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Steve Marriott

Rainy Changes:
A Collection Of Rare Recordings 1973-1991

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Rainy Changes
Rainy Changes: A Collection Of Rare Recordings 1973-1991, Wapping Wharf Records, 2005
Steve Marriott Vocals, Guitar, Harp, Piano, Keyboards
Jim Leverton Bass, Backing Vocals
u.v.a.m.
Länge: 120 Min 04 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Banter11. Sea of Change
2. Poor Man's Rich Man12. I Need You Love (Like A Fish Needs A Raincoat)
3. Banter/Dialogue13. Let's Spend the Night Together
4. Thirty Day Shuffle14. Infatuation
5. Heartbreaker15. Jesus Love Me
6. Midnight Of My Life16. Soldier
7. Get Down To It17. Rainy Changes
8. It's All Over Think18. Toe Rag
9. Think19. Poll Tax Blues
10. Banter20. Banter/Dialogue
CD 2:
1. They Call It Love (But It Smells Like Pussy)11. Save Your Love For Me
2. Run Rudolph Run12. An Itch You Can't Scratch
3. Nobody But You13. Two Lane Fever
4. Phone Call Away14. Paying The Price
5. If You Find What You're Looking For15. Never Loved A Woman
6. Say The Word16. Stay With Me Baby
7. Sweet Nuthin's17. Oh Well
8. Looking Through At You18. Out Of The Blue
9. Happy Birthday, Birthday Girl19. I Won't Let You Down
10. Some Kind Of Wonderful20. Bigger They Come, Harder They Fall

Viele Fans des Londoner Shouters werden auf diese Compilation sehnsüchtig gewartet haben. Der Wermutstropfen vorweg: Es handelt sich bei dieser Zusammenstellung eher um ein Sammelsurium von sehr unterschiedlichen Aufnahmen noch aus HUMBLE PIE-Zeiten, den Soloversuchen in den späten 1970er Jahren sowie den "Pub Circuit"-Phasen mit PACKET OF THREE und den OFFICIAL RECEIVERS ab 1984 bis zu seinem tragischen Tod 1991. Positiv besehen ist "Rainy Changes" (so benannt nach einer Single von Alan Lee, bei der Steve als Gastmusiker mitwirkte) eine Art "Wundertüte". Immer wieder entdeckt man was bis dato Unbekanntes, wenngleich so manches sehr wohl schon auf Bootlegs erschienen war.

Die erste CD entspricht im Wesentlichen den sog. "Laurie O'Leary"-Tapes, verschollen geglaubten Mitschnitten, die Marriotts ehemaliger Manager zuhause aufbewahrt hatte. Und da allein sind schon etliche Perlen zu finden: z. B. eine raue Version des STONES-Klassikers Let's Spend The Night Together von 1976, der liebevolle, seinem damals 2-jährigen Sohn Toby gewidmeten Toe Rag (1977) oder die grandiose Fassung der SMALL FACES-Mark II-Ballade Soldier mit dem "Los Angeles Philharmonic Orchestra" von 1976. Letztere hätte eigentlich das Potenzial zu einem Solo-Hit gehabt.
Drollig dann auch die eine oder andere Aufnahme der sog. "Bedroom Sessions", z.B. I Need Your Love (Like A Fish Needs A Raincoat), zuhause mit dem E-Piano und einem E-Rhythmusgerät aufgenommen. Selbst im heimischen Gemach sang sich Steve die Kehle aus dem Leib!
Eingestreut sind immer wieder kleine Dialoge mit Freunden und Bandkollegen. Den Abschluss bildet die rare Single Poll Tax Blues, 1990 mit Musikern der GEORGIA SATELLITES, mehr oder minder spontan als Anti-Thatcher-Song aufgenommen.

Die zweite CD ist ähnlich heterogen: Teilweise nicht ganz "saubere" Aufnahmen von 1976, Run Rudolph Run eindeutig in zu schneller Geschwindigkeit, was Steves Gesang leicht nach Entenhausen verlegt! Dann folgt praktisch das nie erschienene Studioalbum der OFFICIAL RECEIVERS, mit den satten Keyboards von Mick Weaver. Ein Jammer, dass seinerzeit die EMI auf einer Veröffentlichung mit Steve als Solokünstler bestand! Übrigens fehlt ausgerechnet davon Ain't You Glad (New York). Es folgen drei Stücke von den "30 Seconds To Midnite"-Sessions, u.a. das ungewöhnliche Remake von FLEETWOOD MACs Oh Well, und eines der stärksten von Steve interpretierten R&B-Standards, Stay With Me Baby.
Zuguterletzt noch drei Aufnahmen von den Los-Angeles-Sessions, die an sich das Comeback (in der 1. Liga) mit Peter Frampton einläuten sollten.

Gewiss, man hätte sich eine detailliertere und sorgfältiger edierte Compilation gewünscht. Statt dessen hat John Hellier, Herausgeber des exzellenten Fanzines Wapping Wharf und Executive Producer dieser Doppel-CD, bei den Liner Notes auf ein (durchaus lesenswertes) Interview mit Steves langjährigem Weggefährten Jim Leverton (inzwischen Bassist bei CARAVAN) zurückgegriffen; vielleicht aus Rücksicht auf nicht ganz geklärte urheberrechtliche Belange!
Alles in allem aber, und da wiederhole ich mich, lohnt dieses Doppelalbum als individuelles "Erkundungsobjekt" in Steve Marriotts oft unterschätztem Schaffen.

Roland Schmitt, (Artikelliste), 01.10.2005

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