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Out Of The Blues

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Out Of The Blues
Out Of The Blues, Blue Hoop Records, 2002
Michael Vdelli Guitars, Vocals
Matt Whitton Bass, Vocals
Ric Whittle Drums
Länge: 67 Min 01 Sek Medium: CD
1. Noel Burnt The Kitchen Down8. Boogie A
2. Skitzoid9. Could Be Good
3. Just Kissed My Baby10. Manhole
4. Newtown11. Ain't Bringing Me Down
5. Fire And Rain12. Two By Two (Live)
6. Man In The Mirror13. Voodoo Chile (Live)
7. Addicted To Everything

Australien ist groß. Und alle paar Jahre kommt ein australischer Rocker und lässt einen wie ein Känguru durch die Zimmer hüpfen. Letztes Jahr war es Rob Tognoni, dieses Jahr ist es Michael Vdelli, vor vielen Jahren war es Kevin Borich. Die beiden großen Hard Rock Bands aus Down Under erwähne ich mal gar nicht.
Bei fast allen bluesbeeinflussten Rockern aus Australien kreuzen sich die Wege irgendwann mit dem Übervater Walter Trout. Im Fall von VDELLI ist es Drummer Ric Whittle, der vor einigen Jahren in Trouts Tourband spielte und Michael selbst, der auf der Hole-CD "Under The Spell" an der Rhythmusgitarre zu hören ist. In Michael Vdellis Trio wird allerdings wesentlicher kräftiger auf die Pauke gehauen.

5 Jahre gibt es die Band in dieser Besetzung und die drei spielen seither den australischen Blues-Circuit und kommen im Mai zum zweiten Mal nach Europa, um auch hier die Clubs zu rocken. Wer meine Empfehlungen der letzten Monate mochte (Steve Schuffert, MEZZ, Tognoni etc.), der ist mit VDELLI bestens bedient und sollte einfach zu einem Konzert gehen, sich ein Bier trinken und anschließend die CD am Merchandisestand kaufen.
VDELLI machen natürlich keine neue Musik. Ganz im Gegenteil, es ist, mehr oder weniger, traditioneller Bluesrock im Trioformat. Der Unterschied zu den Hundertschaften anderer Bluesbands ist, dass sich VDELLI nicht auf das Nachspielen althergebrachter Bluesschemata und tausendfach erprobter Standardnummern beschränken, sondern in ihren Songs - natürlich neben den typischen Bluesmerkmalen - ganze Säcke eigener Ideen einbringen. Beispiele sind der pumpende, hart rockende Funk-Blues Could Be Good, oder das abgründige Manhole.
Die beiden abschließenden Live-Tracks Two By Two und Voodoo Chile (scheint inzwischen einfach zum Selbstverständnis eines jeden Gitarristen zu gehören), sind die obligatorischen Gitarren-Zauberstücke, ohne besonderes eigenes Gesicht. Wie auch... Aber vorher gibt es 11 tolle, abwechslungsreiche Nummern, die jeden Rocker, Gitarrenfreak und Bluesfreund begeistern werden. Sogar Fire And Rain, im Original von Oberlangweiler James Taylor, überzeugt voll und ganz und groovt sich schön ein. Hilfreich ist die packende, kräftige Stimme von Michael Vdelli. Der Mann kann richtig gut singen. Und bei Bedarf auch shouten.

Favoriten auf "Out Of The Blues" sind natürlich die Abgehnummern. Skitzoid geht ansatzlos von "normalem" Bluesrock in gnadenlosen Boogie über, Newtown hat - trotz Blues - einen gewissen DEEP PURPLE-Punch, Boogie A ist ein Shuffle und Ain't Bringing Me Down ballert glashart, wie es ansonsten nur Tognoni kann. Ein Übersong mit Slide-Einlagen und Killerriffs.
Feine Platte!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 29.04.2002

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