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Tom Faulkner:Raise The Roof |
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Vor eineinhalb Wochen ist Tom Faulkners zweite CD bei mir eingetroffen, gerade mal zehn Tage nach ihrem Erscheinen, direkt von Toms Serrano Records. Im März dieses Jahres ist mir Tom Faulkners Erstling Lost in the Land of Texico (meine CD des Monats März) in die Finger geraten, also gerade mal vor fünf Monaten, für die Fans, die Tom Faulkners Musik bei dessen Erscheinen kennengelernt haben, hat es fünf Jahre gedauert. Wieviele Eintagsfliegen in diesen Jahren gepuscht und wieder verschwunden sind - keine Ahnung. Und es wäre letztendlich auch unwichtig, würden nicht durch diese die Medien beherrscht. Wenn dann Musiker wie Tom Faulkner Jahre vergehen lassen, bis sie mit dem Ergebnis ihrer Kreativität und Arbeit zufrieden sind, fehlt der Maßstab. Elf Songs und keiner gleicht dem anderen, alle vollgepackt mit Feinheiten. Selbst ein eigentlich simpler Blues wie Blues Across America wird Dank der Gaststimmen von Dr. John und James Govan, den Tempiwechseln und kurzen aber sauguten Einschüben einer Juice Harp richtig abwechslungsreich. Mein Lieblingsanfang mit einer fast hypnotischen Akustik findet sich auf First Man. Alligator Stew lassen so ihren Mad Dog Saloon beginnen, allerdings einen Gang schneller. Und die Ähnlichkeit endet recht schnell, spätestens dann, wenn Adrian Cabellos Accordion die Führung übernimmt. Das Intro-Riff zieht sich durch den Song, kommt im Wishbone Ash-Gewand mit einem wunderschönen Klang zurück. Dem Booklet folgend sind dies die Auftritte Jamey Perrenots, ein mir unbekannter Name, mit einem goldenen Händchen für exzellente Gitarrenarbeit, wunderschön, durch den Klang spektakulär, leider viel zu kurz und zu wenig. Daran kann ich mich nie satthören. Stichwort Adrian Cabello: Sein Anteil als Mitarrangeur ist durchgehend zu hören und sein Accordion wird mich
bald zum Liebhaber dieses Instruments machen. Vorausgesetzt, es ist auf diese Art und Weise präsent, wie auf
"Raise the Roof".
Too much TV spricht mir aus der Seele und ist ein Song, der richtig Spaß macht. Tom persifliert im Dialog mit den Background-Stimmen so manche Soap. Das Rezept, um schlechte Laune zu vertreiben, heisst eindeutig Vaya con Dios - der Refrain vertreibt jede Wolke (ausser denen, die dieser Tage für Landunter sorgen) - und bietet einen langen, instrumentalen, bis in die kleinste Einzelheit ausgefeilten, Mittelteil, bevor eine letzte Wiederholung des Refrains die CD beendet. Adrian hat noch einmal einen großen Anteil, das Accordion ist das Hauptbegleitinstrument. Ich habe diese Zeilen geschrieben während die CD gelaufen ist und die herausgegriffenen Songs haben sich
einfach aufgedrängt. Ich könnte genauso gut jeden anderen nehmen, es würde an meinem Urteil
über diese CD nichts ändern: Einfach gut.
Würde Tom Faulkner nach der Anzahl der Noten bezahlt, die er singt und die vielen Instrumente spielen, er
hätte wohl ausgesorgt. Eine "schöne" Aufgabe für Musikstudenten wäre es, die einzelnen
Partituren niederzuschreiben, ich fürchte, dass das so manche vor große Schwierigkeiten stellen würde.
Insgesamt ist "Raise the Roof" auf dem selben Niveau wie "Lost in the Land of Texico". Mancher mag sich fragen, warum nach so vielen Jahren kaum ein Unterschied in der Musik zu hören ist. Nun, da ich nicht Tom Faulkner bin, kann ich diese Frage nicht mit Sicherheit beantworten. Aber ich denke, es ist genau die Art Musik, die ihn erfüllt, geschrieben und gespielt werden will, eine Mischung der musikalischen Einflüsse aus Texas, Louisiana und Mexico. Bei mir trifft seine überaus harmonische und ausgefeilte Musik ohne Frage genau ins Schwarze, und so ist "Raise the Roof" meine CD des Monats August, würdiger Nachfolger von Mary Gauthiers "Filth & Fire" und Mark Selbys Dirt im Juli. Zu haben sind beide CDs zum Zeitpunkt da ich dies schreibe, über Tom Faulkners Homepage zu guten Preisen. Ihr findet dort auch viele weitere Informationen über die Songs, die Musiker, die Entstehung und noch viel mehr. Und zu allen Songs beider CDs Mp3s zum Anhören. Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 15.08.2002 |
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