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| Pick It Up, Pig Boy, Ill Wind Records, 2006 |
| The rat in the orange t-shirt |
Lead Guitar |
| The rat in the leather jacket |
Lead Vocals, Bass |
| The rat in the cap |
Guitar |
| The rat in the red jacket |
just the drummer |
| Produziert von: George Bowland & The Stuff |
Länge: 33 Min 26 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Pretty Please | 7. Pl-Pl-Please |
| 2. Your Libido | 8. We Don't Care |
| 3. Say hello To Mary | 9. Look At Her Go |
| 4. Out Of Touch | 10. Knock Knock |
| 5. Here Comes The Judge | 11. You Feel So Real (It's Surreal) |
| 6. Say Goodbye | 12. Bad Day At Blood Beach |
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Rattus rattus, die Hausratte, kam seinerzeit durch die Römer nach Europa. Zwei Charakteristika der gemeinen Hausratte sind ihre Anpassungsfähigkeit an widrige Lebensumstände und ihre extreme Vermehrungswilligkeit. Obwohl in unseren Breiten die Wanderratte (rattus norvegicus) häufiger anzutreffen ist, hat die Hausratte den schlechteren Ruf. Sie lebt gerne im HAUS. Wer will sie dort? Von einigen verwirrten Tierfreunden einmal abgesehen, hat die Hausratte einen durchaus umstrittenen Leumund als Mitbewohner.
In Schweden hat die schleichende Machtübernahme durch Ratten offensichtlich bereits ein beängstigendes Maß erreicht, dort machen die Viecher jetzt Musik.
Uns Schreibkräften wird oftmals Unkenntnis und verbale Inkontinenz vorgeworfen, doch diesmal zieht dieses Argument nicht: "Pick It Up, Pig Boy" ist definitiv die beste von Ratten gemachte Platte aller Zeiten!
Wir beobachten diesen Trend zum Nagetier bereits längere Zeit kritisch, können uns auch einigem Ekel nicht erwehren - die 4 Schädlinge in Turnschuhen sehen nicht besonders vertrauenerweckend aus - und werden gegebenenfalls den Kammerjäger (auch: Exterminator, Desinfektor) zu Rate (RATE, nicht Ratte) ziehen. Momentan erscheint uns diese finale Maßnahme noch nicht notwendig, die kleinen Allesfresser lenken bis dato ihre Energie in menschenwürdige Bahnen. Sollte die Situation allerdings in Form eines zweiten Albums eskalieren, müssen geeignete Gegenstrategien entwickelt werden. In der Bekämpfung der Vogelgrippe (Influenza A/H5N1) erfahrene Bundes- und Länderminister sowie Bundesgrenzschutz und die Schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr und Franz Beckenbauer stehen auf Abruf parat.
Weg von den unappetitlichen Themen, hin zur Musik. Das Plattenlabel Ill Wind Records (herrje, das ist ja auch schon wieder unappetitlich) hat sich als Tierpflegestation betätigt und THE STUFF, so der unverfängliche Name der Tierchen, unter Vertrag genommen und nach einer EP nun die Komplett-CD "Pick It Up, Pig Boy" veröffentlicht.
Da Ratten je nach Lebensbedingungen relativ alt werden können, scheint es sich bei THE STUFF um gestandene Exemplare zu handeln, denn der dargebrachte Sound entspricht etwa der frühen und mittleren Phase des glamourösen Rock & Roll (siehe hierzu auch HoR's Tierleben, Kapitel Glam Rock).
THE STUFF haben ihren sprichwörtlichen Durchbruch bereits hinter sich, sie brachen nämlich aus den Abwasserkanälen Stockholms ans Tageslicht und haben von dort unten eine Menge Punk-Dreck mitgebracht. Diesen Schmutz mischen sie recht geschickt mit dem ihnen eigenen Glam und fertig ist eine CD, die sich ungünstigstenfalls wie die Pest verbreiten könnte.
Namen haben die vier kleinen Monster nicht, sicher ist aber, dass die Ratte mit der Lederjacke extrem cool singt, immer wieder an eine andere Mutation namens Iggy Pop erinnert, manchmal auch an Marc Bolan, und dass die Gitarrenratte auf verschärften Riff-Rock abfährt.
Stichwort Anpassungsfähigkeit: Auch zeitgemäßen Sounds sind THE STUFF zugeneigt, Sub-Ratten wie THE DARKNESS werden allerdings auf ihren Platz im Hamsterkäfig verwiesen und die meisten stadtbekannten Schmutzrocker aus Skandinavien bekommen den ausgestreckten R.-schwanz (der im übrigen länger als der Körper ist) in Form einiger hochkarätiger Brit-Rock Melodeien gezeigt.
Auch wenn's mir graut, das ist cooler Shit!
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