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| Look Out!, Nettwerk Music Group, 2007 |
| Baby J. (Jesse Fiske) |
Bass, Accordion, Harmonica & Guitar |
| The Kooky-Eyed Fox (Jimmy Stelling) |
Banjo & Fiddle |
| Mahlon (Robert Bullington) |
Mandolin & Guitar |
| Four (Ferd Lionel Moyse, IV) |
Fiddle & Bass |
| Cousin Spits (Ward Harrison) |
Guitar |
| Salvage (Justin Neuhardt) |
Charismo, Spoons & Saws |
| Gäste: |
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| Pee Paw (Tom Peloso) |
Bass & Vocals (Hobo) |
| Craig Harmon |
Organ (Sally Ann) |
| Produziert von: Hackensaw Boys |
Länge: 36 Min 57 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Look Out Dog, Slow Down Train | 7. Gospel Plow |
| 2. Oh, Girl | 8. Sweet Petunia |
| 3. F.D.R. | 9. Sally Ann |
| 4. Baltimore | 10. Too Much Time |
| 5. Radio | 11. Blue-Eyed Girl |
| 6. Hobo | 12. Just One Chance |
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Gäbe es Bands wie die HACKENSAW BOYS nicht, wir wären der Nashville-Countrymafia endgültig ausgeliefert und hätten längst vergessen, dass amerikanische Volksmusik mit Garth Brooks und seinen Klonen nichts zu tun hat. Glücklicherweise gibt es sie aber, also dürfen wir weiterhin so schöne Countrymusik von jenseits des Mainstream hören wie auf "Look Out!", dem fünften Album der Bluegrass-Outlaws aus Virginia. Unklar bleibt allerdings weiterhin die von der Band selbst genannte Nähe zum Punk. Das mag in der Geisteshaltung begründet sein, musikalisch ist es nicht nachvollziehbar. Aber gut, auch Jason Ringenberg wurde bekanntlich oft als Punk bezeichnet, nur weil er anders als andere war und ist.
Nach der eher glatten letzten Platte "Love What You Do" haben die Männer mit den seltsamen Pseudonymen diesmal wieder eine Schippe nachgelegt und zeigen gekonnte Hausmusik mit den üblichen Instrumenten von Banjo über Mandoline zu Gitarre, Fiddle und Akkordeon. Wichtig: Die HACKENSAW BOYS persiflieren nicht wie beispielsweise die witzigen Rock'n'Roller HAYSEED DIXIE, sie sehen sich als Bewahrer der amerikanischen Musik im Sinne der vor vielen Jahrzehnten durchs Land reisenden Bänkelsänger beziehungsweise der hart arbeitenden Landbevölkerung. Entsprechend ist der Tourkalender der HACKENSAW BOYS in aller Regel randvoll, allerdings ist die Band inzwischen längst auch in Europa populär und nicht mehr nur auf Engagements in den Saloons der Farmer angewiesen.
"Look Out!" bietet alle Zutaten der originären Countrymusik, verzichtet auf Modernismen und erzeugt einen beachtlichen Flow, dem man sich kaum entziehen kann. Ganz schnell ist man dabei, den Rhythmus zu klopfen und das nächste Banjo- oder Geigensolo zu bejohlen. Sehr schön, das alles, allerdings auch manchmal etwas zu gefällig und brav, die eine oder andere Bösartigkeit würde man durchaus goutieren, sei es nun eine anständige Schreierei des jeweiligen Sängers oder einen instrumentalen Ausbruch aus dem Wohlklang. Aber so sind die Boys nicht gestrickt, lieber bauen sie auf freundliche Stomper, bei denen unter Garantie im Club die Post abgeht, auch wenn keine Unflätigkeiten durch den Raum fliegen.
Klar ist, dass man mit dieser Musik keine unendlichen Massen anspricht, aber bei der Zielgruppe, die ganz sicher nicht aus dumpfbackigen Rednecks besteht, wird auch diese CD wieder ein Treffer. Man höre sich nur den großartigen Satzgesang in Blue-Eyed Girl an. Auch wenn es auf den ersten Blick an sich nicht zu dieser Musik passen möchte, die HACKENSAW BOYS sind durchaus Virtuosen auf ihrem Gebiet und hinterlassen staunende Zuhörer. Nebenbei lernt man von "Look Out!" auch noch ein paar Hintergründe, zum Beispiel dass die Einflüsse des Bluegrass ziemlich allesamt aus Europa stammen. Ja, ja, Amerika ist halt ein Einwanderungsland.
Prima CD, die endlich wieder Lust auf Country macht, nachdem man von den oben erwähnten Designercowboys und ihrer reaktionären Gefolgschaft eigentlich längst entwöhnt war.
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