, Vocals, Percussion, Mellotron
Jonatan Danneman Piano, Wurlitzer, Hammond Organ, Reed Organ, Percussion
Henrik Lillsjö Lead Vocals, Electric & Acoustic Guitars
Produziert von: Wired For Mono Länge: 40 Min 02 Sek Medium: CD
1. No Straight Story7. Calling Down A Hard Rain
2. Into The Next World8. To Nowhere And Back
3. Out Of Our Key9. Leaving
4. Cloud10. Radio Interrupt
5. Riding Into A Blonde Black Hole11. Carmen's Dream
6. All Set Up

Hach ja, schon wieder hab ich einen Haufen Schweden an der Backe. WIRED FOR MONO kamen mir vor paar Jahren mit einer lausig produzierten aber tendenziell interessanten Maxi mal unter, waren aber längst wieder vergessen. Jetzt also das erste richtige Album und prompt liest man einmal mehr den Namen Duke of Honk auf dem Cover. Dieser Henrik (Honk) Widén hat wohl neben seinen DIAMOND DOGS kein anderes Hobby, als andauernd in irgendwelchen finsteren Studios herumzuhängen. Das W.F.M.-Album mit dem schönen Titel "A Calling From Another Station; Radio Interrupt" hat er abgemischt - und möglicherweise vor einem Gau gerettet. Man weiß es nicht. Die Band selbst hat produziert und wenn man sich an der damaligen EP orientiert, hat keiner des Fünfers ein wirkliches Ohr für Wohlklang. Dauernd klappert die Garagentür...

Los geht's mit drei heftigen Nummern, die zwar nicht nach skandinavischen Schweinerock klingen, aber ihre Roots eindeutig irgendwo in den Sixties bei Rabauken wie den PRETTY THINGS oder STONES haben. So richtig im Ohr bleibt davon leider nichts hängen. Da blitzt zwischendurch ein geiles Gitarrensolo auf, die Orgel quietscht herrlich, der Drummer wirbelt wie wild, dennoch stellt sich nach diesen zehn Minuten eine gewisse Leere ein. Ganz eindeutig: Da fehlt der Killersong.
Besser wird's mit Cloud. Das ist eine gelungene Mischung aus BEATLES und DOORS. Erstmalig kann der Gesang überzeugen und fesseln. Was er beim folgenden Riding Into A Blonde Black Hole nicht kann. Sänger Henrik Lillsjö mag zwar reichlich abgefahrene Texte schreiben und auch ansonsten eine etwas schräge Gedankenwelt sein Eigen nennen, für Tiefgang ist seine Stimme nicht geschaffen. Dafür kann er schön lässig-rotzig akzentuieren und in den passenden Momenten auch Eindruck schinden. Leider ist der Spaß meistens bereits nach 3 Minuten vorbei und sofort ist wieder dieses Leeregefühl da. Menschmeier, die ganze CD rauscht an einem vorbei wie nix. Man könnte beinahe sagen, dass sie durch einen hindurch rauscht.

Hie und da wird es psychedelisch, auch gerne mal leicht folkig, schraddelig sowieso, Britpop da und dort, aber fast immer fehlt der alles entscheidende Hook. Das ist das Problem von WIRED FOR MONO. Wo Lillsjö "Take a swing..." singt, swingt nichts, wo Diabolik a la frühe BLACK SABBATH angesagt wäre, fühlt man sich nur an maximal FRANZ FERDINAND erinnert. Ja ja, die sind auch böse... Und gar nicht mal so verdammenswert.
Damit kein falscher Eindruck entsteht, diese CD mit dem uferlosen Namen ist beileibe nicht schlecht, langweilig oder öde. Es mangelt wirklich nur an den zwei, drei Songs, an denen man sich festhalten kann und die als Pfeiler für den durchgehend anhörbaren Rest dienen, damit man sich an den auch wieder erinnern kann. Das wird bei der nächsten CD sicher kommen, die Jungs sind noch verdammt jung und können ihren Rock & Roll im Grunde schon richtig gut. Nur das letzte Fitzelchen fehlt noch.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 28.05.2006

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