|
|
| Bird Of Prey - The Best Of & Gypsy - Live At Camden Place, London 1985, Castle Music, 2006 |
| "Gypsy - Live At Camden Place": |
|
| Pete Goalby |
Lead Vocals |
| Mick Box |
Guitar, Vocals |
| John Sinclair |
Keyboards, Vocals |
| Trevor Bolder |
Bass, Vocals |
| Lee Kerslake |
Drums |
| Produziert von: Gerry Bron (CD) & Phillip Goodhand-Tait (DVD) |
Länge: 68 Min 05 Sek (CD) & ca. 60 Min (DVD) |
Medium: CD & DVD |
|
 |  |
| "Bird Of Prey - The Best Of": | |
| 1. Gypsy | 8. The Wizard |
| 2. Bird Of Prey | 9. Sweet Lorraine |
| 3. Lady In Black | 10. Stealin' |
| 4. Salisbury | 11. Suicidal Man |
| 5. July Morning | 12. Return To Fantasy |
| 6. Look At Yourself | 13. Misty Eyes |
| 7. Easy Livin' | |
| "Gypsy - Live At Camden Place": | |
| 1. Sell Your Soul | 7. The Wizard |
| 2. Stealin' | 8. Bad Blood |
| 3. The Other Side Of Midnight | 9. Gypsy |
| 4. Too Scared To Run | 10. Easy Livin' |
| 5. Rockarama | 11. That's The Way It Is |
| 6. Angel | 12. Look At Yourself |
 |
Hmmm, ignorieren oder freuen? Lachen oder wegschmeißen? Ein weiteres Kapitel Resteverwertung aus dem Hause URIAH HEEP steht an und wir einigen uns mal auf ein Grinsegesicht und einen Kauftipp für unerschrockene Hardcorefans oder Neueinsteiger - so es die heutzutage noch geben sollte.
Castle Music, die Archivare bei Sanctuary Records, haben zwei alte Klamotten ausgegraben und verticken sie jetzt zum x-ten Male, allerdings als platz- und geldsparenden Doppelpack in Form von CD plus DVD. So weit so gut, das ist man bei diesen Bands gewohnt. Dass es sich bei der CD um die erste "Best Of Uriah Heep" aus dem Jahr 1976 handelt, macht die Sache beinahe schon charmant. Das Teilchen wurde inzwischen zigfach neu veröffentlicht, zuletzt wohl 1996. Im CD-Zeitalter kamen ein paar Songs dazu, der "neueste" hat aber auch schon 30 Jährchen auf dem Buckel. Kennt man, liebt man, braucht keiner mehr drüber reden. Die "Rarität" der CD ist die Singleversion von Salisbury - also Salisbury auf 3 Minuten gekürzt. Toll.
Wenn überhaupt, kann man mit der DVD Spaß haben. Ein Londoner Konzert aus dem Jahr 1985, als VHS-Video ebenfalls bereits mehrfach veröffentlicht (u.a. als "Live In London", 1990).
Die Mitte der Achtziger war kein Zuckerschlecken für URIAH HEEP und andere Seventies-Dinos. Die Bauchlandung nach den Millionenverkäufen der Jahre vorher war schmerzhaft und speziell bei HEEP hatte längst ein Personalkarussell Fahrt aufgenommen, das seinesgleichen sucht.
Die LPs "Abominog" (1982), "Head First" (1983) und "Equator" (1985) verkauften sich schlecht, die Konzerthallen wurden kleiner und kleiner, die Songs immer krampfhafter, Classic Rock war noch nicht erfunden, also mussten sich diese Kapellen irgendwo zwischen Nibelungentreue alter Fans, Häme der Medien und Ignoranz über Wasser halten. Mick Box hat das über all die Jahre immer irgendwie geschafft, blieb trotz einiger Ausrutscher ein respektabler Mann und man verzeiht ihm sogar die ulkige Streifenhose bei diesem Konzertmitschnitt.
Zweieinhalb Jahre, von Mai 1983 bis November '85, hatte diese Besetzung Bestand. Zu Box und Kerslake kamen der zurückgekehrte Trevor Bolder, der Sänger Pete Goalby (war kurz zuvor in einer späten Inkarnation von TRAPEZE zu hören) und der letzte Keyboarder der inzwischen verblichenen HEAVY METAL KIDS, John Sinclair.
Trotz Vokuhila und "grandiosen" Klamotten zog sich die Band im Grunde achtbar aus der Affäre. Die drei Nummern vom jüngst veröffentlichten "Equator"-Album gaben eben nicht mehr her - Producer Tony Platt machte aus HEEP eine Art DEF LEPPARD für Erwachsene. Sieht man dann noch von einigen völlig geschmacksverirrten Keyboard- und Gitarrensounds ab (ja, selbst Mighty-Mick klang 1985 nach 1985) und vergleicht das relativ dünne Stimmchen Goalbys nicht mit den besseren seiner Vorgänger und dem bis heute gültigen Nachfolger Bernie Shaw (Kurzeitsänger Stef Fontaine zählt nicht, den hat in Europa vermutlich niemals irgendjemand gehört), ist der einstündige Gig so übel nicht. Stealin', Gypsy, Easy Livin', Look At Yourself etc. sind nunmal Meilensteine der Musikgeschichte und nicht kaputtzukriegen.
So bleibt ein Stückchen audiovisuelle HEEP-History, bei der man ein nicht besonders beliebtes Kapitel dieser Band gut zwanzig Jahre später nochmals begutachten kann. Mit ein wenig Humor geht das ganz gut.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|