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| Live At Yorckschlösschen Berlin, Töne, 2007 |
| Waldi Weiz |
Guitar, Vocals |
| Udo Weidemueller |
Guitar |
| Simon Pauli |
Bass |
| Andre Jolig |
Keyboards |
| Michael Joch |
Drums |
| Anke Schenker |
Vocals |
| Produziert von: Manne Pokrandt |
Länge: 68 Min 28 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Chicken | 6. Ain't No Sunshine |
| 2. Telephone Blues | 7. Going Down Slow |
| 3. Sittin' On The Dock Of The Bay | 8. Wie Waldi |
| 4. Boom Boom | 9. Sexmachine |
| 5. The Thrill Is Gone | 10. Everything Must Change |
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"Der Blues ist immer da, wo er sein muss und gerade gebraucht wird", schreibt Olaf Daehmlow, Chef des Yorkschlösschens in Berlin, treffend im CD-Booklet.
Das Yorkschlösschen ist seit über 100 Jahren eine Institution in Kreuzberg und seit beinahe 20 Jahren wird dort regelmäßig Livemusik angeboten, die Schwerpunkte im Programm bestehen aus Rhythm & Blues, Blues, Jazz, Soul usw. Gäste aus aller Welt gaben sich hier bereits die Ehre und für jeden namhaften Berliner Musiker ist es quasi ein 'Must' hier einmal gespielt zu haben. So gab sich am 13. Dezember des vergangenen Jahres auch der Gitarrenvirtuose Waldi Weiz wieder einmal die Ehre. Manne Pokrandt, bekannt durch ENGERLING und - natürlich - Mitch Ryder, saß am Aufnahmemischpult.
Der Thüringer Waldemar Weiz ist, seitdem er in seiner Kindheit einen Bluessong im Radio hörte, untrennbar mit dieser Musik verbunden. Er entwickelte sich mit den Jahren zu einem Könner auf den sechs Saiten, doch hatte er es, ihr ahnt es sicher, mit den DDR-Behörden schwer. Solche Musiker waren einfach unerwünscht. Ein Auftrittsverbot folgte und Weiz wechselte seinen Wohnsitz nach Erfurt, wo er mit seiner damaligen Ehefrau Angelika Weiz die Band ERGO gründete, die bis 1985 existierte. In den Wendejahren wirkte der mittlerweile Wahl-Berliner bei ENGERLING mit, bevor er sich mit seiner eigenen Band selbstständig machte. Heute arbeitet er außerdem als Grafiker und ist ein gefragter Studiomusiker. So ist er z.B. bei den letzten beiden Mitch Ryder-Veröffentlichungen "A Dark Caucasian Blue" und "The Acquittet Idiot" an der Gitarre zu hören.
"Live At Yorkschlösschen" gewährt uns nun einen tiefen Einblick in das Live-Repertoire dieses Musiker-Urgesteins. Mein Urteil gleich vorweg: Diese CD überzeugt mich vollends und ohne jegliche Abstriche! Hier wird über 68 Minuten lang erstklassiger, virtuos interpretierter Blues präsentiert, dabei leicht gewürzt mit einer Portion Soul und Funk.
Schon der Beginn fesselt mit Chicken, einem Klassiker der auch von Van Morrison immer wieder gerne zum Showbeginn präsentiert wird. Nur trumpfen hier eben keine fetten Bläsersätze auf, nein, unnötig, die Band nimmt einfach den Groove auf und improvisiert, ein geniales Gitarrensolo von Udo Weidemüller, einem langjährigen Weggefährten von Weiz, wechselt mit Bass- und Keyboardeinlagen. Eine traumhafte Version.
John Mayalls Telephone Blues erinnert mich hier ein wenig an eine Performance von Eric Clapton, allerdings zu dessen Bestzeiten. Wie war das noch mit dem Ain't Nobody White...? Hier ist wieder einmal mehr der Beweis zu hören, wie sehr Ray Charles doch irrte. Selbst Sittin' On The Dock Of The Bay, in einer ureigenen Waldi Weiz-Version, überzeugt durch die Spannungswechsel und dem angenehmen Gesang, der übrigens während des gesamten Konzertes sehr zurückhaltend vorgetragen wird. Wieder und wieder diese beeindruckenden Instrumentalparts. Man kann sich kaum satt hören. Genauso gefühlvoll geht es weiter. Nach dem tiefschwarzen Boom Boom folgt ein Glanzstück dem nächsten, musikalisch Song für Song sehr kompakt, ruhig, sympathisch, nie aufdringlich oder gar protzig. Die echten Gitarrenfreaks werden ihre reine Freude daran haben.
Den Abschluss macht das etwas sentimentale, ja, auch diese Färbung gehört eben zum Blues-Feeling, Everything Must Change mit der Gastsängerin Anke Schenker.
Noch etwas zum Sound. Manne Pokrandt ist es bei seiner Aufnahme und Produktion perfekt gelungen, die dichte Clubatmosphäre einzufangen, was heutzutage ja nicht mehr bei allen Live-Mitschnitten, die die sogenannten Megaacts immer wieder gerne an ihre Kunden bringen wollen, so richtig gelingen will. 'Handmade Music', und dann noch als Zuhörer live vor den heimischen Lautsrecherboxen dabei, so soll es sein. Ein großes Kompliment!
Ich wünsche Waldi Weiz und seinen Mitstreitern, dass dieser authentische Mitschnitt zuletzt nicht nur von ein paar Spezialisten gekauft und gehört wird. Das wäre echt schade, denn diese 'CD für Genießer' verdient einfach eine weite Verbreitung und ist für mich bereits jetzt ein Highlight in diesem Jahr.
Waldi Weiz: "Ich bin kein Schwarzer geworden, doch ich hatte das Glück, von den in Berlin arbeitenden schwarzen Musikern eine Art Bruderschaft im Geist und Gefühl angeboten bekommen zu haben, was mich sehr ehrt." Herr Weiz, man kann es hören!
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