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| Live - In The Shadow Of The Blues, SPV/Steamhammer, 2006 |
| David Coverdale |
Vocals |
| Doug Aldrich |
Guitars |
| Reb Beach |
Guitars |
| Uriah Duffy |
Bass |
| Timothy Drury |
Keyboards |
| Tommy Aldridge |
Drums |
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Länge: 131 Min 41 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: | |
| 1. Bad Boys | 8. Snake Dance |
| 2. Slide It In | 9. Crying In The Rain |
| 3. Slow An' Easy | 10. Ain't No Love In The Heart Of The City |
| 4. Love Ain't No Stranger | 11. Fool For Your Loving |
| 5. Judgement Day | 12. Here I Go Again |
| 6. Is This Love | 13. Still Of The Night |
| 7. Blues For Mylene | |
| CD 2: | |
| 1. Burn - Stormbringer - Burn | 7. Take Me With You |
| 2. Give Me All Your Love Tonight | New Studio Recordings: |
| 3. Walking In The Shadow Of The Blues | 8. Ready To Rock |
| 4. The Deeper The Love | 9. If You Want Me (I'll Come Running) |
| 5. Ready An' Willing | 10. All I Want Is You |
| 6. Don't Break My Heart Again | 11. Dog |
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Eine neue WHITESNAKE Live-CD ist hartes Brot für den Schreiber. Eigentlich hat man nur drei Möglichkeiten: 1. man outet sich als Ewigvorgestriger und verdammt alles und jeden nach Moody & Marsden, 2. man outet sich als ewiggestriger Vokuhila und steht auf "1987", oder 3. man fragt sich generell, was den sowas im Jahr 2006 überhaupt noch soll. 1 plus 2 ergibt 3, 3 minus 2 ergibt 1, 3 ist eine Primzahl. Was nicht teilbar ist, hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen - teile und gebe!
Gibt uns denn WHITESNAKE anno 2006 wirklich noch etwas?
Nach dem Veröffentlichungstheater um die nicht verdammenswerte DVD "Live - In The Still Of The Night" kommt nun schon wieder ein Livemitschnitt daher. Die Unterschiede der Setlisten sind eher marginal, die Wirkung allerdings teilweise brachial. Und zwar negativ (öfter) wie positiv (manchmal). David Coverdale salbadert von der "besten Besetzung aller Zeiten", und das weist auf heftigen Gedächtnisschwund hin. Was in den zwei, drei diese CD eröffnenden Nummern noch als kerniger Hardrock empfunden wird, entpuppt sich im Verlauf zeitweise als hirnloses Gebolze, was vor allem dem Double-Bass-Totschläger Tommy Aldridge anzurechnen ist. Der tritt wirklich alles zunichte.
Coverdale selbst zeigt Schwächen, die auf der DVD nicht zutage traten. Man könnte also beinahe an der Authentizität des letzten Releases zweifeln. Egal, auch ein gealterter Coverdale ist noch ein herausragender Shouter. Warum der Band allerdings nach Judgement Day, also nach etwa 20 Minuten, die Luft ausgeht, bleibt ein Rätsel. Öde Gitarrensoli, dröge Versionen alter Hits (die im Fall Ain't No Love... schon im Ursprung nicht wirklich die Hölle waren), bei Here I Go Again scheint das Publikum wie unter Hypnose den Refrain zu singen, obwohl die Nummer eigentlich gerade von den beiden bemitleidenswerten Gitarristen wirklich respektabel gerockt wird.
Ja, Doug Aldrich und Reb Beach. Was soll man sagen? Die beiden können das schon. Ein bisschen. Himmel, kann denn ein WHITESNAKE-Fan der allerersten Stunde (das war 1977 oder '78) wirklich mit diesen vereinfachten Heavy-Tönen klarkommen?
Treten WHITESNAKE allerdings als DEEP PURPLE Coverband auf, gelingt das ganz anständig. Einem Steve Morse dürfte es zwar nur ein Schmunzeln abringen, aber Burn/Stormbringer tun den Originalen keinen bleibenden Schaden an. Wirklich störend ist alleine das andauernde Getöse von Aldridge an seinen Basstrommeln. Und kein Roadie erbarmt sich und baut ihm eine kurzerhand ab.
Trotz der statischen Gitarrensounds kommt Walking In The Shadow Of The Blues verblüffend heavy und druckvoll, sogar Keyboarder Timothy Drury beeindruckt mit einer "erwachsenen" Orgel und Aldrich und Beach satteln einen feisten Boogie drauf. Wir sind längst auf der zweiten CD dieses bei unterschiedlichen Konzerten aufgenommenen Doppelpacks angekommen und bis auf den Langweiler The Deeper The Love zeigt die leicht altersblinde Schlange noch mal ihre Zähnchen. Bei Ready An' Willing geht das in die Hose und der Biss in den eigenen Schwanz - von wegen beste Besetzung aller Zeiten, bei Don't Break My Heart Again wird dem Blues reichlich unelegant aber mit Gewalt der Hals gewürgt und Take Me With You krankt an den hudligen Gitarren, was auch sonst.
Man kann jeden verstehen, der sich WHITESNAKE heutzutage on stage nicht mehr antun will. Man kann aber auch verstehen, wenn Fans diese Schlangenhaut durchaus gerne an die Wand hängen. Alles eine Frage des Blickwinkels. Um die Eingangsfrage zu beantworten: Angst, Schrecken und verschärfte Partystimmung verbreitet so ein Reptilchen nicht mehr. Für ein paar anerkennende Kopfwackler reicht es zwischen den ratlosen Kopfschüttlern schon noch.
Der tatsächlich wichtige Teil kommt am Schluss: 4 neue Nummern! Ja, im nächsten Jahr soll doch tatsächlich eine neue Studio-CD erscheinen. Wenn die vier Songs ein repräsentativer Querschnitt sind, kann man sich freuen, wundern und ärgern. All I Want Is You ist ganz dreister Balladen-Eigendiebstahl und will blond-dauergewellten Friseurinnen ans Handtäschchen (zu schlimmeren Schandtaten reicht es nicht mehr), If You Want Me bleibt trotz verheißungsvollem Auftakt belangloser Hart-Rock, doch Dog und speziell Ready To Rock geben mordsmäßig Gas und verblüffen mit beinahe zeitgemäßen Tönen. Die Gitarreneffekte mögen zwar seltsam sein und Coverdale vielleicht etwas zu sehr affektiert und künstlich, aber Ready To Rock hat das Zeug zu einem bleibenden Highlight. Es entwickelt sich sogar ein strammer Twin-Guitar-Abmarschboogie. Fünf, sechs solcher Granaten auf dem kommenden Album und alles wird gut. Andernfalls sind WHITESNAKE bald ein Fall für den Kammerjäger.
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