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| Shelter Valley Blues, Tres Pescadores Records, 2009 |
| Rick Shea |
Vocals, Guitar, Steel Guitar, Dobro, Mandolin |
| Shawn Nourse & James Ganeko |
Drums |
| Dave Hall & Tony Zamora |
Bass, Harmony Vocals |
| Vic Koler & Milan Bertosa |
Bass |
| Heather Myles, Moira Smiley & Russell Scott |
Harmony Vocals |
| Sean Thibadeaux |
Harmony Vocals, 12-String Guitar, Vocals |
| John Palmer |
Harmonica |
| Keith Barry |
Clarinet |
| Chojo Jaques |
Fiddle |
| David Hidalgo |
Accordian |
| Cougar Estrada |
Piano, Percussion |
| Jennie Moyeda |
Mother in Law, Spanish Fussing |
| Produziert von: Rick Shea |
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Medium: CD |
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| 1. Back Home To The Blues | 7. Sweet Little Pocha |
| 2. No Good Time For Leavin' | 8. Shinbone Star |
| 3. Steady Drivin' Man | 9. On The Day Of My Return |
| 4. Shelter Valley Blues | 10. Fishermans Blues |
| 5. Ty Robby | 11. The Haleiwa Shuffle |
| 6. Nelly Bly | |
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Luftpost aus Amerika! Das kann nur eines bedeuten: Das neue Rick Shea-Album ist eingetroffen. Stilechter wäre es gewesen, wenn die Lieferung per Postkutsche erfolgt wäre. Denn der gute Rick liefert ein reinrassiges, staubtrockenes Stück Puristen-Country ab.
Meilenweit entfernt vom so verschnörkelt wie enervierenden Plastik-Pop-Country oder dem bemüht fetzigen Country-Rock. "Shelter Valley Blues" ist eine Scheibe, die so alten, traditionsbewussten Haudegen wie Eddie Shaw und Toe Blake wunderbar gefallen hätte. Die unaufgeregte Produktion passt hervorragend in diese aufgeregten Zeiten. Relaxt, easy aber vor allem unbeirrt lässt Rick Shea in seinen Songs die Steel Guitar jaulen, das Dobro ächzen und die Mandoline schnattern. Seine Stimme klingt dabei so beruhigend wie die vom Erzähler auf den alten Märchenplatten.
Es ist toll in Musik neben den bereits erwähnten typischen Klangfarben auch mal Sounds zu vernehmen, die nicht so selbstverständlich sind. Bei Steady Drivin' Man übernimmt Keith Barrys Klarinette den Part, der sonst der Blues-Harp vorbehalten ist. Weil Barry mit seiner Tröte nicht das gleiche Tempo gehen kann, welches die Meister der Mundharmonika des Öfteren an den Tag zu legen pflegen, sind seine Fill-Ins so entspannt wie ein Southern Comfort bei 35 Grad im Schatten. Steady Drivin' Man hat es eh in sich. In Richtung Country-Blues arrangiert, sorgt es für eine Menge gute Laune. Doch halt, was ist das? Da fängt der Kerl doch tatsächlich ungeniert 'am jodeln' an. Solcher Art berüchtigte Country-Yodl-Attacke hat schon so manchen marsianischen Invasorenkopf zum platzen gebracht.
Ein Highlight des Albums ist die (Irish)Folk inspirierte Nummer Ty Robby. Ergreifende Songs dieses Kalibers werden sonst nur am Shenandoah geschrieben. Die in Moll gehaltenen Gesangslinien greifen direkt das Fernwehzentrum an. Über weite Strecken wird Rick von Moira Smiley begleitet. Die Dame trägt mit ihrer toll gesungenen Zweitstimme überproportional zum Emotionsfaktor von Ty Robby bei.
Rick Shea ist irgendwo schon ein komischer Kauz. Anstatt seine Schwiegermutter ins Exil nach Österreich zu wünschen, lädt er sie noch ins Studio ein. Weil sie bestimmt auch im wahren Leben ziemlich gut und lautstark auf Leuten herumtrampeln kann, ist sie für die iberische Schimpfkanonade, verniedlicht als "Spanisch Fussing", auf Sweet Little Pocha verantwortlich. Heiliger Drache! Das Stück geht es etwas flotter an, dazu gesellt sich eine sehr passende Untermalung mit dem Akkordeon, aufgezogen und zugedrückt von David Hidalgo.
Einen wirklich guten Job liefert Basser Dave Hall ab. Seine Art des Swinging-Bass-Spiels gibt den Songs, auf denen er zu hören ist, eine gewisse Schwerelosigkeit. Es entsteht der Eindruck, dass dieser Bursche einfach unbekümmert drauflos zupft, wo andere noch nicht wissen, ob sie nun lieber mit den Fingerkuppen, mit dem Slapping-Daumen oder dem Plektrum herumbassen sollen.
"Shelter Valley Blues" kommt am besten bei hochsommerlichen 30 Grad und mehr. Wenn jede Betätigung zu viel, jeder Drink zu warm und jeder Ton zu laut ist, passt sich "Shelter Valley Blues" der allgemeinen Trägheit an, ohne sie zu absorbieren. Im Gegenteil: Die Songs reihen sich fabelhaft in drückende Schwüle, gleißende Helligkeit und dem Duft von gemähtem Heu ein. Dabei ist die Musik so verdammt uramerikanisch, dass bei ähnlichen Songs garantiert schon Hochzeitsgesellschaften irgendwo am Hindukusch in die Scheidung gebombt wurden.
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