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| The Band, Capitol, 1969 |
| Levon Helm |
Rhythm Guitar, Drums, Vocals, Mandolin |
| Jaime Robbie Robertson |
Lead Guitar |
| Richard Manuel |
Piano, Drums, Baritone Sax, Harp |
| Garth Hudson |
Organ, Clavinette, Piano, Accordeon, Sax, Trumpet |
| Rick Danko |
Vocals, Bass, Violin, Trombone |
| John Simon |
Tuba, Horns |
| Produzent: The Band with John Simon |
Länge: 71 Min 58 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Across The Great Divide | 2. Rag Mama Rag |
| 3. The Night They Drove Old Dixie Down | 4. When You Awake |
| 5. Up On Cripple Creek | 6. Whispering Pines |
| 7. Jemima Surrender | 8. Rockin' Chair |
| 9. Look Out Cleveland | 10. Jawbone |
| 11. The Unfaithful Servant | 12. King Harvest (has surely come) |
| 13. Get Up Jake | 14. Rag Mama Rag (alt. Vocal Mix) |
| 15. The Night They Drove Old Dixie Down (alt. Mix) | 16. Up On Cripple Creek (alt. Take) |
| 17. Whispering Pines (alt. Take) | 18. Jemima Surrender |
| 19. King Harvest (alt. Mix) | |
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Nachdem "The Band" schon 1968 mit dem richtungsweisenden "Music from Big Pink"-Album auf sich aufmerksam
gemacht hatte, legten sie Ende 1969 noch eins drauf: Dieses nur "The Band" betitelte Album machte den Trend weg
vom psychedelischen Musiktrip der Flower Power Ära hin zu ernsthaften Musizieren unumkehrbar.
Die fünf bärtigen Musiker sahen aus als stammten sie aus einem anderen Jahrhundert, schon die Bilder auf dem
Cover machen die Abkehr vom Pop-Rock deutlich, man sieht die Musiker als spielten sie in einem Saloon im Wilden
Westen und so klang es dann auch, der Reichtum der amerikanischen Musiktradition war das Thema und dieses
Album klingt wie ein Musikarchiv, es ist eine geheimnisvolle Mischung aus alten Folksongs, New Orleans Jazz, Blues,
Gospel und Motown. Sie sangen von den normalen Dingen des Lebens (Whispering Pines) oder auch von der
Verzweiflung der unterlegenen Südstaatler (The Night they drove old Dixie down), alles an "The Band" schien
altertümlich und doch waren sie die Modernisierer überhaupt und haben mit ihren urwüchsigen, handgemachten
Klängen das musikalische Ruder für immer herumgerissen. Alles was man heute "Americana" nennt, hat hier seinen
Ursprung.
Ausgestattet mit drei hervorragenden Sängern, von denen jeder in seinem Vortrag an die Grenze von
Aussagefähigkeit geht, hatte "The Band" vielen anderen Rockgruppen noch etwas anderes voraus: Das perfekte
Gefühl für Timing. Alle Mitglieder waren Multi-Instrumentalisten, sie spielten mit Begabung und ohne jede Kompromisse,
die Teile eines Songs locken den Zuhörer in ein Labyrinth bei dem er nicht weiss was hinter der nächsten Ecke lauern
könnte. Das Album beginnt mit "Across the great Divide" und Robbie Robertson sagt, es hätte auch "America" heissen
können. "Gibt es einen besseren Ausgangspunkt als die grosse Wasserscheide in den Rocky Mountains, von der das
Wasser durch dieses grossartige Land in Richtung beider Ozeane läuft?".
Diese Platte nimmt den Hörer mit auf eine Zeitreise durch den gesamten nordamerkanischen Kontinent, von
California durch die Prärie, die Kornfelder der Mittelwestens bis zum Mississippi-Delta, quer durch Jahrhunderte
musikalischen Einflusses.
Die Musikkritik war begeistert und auch das Publikum konnte sich dem Reiz dieser Musik nicht entziehen, die Platten wurden millionenhaft verkauft. Der Effekt dieses natürlichen Musizierens hinterliess auch Spuren bei Kollegen:
Eric Clapton z.B. wandte sich nach den beiden Platten der Band vom Rock der Cream-Ära ab und urwüchsigeren Tönen
zu, er sagte, dass die Musik von "The Band" ihm einen Spiegel vorgehalten habe und er sich in der Rolle des
Gitarrengottes lächerlich vorkam.
Alle diese Songs sind heute Klassiker. Der Klang wurde zugunsten eines geschlossenen Ensemblesounds relativ
warm gehalten. Das Remaster-Reissue bringt mit "Get up Jake" einen Song der ursprünglichen Sessions, der auf dem
Original-Album aus Zeitgründen weggelassen wurde, die anderen sechs Bonustracks sind alternative Mixe von
Originalsongs.
Dies ist eine der besten und einflussreichsten Platten der gesamten Rockmusik und sollte eigentlich in jedem
Plattenschrank stehen.
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