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The Steve Schuffert Band

Unplugged & Live In Duisburg

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Fortune Records
Mehr Info:
www.allmusic.com

Unser Disclaimer
Unplugged & Live In Duisburg
The Steve Schuffert Band
Die CD gibt es im Home of Rock zum Hören und Kaufen
Unplugged & Live In Duisburg, Fortune Records, 2003
Steve Schuffert All Guitars, Vocals, Keyboards, Bass
Matt Carmichael Drums, Vocals
Pete Tomarakos Bass, Vocals
Gast:
Joe McGlohon Saxophone (Suitcase Full Of Blues)
Produziert von: Steve Schuffert Länge: 108 Min 04 Sek Medium: Do-CD
Unplugged:
1. One More Time (3:54)7. One Way Home (3:25)
2. The Wind Cries Mary (3:34)8. Walk On Down The Road (3:19)
3. Suitcase Full Of Blues (3:49)9. I Can't Close The Door (4:25)
4. I Ain't No Saint (3:15)10. Somewhere Down The Line (3:51)
5. Crossroads (3:12)11. A Step Away (2:43)
6. I Don't Need This Love (3:32)12. Let's Just Keep It Shallow (4:56)
Live In Duisburg:
1. Down To The Bone (3:38)9. Red House (8:46)
2. Hot Love (4:05)10. Love Me Too (2:42)
3. The Devil's Door (4:01)11. Nothing Wrong With You (4:06)
4. All Torn Up (4:09)12. Freight Train Love (4:11)
5. Walk On Down The Road (3:16)13. Drum Solo (1:54)
6. Backup Man (4:45)14. One More Second Chance (4:11)
7. All I Need Tonight (3:51)15. Crossroads (6:31)
8. Hiway 51 (4:45)

An manche Dinge muss man nur ganz fest glauben und sie werden irgendwann Wirklichkeit. Ich zum Beispiel habe fest geglaubt, dass mir irgend wann eine unplugged CD über den Weg läuft, bei der ich auch den Schluss noch erlebe. Normalerweise nicke ich immer spätestens nach 15 Minuten auf meinem Sofa ein.
Am 28. September 2002, also meinem Geburtstag (meinem 21., nur so nebenbei), ist unser Lieblingsgitarrengott Steve Schuffert mit seinen beiden Bandmates Matt Carmichael und Pete Tomarakos ins Rolling Hills Studio in Nashville gegangen und hat mal eben so, an diesem einen Tag, das akustische Album eingespielt, auf das ich so lange gewartet habe.

Steve Schuffert mag es nicht klein und gewöhnlich. Er besteht auf den Exzess. 3 Studioplatten in 4 Jahren, Tourneen mit 60 und mehr Konzerten und irgendwas um die 100 gespielten Liedern, Marathonauftritte mit 3 Stunden Vollbedienung.
Natürlich geht dieser Mann dann nicht her und stellt eine gewöhnliche CD in die Läden, sondern er liefert zur ausgestöpselten Aufnahme gleich noch den amtlichen Mitschnitt seiner letztjährigen Tour mit. Ergo: Wir haben also ein Doppelalbum auf dem Tisch.
Bezeichnend: Nicht das knallige Liveteil ist die Haupt-CD, nein, das akustische Scheibchen wird als CD 1 tituliert. Eigentlich ist das auch völlig richtig, denn so erhält sie die Aufmerksamkeit, die sie verdient.

Liebe Freunde der Musik, was jetzt kommt, ist eine Lobesarie auf einen Musiker und seine Band, die alles verdient haben, nur eines nicht, nämlich nicht in Eure CD-Player zu kommen!
12 Songs respektive knapp 45 Minuten lang nimmt uns Mr. Schuffert auf eine Reise durch das Universum der gelochten Holzgitarre.
Glücklicherweise kann man diese Gitarre nicht nur auf Lagerfeuerniveau bedienen, man kann ihr auch Töne von höchster Schönheit und Virtuosität entlocken. Und man kann mit ihr ganze Lieder spielen, nicht nur fragmentarische Anrisse allseits bekannter House of the rising sun-Klischees.
Wird der ausführende Meistergitarrist auch noch von einer einfühlsamen Band begleitet und stimmt das Songmaterial, dann kann es passieren, dass eine ohne Strom aufgenommene CD mehr Spannung verbreitet, als es 99% aller Starkstromtechniker auch nur ansatzweise je schaffen.

Steve Schuffert kann Songs schreiben. Das weiß man von seinen Studioplatten. Er kann auch Evergreens unnachahmlich covern. Und er hat ein scheinbar unerschöpfliches Repertoire von neuen Song- und Ausführungsideen.
Auf "Unplugged" befinden sich 2 Coversongs, The Wind Cries Mary von Hendrix und Crossroads, der uralte Standardblues von Robert Johnson. Beides hat man unendlich oft gehört und trotzdem stellt sich hier eine kaum begreifbare Faszination ein. Stimme, Gitarre, Band, zusammen mit diesen Klassikern eine unschlagbare Kombination.
Die restlichen 10 Nummern kommen von den Studioplatten bzw. sind ganz neu (I Can't Close The Door und Let's Just Keep It Shallow). Bei Suitcase Full Of Blues kommt noch ein allerfeinstes Saxophone hinzu.

Beim besten Willen kann ich keine einzelne Nummer herausheben, zu viele Gänsehautschauer überkommen mich bei allen Songs. Diese CD ist ein Overkill an Schönheit, Musikalität und Eingängigkeit.

Kommen wir also zur "Bonus-CD". Kein übliches Giveaway mit 3 Songs, einem unnötigen Interview und einem Videoschnipsel. Über eine Stunde rockt sich die Steve Schuffert Band durch einen Set, den sie so am 03. Mai 2002 in Duisburg im Parkhaus abgeliefert hat. Vorband waren übrigens damals unsere Freunde von HARD TO HANDLE (siehe Review im HoR).

Nach der Naturkur auf CD 1 kommt uns die Band hier (darf man in diesem Fall "endlich" sagen? Nein!) verschärft rockend entgegen.
Crossroads gibt es noch mal, ebenfalls ein weiteres Hendrix-Cover, Red House. Dazwischen ein kurzes Solo von Schlagzeug-Oktopus Matt Carmichael und ansonsten 12x Schuffert-Kompositionen.

Down To The Bone prügelt die Richtung vor und ab geht das mit den wilden Pferden. Die 3 machen Crossover Musik im besten Sinne. Blues, Boogie, Boogie, Americana, Roots, Singer/Songwriter und alles mit dem Nachnamen ROCK. Kreuz und quer durch die Musik, die wir so lieben und die wir in dieser Perfektion so selten erleben.

Egal ob hart bzw. texanisch rockend (Hot Love, Backup Man), wild im Blues shuffelnd (The Devil's Door), den so genannten Superstars zeigend, wo der Gitarrist seine Hits wirklich hängen hat (All Torn Up), Neil Young in die Wüste schickend (Walk On Down The Road) oder hemmungslos die Rock & Roll-Boogiesau fliegen lassend (All I Need Tonight - neu und mit mitgeliefertem Monster-Chorus), die CD ist ein Meilenstein heutiger Live-Rockmusik.

Setzt man sich einen Kopfhörer auf und versucht, den einzelnen Musikern zu folgen, wird man sehr schnell entnervt aufgeben und sich fragen, wie denn ein Trio so was hinkriegen kann. Es sitzt jeder Ton, jeder Schlag, jedes Background-Tönchen. Und so ganz nebenbei bauen die Jungs ein paar Vertracktheiten ein, die ihresgleichen suchen (Matt trommelt in Backup Man etwas eigentlich unmögliches - Pete setzt auf dem Hiway 51 neue Bassfundamente, die kriegt kein Panzer klein - Steve ist sowieso ein Genie).

Mit dem neuen Song Love Me Too hat Schuffert einen Hit geschrieben. Wenige, nur ganz wenige, können solche rockenden Ohrwürmer komponieren. Das ist eine Liga mit Namen wie Tognoni, Keltner, Gibbons und Hill (früher), Bruce Brookshire (bald wieder?!?) oder Joe Grushecky (immer mal wieder). Gleiches gilt für Freight Train Love vom "Terminal Blue" Album.

Nochmal ein Killer mit One More Second Chance, wer das nicht aushält, hat keine zweite verdient, mehr Boogie'n'Roll geht nicht und dann geht es mit Crossroads in die vermeintlich geruhsame Zugabe. Naja, auch hier wird gerockt bis die Boxen rauchen.
CD aus, du sitzt geplättet da und schnaufst tief durch und legst dann wieder "Unplugged" ein. Das Zeug macht süchtig!

Die Steve Schuffert Band ist bis Anfang Mai 2003 wieder auf großer Tour. Hingehen!
Zur Einstimmung oder für Leute, die wirklich bettlägerig sind oder hinter dem Mond wohnen, kann man die CD ab sofort auch bei uns kaufen! Was die Majors nicht gebacken kriegen, sollten Fortune Records und das Home of Rock doch hinkriegen. Oder?
Da macht es auch nichts, dass man das Home of Rock im Booklet als "House of Rock" bezeichnet.

Fred Schmidtlein , (Impressum, Artikelliste), 07.02.2003

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