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Van Morrison

Pay The Devil

(Special Edition)
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Pay The Devil (Special Edition)
Pay The Devil (Special Edition), Exile/Polydor, 2006
Van Morrison Vocals, Acoustic Guitar
Bob Loveday Violin
Geraint Watkins Piano
Paul Godden Steel Guitar, Weissenborn Guitar
Mick Green Guitar
Johnny Scott Guitar, Background Vocals
Paul Riley Electric Bass
Ian Jennings Double Bass
Bobby Irwin Drums
Fiachra Trench String Arrangement, Background Vocals
Gavin Wright String Section Leader
Crawford Bell, Olwin Bell, Karen Hamill, Aine Whelan, Leon McCrum Background Vocals
Produziert von: Van Morrison Länge: 46 Min 20 Sek (CD) Medium: CD & DVD
CD:
1. There Stands The Glass8. Back Street Affair
2. Half As Much9. Pay The Devil
3. Things Have Gone To Pieces10. What Am I Living For?
4. Big Blue Diamonds11. This Has Got To Stop
5. Playhouse12. Once A Day
6. Your Cheatin' Heart13. More And More
7. My Bucket's Got A Hole In It14. Till I Gain Control Again
DVD "Live At The Ryman", Nashville, 07.03.06:
1. Playhouse4. This Has Got To Stop
2. Till I Gain Control Again5. There Stands The Glass
3. Big Blue Diamonds

Bescheuert. Da freut man sich auf die neue Van Morrison-CD, kauft diese im März um dann im Juni feststellen zu müssen, dass sie incl. Bonus-DVD wieder auf den Markt geworfen wird.
Natürlich haben die Macher gegenüber der Erstveröffentlichung ein wenig gespart. Auf dem neueren Package fehlt nämlich Don't You Make Me High, das zwingt den treuen Fan natürlich beide Versionen zu besitzen.
Von wegen, nicht mit uns und schon gar nicht (mehr) mit mir!
Ich finde diese Veröffentlichungspraxis, die immer mehr Anwendung findet, mehr als fragwürdig. Meinen die 'Macher' der Musikindustrie wirklich, auf diese dreiste Weise ihren lahmenden Umsatz ankurbeln zu können? Die Fans sind doch nicht blöde und die wenigsten haben einen Dukatenesel im Keller! Soviel zur Frustbewältigung, weiter geht es mit Musik.

Seit "Days Like This" (1995) änderte sich die Musik von Van Morrison nur noch in Nuancen, R&B, Soul, Jazz und Balladen bescherte er uns seither in seiner bis dato ungebrochener Veröffentlichungswut, dabei einzig und allein angetrieben durch seine eigenen musikalischen Vorlieben; Moden, Kritiken und Fan-Meinungen lassen ihn einfach unberührt. Die mystischen Ausschweifungen von "Astral Weeks" oder "Moondance" gehören schon lange der Vergangenheit an, denn "irgendwann um die Dreißig fiel mir auf, dass die Wünsche eines Knaben andere sind als die eines Mannes und mich verließ ein gewisser Ehrgeiz", so der Ire in einem seiner seltenen Interviews. "Why must I always explain? - Hört doch einfach meiner Musik zu" - sprach der Dickkopf und schwieg.

Nach dem wunderbar fließenden "Magic Time" aus dem Vorjahr, überraschte uns der 'Belfast Cowboy' nun mit einem Countryalbum. Nichts wirklich Neues, denn schon im Jahre 2000 bediente er sich gemeinsam mit Linda Gail Lewis auf dem Album "You Win Again" dieses Metiers. Auch "Pay The Devil" ehrt die ewigen Klassiker des Country, picken wir als Beispiele nur There Stands The Glass von Webb Pierce oder die beiden Hank Williams-Klassiker You're Cheatin' Heart und Half As Much heraus. Doch Morrison geht mal wieder seinen eigenen Weg und vermischt gekonnt Country- mit Blues-Elementen. Besonders deutlich wird dies bei den drei Eigenkompositionen des Meisters: Playhouse, Pay The Devil und This Has Got To Stop. Würde man hier die Arrangements ein wenig umstricken, so passten sie ohne weiteres auf "Down The Road", ein Album aus dem Jahre 2002, welches zum größten Teil vom R&B lebt.
Doch was bringt dem Hörer nun 'Van meets Country'? Begeisterten mich seine neuesten Vorlieben bei dem Konzert in der Kraftzentrale Duisburg nur bedingt, so mag ich "Pay The Devil" nun doch. Ich bin zwar kein ausgesprochener Country-Fan, doch es sind mal wieder die ureigenen Songinterpretationen des Iren, die mich letztendlich überzeugten.
Eine CD die also unbedingt in die Sammlung gehört? Der potentielle Käufer sollte sich einfach zwei Fragen selber stellen: 1. Mag ich Van Morrison? 2. Mag ich Country? Wenn eine dieser Fragen mit 'ja' beantwortet werden kann, heißt es zugreifen, denn diese kurze Reise im 'Nashville-Style' wird sicher nicht von langer Dauer sein. Schon bald wird Morrison seinen Stetson-Hut wieder an den Nagel hängen und weiter rastlos seinen Weg gehen. Ich werde ihn weiter verfolgen!

Ach ja, noch ein paar Worte zur Bonus-DVD, denn der Fan ist ja schon froh, wenn Morrison überhaupt mal seine Einwilligung zu Filmaufnahmen gibt. Die auf dieser Scheibe enthaltenen fünf Takes stammen allesamt vom "Pay The Devil"-Album und wurden im März live in Nashville aufgezeichnet. Eine Enttäuschung! Der Film ist in schwarz/weiß gehalten und dem Zuschauer werden fortwährend merkwürdige Schnitte und Einstellungen präsentiert. Mal blinkt da eine Gitarrensaite auf, mal hier ein Instrument oder aber der Akteur wird von der Seite gefilmt. Nur in seltenen Augenblicken wird wirkliche Atmosphäre vermittelt. Eine einfache, ursprüngliche Konzertaufnahme, ja, das wäre es gewesen, aber auf diese Art - eine Niete!

Rainer Peschen, (Artikelliste), 29.07.2006

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