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| Crooked Timber, DR2/Intergroove, 2009 |
| Andy Cairns |
Vocals, Guitar |
| Michael McKeegan |
Bass |
| Neil Cooper |
Drums |
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Länge: 49 Min 22 Sek |
Medium: CD |
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| 1. The Head That Tried To Strangle Itself | 6. I Told You I Was Ill |
| 2. Enjoy The Struggle | 7. Somnambulist |
| 3. Clowns Galore | 8. Blacken The Page |
| 4. Exiles | 9. Magic Mountain |
| 5. Crooked Timber | 10. Bad Excuse For Daylight |
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Denke ich an THERAPY?, dann fällt mir dieses Cover mit dem Typen ein, der mit seinem Kopf in der Mülltonne steckt. Das ist soweit alles, was ich mit dem Trio aus Nordirland verbinde und war auch das einzige Album, das ich jemals von denen gehört habe. Danach und davor? Keine Ahnung, was die die ganze Zeit getrieben haben. Klar: Platten aufgenommen und Konzerte gespielt, Drummer ausgetauscht und bei untergehenden Labels unterschrieben. Ja, klar, das hat man so am Rande immer mal mitbekommen.
An ihren großen Erfolg aus dem Jahr 1994 mit dem o. g. Album "Troublegum" konnten sie nie wieder andocken und sind somit nach diesem Hype auf der großen weiten Welt mit Ausnahme ihres Heimatlandes ein Indie-Tip geblieben bzw. wieder geworden. Und wenn ich mir das aktuelle Machwerk "Crooked Timber" anhöre, weiß ich auch warum? Von Eingängigkeit ist man weit entfernt und somit scheinen die Herren um Bandkopf Andy Cairns die Charts auch nicht wirklich im Blick zu haben. Aber was will man auch von einem Album erwarten, das wörtlich übersetzt "Krummer Balken" heißt? Damit kann man als normalsterblicher Handwerker auch nichts anfangen. Das ist was für Künstler, für Menschen, die mehr als nur geradeaus sehen. Dieser neue Output ist genauso verwirrend wie ein krummer Balken im Dachstuhl. Das Ohr wird ganz schön strapaziert, denn vom ersten bis zum letzten Song geht es wirklich niemals um Mainstream oder um Eingängigkeit. Sicherlich wird hier und da auch mal etwas schonenderes Liedgut vermittelt, aber das ist wirklich die Ausnahme. Exiles ist so ein Teil. Das klingt ein bisschen nach TEARS FOR FEARS als Punks. Ansonsten verbreiten die drei Herren einen ungeheuren Lärm, der von einer sehr druckvoll produzierten CD stammt. Ein metallisch scheppernder Bass, eine meist angezerrte Stimme, die Gitarre runtergestimmt, das Schlagzeug poltert durch den Hintergrund und es scheint als hätte Neil Cooper an den Drums von einem durchgehenden Viervierteltakt genauso wenig was gehört, wie mein acht Jahre alter Sohn vom deutschen Reinheitsgebot.
Aber dann plötzlich tut sich in den Klangkaskaden ein wahrer Moment der Stille auf. Ein Gebirge von einem Song, der sich in unwiderstehliche 10 Minutenhöhen schraubt um rein musikalisch das Ohr für kurze Zeit zu umschmeicheln. Magic Mountain sticht aus dem Album heraus wie ein Förderturm in der Lüneburger Heide. So ein Song hätte auch von den wesentlich erfolgreicheren Kollegen U2 stammen können. Es fehlt zwar ein bisschen an Abwechslung, aber interessant gemacht ist es trotzdem.
Mit einer schlechten Entschuldigung für das Tageslicht (Bad Excuse For Daylight) verabschieden sich die drei Herren dann nach knapp 50 Minuten wieder und zeigen dem Mainstream den hocherhobenen Mittelfinger.
THERAPY? bestehen seit 20 Jahren, haben mit "Crooked Timber" ihr 12. Album nach einer zweijährigen Pause auf die Fangemeinde losgelassen. Diese wird's wahrscheinlich mit Freudentränen in den Augen aufsaugen, ob man sich großartig neue Freunde macht, kann ich nicht beurteilen.
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