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| Just Doin' It! Live, Warner Music Vision, 2006 |
| Francis Rossi |
Vocals, Guitar |
| Rick Parfitt |
Vocals, Guitar |
| Rhino Edwards |
Bass, Vocals |
| Andrew Bown |
Keyboards, Harmonica, Vocals |
| Matt Letley |
Drums |
| Produziert von: Jim Parsons |
Länge: ca. 135 Min |
Medium: DVD |
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| 1. Caroline | 20. Roll Over Lay Down |
| 2. Something About You Baby I Like | 21. Down Down |
| 3. Don't Waste My Time | 22. Whatever You Want |
| 4. Forty-Five Hundred Times | 23. Rocking All Over The World |
| 5. Rain | 24. What You're Proposing |
| 6. Hold You Back | 25. Down The Dustpipe |
| 7. All Stand Up (Never Say Never) | 26. Little Lady |
| 8. The Oriental | 27. Little Lady |
| 9. Creepin' Up On You | 28. Red Sky |
| 10. Mystery Song | 29. Dear John |
| 11. Railroad | 30. Big Fat Mama |
| 12. Most Of The Time | 31. Burning Bridges |
| 13. Wild Side Of Life | 32. Junior's Wailing |
| 14. Rollin' Home | 33. Rock And Roll Music |
| 15. Again And Again | 34. Bye Bye Johnny |
| 16. Slow Train | Extra Features: |
| 17. Belavista Man | Documentary (Interviews etc.) |
| 18. The Party Ain't Over Yet | The Party Ain't Over Yet (Video) |
| 19. Gerdundula | Fan Gallery |
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Im Grunde kann man alles an diesem einen einzigen Lied festmachen: In The Army Now. Seit 20 Jahren geht der männliche Konzertbesucher bei diesem Schreckensnümmerchen zum Bierstand, aufs Klo oder in seine weibliche Begleitperson. Tut er das nicht, ist er keinesfalls QUO-Fan, sondern bestenfalls Singlekäufer oder, noch schlimmer, Schickimicki-Event-Konzertgeher. Oder Frau. Denen sei's verziehen. Ich kenne allerdings Frauen, die MIR zu I.T.A.N. im Stechschritt das Bier holen, während ICH das vorhergehende wegbringe und auf das nachfolgende Again And Again etc. warte. Das ist ein Glücksfall. Und wenn es ein ganz besonders gutes Konzert war, kann man sich beim After-Show Drink diebisch drüber freuen, dass QUO diesmal ausschließlich gerockt haben und diesen Militaristenmist weggelassen haben.
Seit Jahren fällt leider auf, dass STATUS QUO mehr und mehr tun können was sie wollen, das Publikum schunkelt immer mit. Das kann besagtes Bolland/Bolland-Unding sein, es könnte auch Marguerita Time oder Living On An Island sein, meinethalben auch Resi i hol di mit dem Traktor ab auf dem Kamm geblasen - der Hardcore-Quoiker fühlt sich zunehmend an den Rand gedrängt, von Menschen, die auch im Bierzelt und bei jeder 70er-Schlagerparty Spaß haben.
[Begriffsbestimmung 'Hardcore-Quoiker': Individuum, das sich seit längerer Zeit nur noch zu jedem zehnten besuchten Konzert eine neue Kerbe in die Kutte schneidet, weil der alte Lappen hoffnungslos überfüllt und ausgefranst ist. I.d.R. ist der 'H.-Q.' zwischen 1955 und '65 geboren, trägt das Resthaar vergleichsweise lang und erweckt durch Dauergrinsen einen leicht debilen Eindruck (s.a. John 'Rhino' Edwards beim Posen), beherrscht aber auch in alkoholisiertem Zustand jederzeit Spagatschritt, kreisende Armbewegungen und erigierten Zeigefinger beim skandieren von Liedtexten.]
Zum 40. Bandjubiläum (harharhar, ab Juni 2007 gehen die Herren vermutlich nahtlos ins 45. über) gibt es nun nach CD und Endlostour noch eine DVD - und In The Army Now ist nicht drauf. Es ist also eine gute DVD.
Noch nicht genug gemeckert? Könnt Ihr haben!
Aussagen wie "die spielen doch seit 30 Jahren immer den gleichen Schmarrn" (das kommt eh nur von Nixwissern) oder gar "sooo schlecht sind die doch gar nicht, der mit der grünen Gitarre hat sogar ein Solo gespielt" (das ist Francis Rossi, ihr Nasenbären!), ganz geschwiegen von "mei, iss halt doch immer wieder nett so ein Rock und Roll" (geht zu Peter Kraus, der behauptet auch Rock & Roll zu sein) sind entwürdigend für die Band und entlarvend fürs Pack. STATUS QUO sind ganz einfach die Band, die den Urnerv eines jeden Rock'n'Rollers mit latenter Neigung zu Party, Blues'n'Boogie und Exzess treffen. Nebenbei sind sie auch noch die einzige glaubwürdige Vollgas-Spaß-Kapelle - neben AC/DC und Dan Baird, die der Veteran nach wie vor für hoffnungsvolle Newcomer hält.
Hinfort also mit diesem saudummen "Die sind alt und demzufolge Kult" Gewäsch. STATUS QUO sind was sie sind, zugegebenermaßen nicht mehr ganz taufrisch, aber für eine ganze Generation ein lebensbegleitender Quell der Freude.
I got a room with a view from the mountain to the sea
and all i need right now is that special company
I'm the bellavista man
I need a bellavista woman
Ach ja, die DVD "Just Doin' It! Live" gilt es zu besprechen. Na dann.
Es ist ein grandioser Gig im NEC in Birmingham gewesen, an diesem 21. Mai 2006. Dort spielen QUO oft, auch schon vor 23 Jahren dokumentiert, und das Publikum zelebrierte in angemessener Manier das Ereignis. Die Setlist war perfekt, wasn't it?, die Band spielte sich in den erhofften Good-Time-Feeling Rausch und der Heimseher darf sich jetzt vor dem Sofa postieren und headbangen. 2 Stunden aufrechtes Stehen und Springen sind angesagt. So simpel ist das.
Rossi zeigt, dass er ein geiler Gitarrist ist, Rick lässt die Drecksau raus und rifft und plärrt wie der Teufel - auch wenn er im Mai noch nicht wieder der alte war, das wird wieder; wir brauchen den Deppen und seine Big Fat Mama noch ein paar Jahre, Rhino ist trotz dieser fürchterlichen Frisur schon lange zum Anmacher #1 geworden, pumpt den Boogie dermaßen ins Volk und guckt dabei so herrlich stoisch-blöd, dass man ihn lieben muss, und Mr. Bown hämmert in sein Piano like there's no other day. Allerdings war das Solo von John Coghlan 1978 in der Münchner Olympiahalle besser als das von Matt Letley 2006 im NEC. Das sei mal von einem Spätpubertierenden angemerkt.
Die Medleys sind wie üblich ärgerlich, Forty-Five Hundred Times in 4 1/2 Minuten ist Pein (die Fans sind aus dem MTV-Alter raus, genau wie der HoR-Leser weder Bravo noch Fokus abonniert), dafür wird Roll Over Lay Down extrem geil ausgespielt, Gerdundula ist mit vier Gitarren zum zigstenmal Vergnügen, Rock And Roll Music endgültig totgenudelt, die drei Nummern von "Heavy Traffic" (insbesondere The Oriental - ein Traum) sind die kongeniale Erweiterung des Fundus, Down Down bleibt die Übernummer und Rain hat immer wieder eine kleine Überraschung parat.
Das sind QUO wie wir sie lieben. Und sie sind nicht die Bespaßer von irgendwelchen gelangweilten Möchtegerns, sie sind nur die beste Boogieband aller Zeiten. Das sieht man an den Reaktionen des Publikums, das vom einleitenden Brachialriff zu Caroline bis zum bitteren Bye Bye Johnny-Ende abgeht wie Zäpfchen. U.S.-Bands stellen sich für ihre DVDs gerne gecastete Beauties in die ersten Reihen, bei QUO hopsen aus dem Leim gegangene T-Shirt-Träger und Damen mit gewissen Gravitätsproblemen. Wer das Wort "Gravität" für falsch hält, liest bitte nach bei Caspar Hauser. Don't waste my time.
Say you need me
Come on and say you need me
I said say you need me!
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