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Roger Chapman

One More Time For Peace

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Mystic Records
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Cargo Records
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
One More Time For Peace
One More Time For Peace, Mystic Records, 2007
Roger Chapman Vocals
Sonny Spider Harmonica & Backing Vocals
Steve Simpson Electric-, Slide- & Accoustic Guitars, Mandolin, Fiddle, Backing Vocals
Micky Moody Electric-, Slide-, Dobro- & Accoustic Guitars
Jim Cregan Electric- & Accoustic Guitars, Programming, Backing Vocals
Ian Gibbons Organ
Henry Spinetti Drums
Tim Harries Bass
Max Middleton Piano
Sonny Spider Harmonica & Backing Vocals
Roger Cotton Organ (One More Time For Peace)
Bobby Tench Backing Vocals
Produziert von: Jim Cregan Länge: 50 Min 09 Sek Medium: CD
1. One More Time For Peace7. Naked Hearts
2. Heading Back to Storyville8. Sweet Bird
3. All Too Soon9. Devil Got A Son
4. Oh Brother, Take Me!10. The Same Old Loving You
5. Hell Of A Lullaby11. Jerusalem
6. All Night Paradise

Roger Chapman gehört aufgrund seines Lebenswerks längst in die Kategorie "Unkritisierbare Künstler". Leider gehört er auch längst zu denen, die mit Sätzen wie "schon bewundernswert - in dem Alter" von selbst altersfaltigen Fans bemitleidwundert werden. Zu kurz gedacht, denn wer möchte schon über sich hören: "Schon bewundernswert, dass sich der alte Sack in dem Alter immer noch den Hintern auf seinem Bürostuhl platt sitzt". Chapman tut eben was er kann und tun muss, und was ihm ganz offensichtlich immer noch Spaß macht. Seine Konzertreisen laufen schließlich nach wie vor ordentlich und von Plattenverkäufen lebt heutzutage eh kaum noch jemand. Trotzdem gibt es nun nach längerer Pause ein neues Studioalbum (das letzte, "A Turn Unstoned", war von 1998).
Knalligen SHORTLIST-Rock der späten Siebziger soll man sich bitteschön von "One More Time For Peace" nicht erwarten, dafür bekommt man aber ein von technischen Sperenzchen der Achtziger und Neunziger befreites Gefühls-Album eines 63jährigen Mannes mit einer immer noch wunderbaren Stimme. Und man bekommt Micky Moody. Alleine der sollte Zweiflern den Wind aus den Segeln nehmen.

"One More Time For Peace" macht seinem Namen Ehre. Es ist friedlich, freundlich, sehr sehr schön und wundervoll fließend. Die Musik liegt irgendwo zwischen britischem Rhythm & Blues und den Sümpfen am Mississippidelta, wozu neben Chapman selbst am meisten sein Langzeitkumpan Steve Simpson und Moody an den Gitarren und sonstigen Saiteninstrumenten beitragen. Und natürlich Henry Spinetti am Schlagzeug. Möglicherweise ist Spinetti neben Jim Keltner der einzige Drummer, der so zurückhaltend und gleichzeitig so antreibend sein schmales Equipment einsetzen kann. Von der gnadenlosen Präzision ganz abgesehen. Solche Schlagzeuger sind für jeden Rhythmusfan eine Ohrenweide.
Die ersten drei Nummern grooven den Hörer ein, lassen ihn relaxen, mit den Fingern schnippen und ein Glas Rotwein genießen. Dann folgt mit Oh Brother, Take Me! ein erster emotionaler Ausbruch, der viel mehr wert ist als ein weiterer stupider Rocksong eines gealterten Stars. Moodys Slideguitar, die dezente Orgel von Ian Gibbons (Ian Hunter und die KINKS haben den nicht umsonst geholt) und sensationelle Percussions treiben einem den Schweiß auch bei Frost auf den kahlen Schädel. Neben Roger Chapman ist in dieser Alters- und Sängerklasse wohl nur noch Mitch Ryder befähigt, solche Songs zu schreiben.
Wären im nachfolgenden Hell Of Lullaby die Keyboards nicht ein wenig penetrant Richtung Streicher getrimmt, käme die faszinierende Basslinie deutlicher heraus und man hätte den zweiten Höhepunkt des Albums. So reiht sich die Nummer "nur" in die Reihe der vielen schönen Songs ein. Spätestens mit Devil Got A Son und der einleitenden Fiddle von Simpson (who the hell is Charlie Daniels?) hat man das nächste Highlight. Moody schießt von links nach rechts, Spinetti ballert zurück, ein Computer sorgt kurz für spannenden Rhythmus, Chapman brilliert über allem. Dürfte gerne länger als viereinhalb Minuten dauern.
Die CD scheint sich gegen Ende zu steigern, Chappo geht also die Luft nicht auf halber Strecke aus. Der herrliche Country-Folk-Stomper The Same Old Loving You bringt noch mal Gänsehautgitarren und eine so entspannte Stimmung, dass man den früher oft angestrengt wirkenden Chapman einfach nur auf ein (alkoholfreies) Bier einladen möchte.
Das abschließende Jerusalem drückt ein offenbar tiefes Bedürfnis Chapmans aus und rührt einen in seiner einfachen Schönheit.

Miese Schreiberlinge würden nun sagen, dass "One More Time For Peace" so gut ist, dass man es einem Oldie wie Chapman nicht mehr zugetraut hätte. Gute Schreiberlinge sagen, dass dies ein tolles Album mit tollen Musikern ist.
Ach ja, Chappos alter Freund Sonny Spider war auch mal wieder dabei. Harharhar.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 29.02.2008

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