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CD-Review:
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Das Besetzungskarussell hat sich mal wieder etwas gedreht bei den QUIREBOYS. Jason Bonham trommelt ja mittlerweile für UFO (sein Ersatz: Pip) und für Luke Bossendorfer bearbeitet jetzt Paul Guerin die zweite Gitarre. Auf diesen Paul Guerin hab ich eigentlich große Hoffnungen gesetzt, denn der spielte Anfang der 90er in einer Kapelle namens RED DOGS und die klangen, gelinde gesagt, wie die Cousins der QUIREBOYS. Dokumentiert auf den beiden Scheiben "Wrong Side Of Town" (1990) und "Working Late" (1992). Leider wird man heutzutage als Kritiker oft nur noch mit Schmalspurausführungen der aktuellen CDs beliefert und so entzieht sich meiner Kenntnis, wer die "neue Quireboys" produziert hat, bzw. ob im evtl. vorhandenen Booklet sonstige Informationen (außer der "Biographie"!), oder evtl. Songtexte, Credits etc., vorhanden sind. The Finer Stuff beginnt zwar mit einem eingängigen E-Piano Thema, das etwas an die BLACK CROWES erinnert, doch bald steigen die E-Gitarren ein und lenken den Song mit ein paar AC/DC-Riffs in eine rockigere Richtung. Allerdings wird das Anfangsthema sowohl von den Gitarren als auch dem Sänger im Refrain aufgegriffen und klingt so bald etwas "ausgelutscht". Vielversprechender startet Lorraine Lorraine mit hämmerndem Piano und Spikes typischer Harp hinter den Rock'n'Roll-Riffs der Gitarren, auch wenn's noch etwas "gebremst" klingt. Naja, rockt aber schon ganz prächtig und immerhin ist auch die sonst so prägnante Slide-Gitarre von Guy Griffin (erwähnte ich schon, dass ich meine schwarze Gibson Les Paul am Tag nach einem QUIREBOYS-Konzert gekauft habe?) zu hören. Damit kann man schon eher leben. Also doch noch ganz "gut geschmiert". Allerdings hätte man vielleicht besser das "Good-Time-Rock'n'Roll"-Leichtlauf-Öl verwenden sollen. Da sind ihnen die DIAMOND DOGS im Moment eine Wagenlänge voraus. Epi Schmidt, (Artikelliste), 05.06.2004
So richtig vorwärts geht es mit der von uns so geliebten Rock & Roll-Musik nicht. Die einen (nur ein Beispiel: Rod Stewart) sind alt und völlig verweichlicht, die anderen (BLACK CROWES for example) haben sich längst aufgelöst und die nächsten dümpeln irgendwo im Nirwana herum. Tourneen - wenn überhaupt - in kleinen Clubs, die Plattenverkäufe auf Amateurbandniveau, einzig der Alkoholkonsum stimmt bei manchen. Seit ein paar Jahren sind wenigstens die QUIREBOYS wieder eine gewisse Konstante, auch wenn mich ihre letzte Platte "This Is Rock'n'Roll" nicht dauerhaft so begeistern konnte wie der Erstling "A Bit Of What You Fancy". Und die ist immerhin auch schon fast 15 Jahre alt. Wie die Zeit vergeht. So lang haben die großen Q.-Boys-Vorbilder, die FACES natürlich, nicht durchgehalten. Neue Platte, wieder neue Plattenfirma, wieder neue Leute neben Spike, Guy Griffin und Nigel Mogg, der Hype der frühen Jahre ist eh längst vorbei und die Erwartung schwankt zwischen hoch und der Befürchtung, dass die jetzt auch endgültig in die Hosenbiesler-Liga abgestiegen sind (Hosenbiesler, der: Bettnässer, vgl. auch mit Weichei). Und dann das! Die wohl härteste QUIREBOYS-Nummer aller Zeiten detoniert beinahe metallisch kreischend und alles ist gut, alle Bedenken sind hinweggefegt. Good To See You ist ein Hammer! In der Härte kann es natürlich nicht weitergehen, das wären letztendlich auch nicht mehr die QUIREBOYS die man kennt. Aber eine höchst erfreuliche Horizonterweiterung und vor allem ein perfekter Opener ist es allemal. Das einzige Manko dieser CD ist die Kürze. 40 Minuten ist einfach zu wenig heutzutage. Vor allem, wenn die Platte mit den Nummern 8 und 9 einen klassischen Rock'n'Roller und einen wunderbaren 6-minütigen Abgeher am Start hat. Da MUSS noch was kommen. Tut es aber nicht, leider. Trotzdem, "Well Oiled" ist die zweitbeste QUIREBOYS-Platte (selbstverständlich mit weitem Abstand, denn an Geniestreiche wie 7 o'clock, Sex Party oder I Don't Love You Anymore kommen sie wahrscheinlich nie mehr ran) und sie hilft einem in beschissenen Tagen. P.S.: Jetzt kann ich es ja sagen. Ich hab diese Zeilen unabhängig vom Kollegen Epi geschrieben. Einfach so, eigentlich nicht zur Veröffentlichung hier gedacht, in einer langen dunklen Nacht, derweil die QUIREBOYS immer und immer wieder liefen und dazu der Wein. "Well Oiled" ist eine wunderbare CD geworden, THE QUIREBOYS haben in dieser Verfassung mehr Daseinsberechtigung denn je und in meinen Ohren kommt zur Zeit keine andere vergleichbare Band an diese Jungs ran. Auch nicht die angeführten DIAMOND DOGS, die zwar wieder ein phantastisches Album abgeliefert haben, aber trotz allem Rock & Roll nicht die Öffnung in Richtung Heuler wie Good To See You geschafft haben. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 05.06.2004
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