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Tim Brooks &
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Als ich das erste Mal von dieser Scheibe las, lag diese in der Schublade "Bluesrock", und ich dachte, "na ja, vielleicht ist sie ja was". Einige Tage später sah ich sie dann bei einem guten Freund liegen und fütterte damit sofort den CD-Spieler, neugierig, was da wohl kommen würde. Beim fünften Takt machte es "ooops" und mir war klar, "das könnte was für mich sein". Inzwischen habe ich "See Rock City" einige Dutzend Mal gehört und die CD hat mich überzeugt. Sicherlich kein Jahrhundertwerk, aber ein Kleinod, das seinen Wert etwas versteckt. Es gibt einiges zu entdecken, wenn das Ohr die Stücke kennen lernt. Vier Takte das Schlagzeug alleine (ein verschleppter 8/8-Takt?), zwei Takte die Akustik-Slide, dann übernimmt die E-Slide (gleichstimmig mit der Akustik) und weitere zwei Takte vervollständigen den ersten Teil. Dann acht Takte zusammen und die Einleitung ist fertig. Bis dahin: Eine Minute und 9 Sekunden sind vergangen, bis der Gesang einsetzt. Die Stimme ist dem Blues äquivalent, etwas rauh und dunkel. Passt. Die Strophe findet in einer Tonart statt, die beiden Gitarren spielen - teils unisono, teils gegeneinander - zwischen den Zeilen (jedem Gitarrespieler bekannt G-E-D-E oder D-A-G-A). Der Refrain bring A-G-E, nicht neu und originell, aber immer wieder passend. Die Melodien gehen gleich ins Ohr, verleiten zum Mitsummen und die fünf Minuten Pull You Under sind schnell vorbei. Der Reiz dieses Liedes sind die beiden Gitarren, die es manchmal schwer machen, zu unterscheiden, "welche ist es denn gerade". Das Solo ist unspektakulär und läßt die Nummer ausklingen. Yours Ain't No Bigger ist schnellerer R&B. Es geht übringes um "Trouble" !!!!, nicht was mancher bei dem Titel denken könnte. Wieder höre ich eine saubere E-Slide, für das erste Solo darf die Orgel ran, beim zweiten die Slide. Passt. Die Begleitung ist ansonsten recht dezent, kein anderes Instrument tritt hervor. Nun kommen wir in die ARS-Abteilung, was am gemeinsamen Spiel E-Piano und Gitarre liegt, etwas was Atlanta Rhythm Section gerne macht. Auch die Gitarre im Refrain ist ausgesprochen ARS-like. Der Rhythmus ist etwas schneller als So Into You oder Alien. Der Beginn des Slide-Solos klingt fast wie ein Synthesizer, ist auf den tiefen Saiten, erst ab der D ist es klar. Die ganze Gitarrenarbeit atmet ARS, was auch an den Septen liegt. Die Slide eröffnet Primitive, die E-Gitarren-Begleitung ist ziemlich rotzig, der Rhythmus etwas schneller als Pull You under mit vielen Breaks und abwechslungreich. Primitive mag es aufs erste Hören scheinen, ziemlich ausgefeilt später mit einer - wie auf dem ganzen Album - sehr guten Slide-Gitarre. Die Ballade Blind Willie McTell wird von der 12-Saitigen eröffnet, Tim singt etwas weicher und tremoliert die Zeilenenden, die Orgel kommt hinzu, nach der 2. Strophe auch das E-Piano mit begleitenden Melodien, die in das erste Solo münden. Mit dem Start des Slide-Solos gehen alle ins Pianissimo, bis dann die Slide mehr aufdreht und alle gemeinsam steigern. Gleiches Muster im dritten Teil: leiser Beginn (Gesang) und Steigerung. Der mittelschnelle Blues Stubborn As A Mule erinnert wieder an ARS, ist nicht das beste Stück. Etwas schneller geht es mit Down Along The Cove weiter, das mit drei Harmonien auskommt - Blues-Standard. Langsamer wird es wieder mit Low Down Feeling, Rhythm and Blues pur. Zwei Gitarren spielen miteinander / gegeneinander die Kennmelodie, schwer auseinander zu halten. Der Refrain könnte dann aus den '60ern stammen, aus Detroit. Ein paar vertrackte Breaks gibt es im Gitarrensolo - diesmal nicht Slide, dafü (sparsam) mit WahWah. Ein zweistimmiges Riff endet in der Sept, typisch Blues. Foot of Pride präsentiert sich in ganz anderem Gewand, mittelschnell. Eine saubere Gitarrenbegleitung,
kurze, klare Leadphrasen, und eine stark verzerrte Gitarre im Melodie-Solo. Wie der Beginn so das Ende: Die Slide-Akustik leitet mit Amazing Grace ein, bis dann auf der Quart die Band mit
voller Power einsetzt. Quasi ein Finale. Das Lied wird uns dann in A-G-E angeboten, eine Akkordfolge, die jeder von uns
schon 100te Male gehört hat. Es kommt halt darauf an, wie.
Die Melodie des letzten Stückes Gollard Blues klingt sehr bekannt mit Akustik, Harmonika. Dann glaube ich, ich höre Leo Kottke und I Saw The Light wird zitiert. "Überflüßig!!!" höre ich aus dem Äther schallen, "witzig" ist meine Antwort. "See Rock City" ist kein spektakuläres Album, dass jeden vom Hocker reisst. ARS-Fans sind sicherlich schnell
dabei, Blues-Puristen wohl weniger. Tim Brooks und Band haben sich beim Arrangieren vieles einfallen lassen, um eben
kein Standard-Blues-Rock-Album abzuliefern. Da stimmt jeder Ton, keiner ist zu viel, keiner zu wenig. Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 28.02.2001 |
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