HoR Logo kl

Raging Slab:

(pronounced eat-shit)

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Raging Slab > (pronounced eat-shit)

(pronounced eat-shit)
(pronounced eat-shit), Tee Pee Records, 2002
Greg Strzempka Vocals, Guitar, Banjo, Organ, Clavinet
Elyse Steinman Slide Guitar, Vocals
Alec Morton Bass
Rob Cournoyer Drums
Produziert von: Greg Strzempka Länge: 49 Min 38 Sek Medium: CD
1. Little Red Lights8. Chrome Won't Get You Home
2. Boogalooser9. Shake What You Can
3. Ruby10. Never Never Know
4. Miss Delicious11. When The Cock Crows
5. Dry Your Eyes12. Bury Me Deep
6. Hell Yawns Before Me13. For What You're Worth
7. Black Bell

Album #9 der New Yorker mit Kultstatus. Das zweite auf dem kleinen Tee Pee Records Label und dementsprechend wird es keinen weltweiten Verkaufserfolg wie mit "Dynamite Monster Boogie Concert" geben.
Aber hoffentlich gibt es wenigstens einen netten Aufschrei in der Hardcore-Redneck-Szene. Denn spätestens beim Anblick des Covers wird dem einen oder anderen Vorgestrigen der Früstücksdixie im Hals stecken bleiben. "(pronounced eat shit)" ist optisch die Kopie von SKYNYRDs 73er Debut. Die gleichen Knochen im Schriftzug, die gleiche Zigarettenschachtel (mit anderem Inhalt), gleiches Innencover und gleiche Schrift. Mir gefällt das richtig gut.

Glücklicherweise war's das mit den Plagiaten, denn musikalisch ist "eat shit" der bekannten RAGING SLAB Linie treu geblieben und sie haben dazu erfreulicherweise die meisten "Alternativ"-Klänge der letzten Alben abgelegt. Es wird also hart und heftig gerockt (steht ja auch auf der Zigarettenschachtel auf der Rückseite des Covers). Mächtiger Sound (der allerdings sehr nach Seventies klingt, also weit weg von poliert ist), heavy Gitarren, die schneidende Slide von Elyse Steinmann und die markante Stimme von Greg Strzempka (kann man mögen, muss man aber nicht - ich mag sie).

Es gibt also mal wieder Heavy Boogie und Heavy Rock, wie er früher mal gemacht wurde. Als Anhaltspunkt fallen mir ein: FREE, BLACK SABBATH, BLACK OAK ARKANSAS, GRAND FUNK RAILROAD und, ja es ist so, METALLICA. Zugegeben, mir wurde METALLICA erst vor relativ kurzer Zeit nahe gebracht. Hätte diese Band Anfangs ihre Instrumente besser beherrscht, sie wären bei mir bereits viel früher in den Plattenschrank gekommen. Aber sie haben ohne Zweifel eine ganze Generation Musik nicht unwesentlich beeinflusst.
RAGING SLAB beherrschen gottlob ihr Handwerk und entsprechend klingen die Einflüsse von METALLICA absolut stimmig, gut und passend.

Im 18. Jahr ihres Bestehens gibt es auf dieser CD die erste gemeinsame Steinman/Strzempka Komposition. Und Never Never Know ist einer der besten Songs des Albums. Öfter machen!
Noch ein Special: Gleich der Opener ist das einzige Cover der CD. Little Red Lights kommt von der 72er "Something/Anything?" Doppel-LP von TODD RUNDGREN. Gute Gelegenheit das alte Tape mal wieder rauszukramen und siehe da, die Scheibe war ja wirklich richtig geil. Werd ich mir doch mal auf CD zulegen müssen. Die neue Version gefällt mir aber trotzdem besser.

Zwei Tribute Songs gibt es. Ruby für die ehemalige BLACK OAK Sängerin RUBY STARR, geborene Constance Henrietta Mierzwiak, die von Jim Dandy Anfang der 70er für die Rockwelt entdeckt wurde und 1995 starb. Und Dry Your Eyes für JOEY RAMONE und BILLY HILFIGER (Gitarrist der CULT BROS. mit u.a. Joe Bouchard von BLUE ÖYSTER CULT).

Highlight der CD ist Boogalooser. Ein mächtiger Rocker mit fettem, zähem Boogie und scharfer Slide. Die Boogie-Welt von Greg Strzempka.
Highlight ist allerdings nicht ganz korrekt. Wirklich schlapp ist kein einziger Song dieser guten CD. Ruby ist sehr stark und in Hell Yawns Before Me kommt ein weiterer Einfluss hervor: BLUE ÖYSTER CULT eben. Hart rockend und bedrohlich kommt der Song dahergeschoben.
Oder das bluesige When The Cock Crows. Solche Kracher bringen unsere alten Helden der Bluesrock Abteilung kaum mehr hin.

Elyse Steinman singt leider nur das psychedelische Bury Me Deep. Nach ihrer Performance beim Konzert neulich hätte ich mir mehr gewünscht.

Die Southern Rock Einflüsse halten sich auf "(pronounced eat shit)" sehr in Grenzen. Vergleichsweise leichtfüßige Southern Songs, wie z.B. Pearly auf "Dynamite Monster Boogie Concert", sucht man hier vergebens. Die Zeiten sind eben härter geworden.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 26.09.2002

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > CD-Reviews > Raging Slab > (pronounced eat-shit)

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum