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Tom Robinson Band:Power In The Darkness |
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"We want rebel music, street music. Music that breaks down people's fear of one another. Crisis music. Now music. Music that knows who the real enemy is." Nach vielen Jahren habe ich eine Platte wieder in die Hände bekommen, die wohl die meisten Rockhörer kennen, aber längst vergessen haben. Die erste Platte der Tom Robinson Band. Ende 1977 war eine Nummer in den Charts, die richtig Spaß machte. "2-4-6-8 Motorway". Der junge Thomas Gottschalk spielte sie oft in seiner Sendung Pop nach 8 (wohlgemerkt Bayrischer Rundfunk). Ein paar Monate später (nach der Single, nicht nach der Lopez) kam dann das erste Album der Tom Robinson Band auf den Markt. Power In The Darkness. Um gleich mal mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen. Die TRB hatte mit Punk genauso viel bzw. wenig zu tun wie Dutzende andere Bands aus dieser Zeit. Blondie, Greg Kihn Band, Dr. Feelgood, Ducks Deluxe, Ian Dury und all die anderen, die von ihren Companies als Punk verkauft wurden. Die Musik war weitgehend einfach und schnörkellos gehalten. Im weitesten Sinne kann man es als britischen Pub Rock bezeichnen. Immer wenn die Band versucht, ambitionierte Klänge in den Songs unterzubringen, wird's etwas eigenartig. Kommt aber nicht oft vor Sofort mit dem Opener der Scheibe, "Up Against The Wall", wird klar um was es geht. Power-Pop mit einem "Stand up & fight"-Text. In der Band des Amerikaners Greg Kihn spielte zur gleichen Zeit ein Gitarrist namens Dave Carpender. Verblüffend, wie ähnlich Danny Kustow bei der TRB oft klingt. Nach einem eher unsinnigen Song folgt mit "Ain't Gonna Take It" wieder ein flotter Rocker. Nette Orgel gibt's dazu. "The Winter Of 79" würde ich allen Fleischmützen in ohrenbetäubender Lautstärke als Gehirnwäsche verpassen. Bis sie kotzen. Ein Song über neue und alte und überhaupt Faschos. Könnte man an den Drecksäcken aus Suhl ausprobieren, die grade vorgestern wieder einen Ausländer krankenhausreif getreten haben. "The Man You Never Saw", "You Better Decide..." und "You Gotta Survive" haben auch eine Message, gehen aber musikalisch an mir vorbei. Agit-Power-Pop. Im zweiten Fall mit Ska-Einfluss. Nicht weiter erwähnenswert. Dann kommt mit "Power In The Darkness" der wohl musikalisch ambitionierteste Song. Santana-Keyboards und Vocals. Und eine durchaus Santana-fähige Message. Geiler Song. "Freedom from Big Brother's interrogation - Freedom to live your own life...". Die Originalausgabe der Platte bestand aus einer Doppel-LP. LP 2 enthielt 7 weitere Lieder. Seite 3 live. Und zwar mit verblüffend gutem Sound. Verblüffend, weil...siehe Thin Lizzy's 'Live & Dangerous' an anderer Stelle im Home of Rock. Auf der Live-Seite bemerkenswert sind "Martin" und natürlich "(Sing If You're) Glad To Be Gay". Ersteres eine Geschichte über Martin (wie der Name vielleicht sagt). Muss man selber hören und übersetzen... Auf Seite 4 dann endlich "2-4-6-8 Motorway". Einfach ein Mega-Pop-Song. Zum rumspringen, schreien und Spaß haben. Passt einfach nahtlos in die Reihe von "Black Betty", "God Save The Queen", "We Will Rock You", "Hit Me With You're Rhythm Stick" und "I Don't Like Mondays". "I Shall Be Released" ist nichts weiter als ein Glaubensbekenntnis (Danke für den Ausdruck, Herr W.S. aus M.). Allerdings mit schönem Gitarrensolo. Ich habe Tom Robinson nach dieser, ersten, LP aus den Augen verloren. Weiß aber, dass er bis heute aktiv ist. Nicht nur als Musiker, auch als Schauspieler und nach wie vor politisch. Die zweite LP der TRB wurde von Todd Rundgren produziert und hat mir auch jetzt, nach mehr als 20 Jahren, nicht gefallen. Durchschnittliche Musik ohne Höhepunkte. "All of us - you, me, rock'n'rollers, punks, longhairs, dope smokers, squatters, students, unmarried mothers, prisoners, gays, the jobless, immigrants, gipsies - to stand aside is to take sides" Fred Schmidtlein (Impressum, Artikelliste), 12.03.2001 |
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