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Guitar Town

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Guitar Town
Guitar Town, MCA Records, 1986 (Reissue 2002)
Steve Earle Guitars, Vocals
Richard Bennett Guitars, Bass
Bucky Baxter Pedal Steel
Ken Moore Organ, Synthesizer
Emory Gordy Bass, Mandoline
Harry Stinson Drums, Vocals
John Jarvis Piano, Synthesizer
Paul Franklin Pedal Steel
Steve Nathan Synthesizer
Produziert von: Emory Gordon & Tony Brown Länge: 39 Min 48 Sek Medium: CD
1. Guitar Town7. Think It Over
2. Goodbye's All We Got Left8. Fearless Heart
3. Hillbilly Highway9. Little Rock'n'Roller
4. Good 'ol Boy (Getting Tough)10. Down The Road
5. My Old Friend The BluesBonus:
6. Someday11. State Trooper (live)

Endlich, möchte man sagen, endlich nimmt sich MCA auch mal Steve Earles an und veröffentlicht sein bahnbrechendes Debut als Remasterausgabe.
Irgendwie war die Platte bei der Erstveröffentlichung 1986 zu rockig für Country, was im Umkehrschluss aber nicht bedeutete, dass sie zu Country für Rock war. Denn seltsamerweise war es die anerkannte Rockpresse, die diese Platte in den Himmel lobte.

"Everybody told me you can't far on thirty-seven Dollars and a Jap Guitar" lautet eine Textzeile im Titelsong und es sah in Nashville, beim konservativ auf der Stelle tretenden Establishment, ganz danach aus, dass er Recht hätte. Ein Outlaw, ein (Mit-)Begründer der Alt-Country Szene, einer, sich sich nichts und niemanden beugte (das ist auch heute noch so), das war nicht gern gesehen. Die schmalzten sich lieber mit unsäglichem Gefiddle die Ohren zu.

Der Titelsong, das kritische Someday oder auch Little Rock'n'Roller bliesen gehörig Staub durch die Strassen der Hauptstadt der Country Musik. Dort war manch einer geschockt, als es "Guitar Town" auf den ersten Platz der Billboard Country Charts schaffte.
Ich habe auf einer Website gelesen, dass Steve Earle weit mehr als andere, die vorgaben (und vorgeben) die Erben von Hank Williams Sr. zu sein, in dessen Fusstapfen trat, sowohl in seiner Textaussage, als vor allem auch durch seinen teilweise ausschweifenden Lebensstil. Alkohol, Drogen, Knast, er hat nichts ausgelassen. Und sorgte so fast zur Identitätskrise der Jünger des verstorbenen Country-Gottes.

Der Country-Experte Scott Smith hat bezeichnenderweise dann auch Steve Earle in seiner Liste mit dem aussagekräftigem Titel: "Country Music that doesn't suck", in der nur Künstler vertreten sind, die sich durch glaubwürdige Country Musik ausgezeichnet haben. Die üblichen Zuckerpüppchen und andere Heuler aus Nashville sind dort auch dann nicht vertreten - gut so.

Das Original war schon in Digitaltechnik eingespielt worden, so dass die klanglichen Verbesserungen marginal sind, das konnte man fast nicht mehr verbessern. Leider hat die Reissue-Ausgabe auch nur einen Bonustrack: Bruce Springsteen's State Trooper in einer bestechenden Liveaufnahme aus der Zeit, in der "Guitar Town" entstand, also schon sinnvoll, weil absolut passend.

Verärgert stellt man aber fest, dass in Deutschland EUR 17,99 verlangt werden (Hochpreis-CD) [Stand April 2002], während in den USA das Werk nur $ 11,99 kostet. Selbst unter Berücksichtigung des Umrechnungskurses, ist die CD hierzulande damit sage und schreibe 38% teurer. Manche scheinen aus der Absatzkrise nun wirklich nichts zu lernen. Schade, dass es gerade Steve Earle trifft, denn ein solches Preisschild für eine alte Platte ist für die Mehrheit der Musikfreunde einfach nur abschreckend.

Manni Hüther, (Artikelliste), 10.04.2002

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