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This Is Rock'n'Roll

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This Is Rock'n'Roll
This Is Rock'n'Roll, Sanctuary Records, 2001
Spike Vocals
Nigel Mogg Bass
Guy Griffin Guitar
Luke Bossendorfer Guitar
Martin Henderson Drums
Produziert von: The Quireboys Medium: CD
1. This Is Rock'n'Roll8. Coldharbour Lane
2. Show Me What You Got9. Turn Away
3. Searching10. To Be
4. Six Degrees11. Enough For One Lifetime
5. C'mon12. It's Alright
6. Seven Days13. Never Let Me Go
7. Taken For A Ride

"What's the time?" war anno 1990 die Frage, mit der Sänger Spike den Song 7 o'clock auf der Bühne für gewöhnlich einleitete. Damals wurden sie als "Reinkarnation" der FACES oder frühen STONES bejubelt und ihr Sänger als neuer Rod Stewart. Elf Jahre später klingen die zwischenzeitlich aufgelösten "Chorknaben" nicht so sehr viel anders, als auf ihrem gefeierten Debütalbum "A Bit Of What You Fancy" - oder doch?
Was auf jeden Fall auffällt (und schmerzt), ist die Abwesenheit von Gitarrist, Gründungsmitglied und Songlieferant Guy Bailey. Welch großen Anteil dieser am Songwriting hatte, wird mit der aktuellen Scheibe "This Is Rock'n'Roll" bewusst. Auch das Fehlen von Keyboarder Chris Johnstone ist zu registrieren.

Mit This Is Rock'n'Roll fängt die CD relativ flott an. Allerdings etwas verwunderlich, dass man einen der schwächeren Songs des Albums für diesen Platz gewählt hat. Es sind zwar unverkennbar die QUIREBOYS, aber doch etwas einfallslos, auch textlich gesehen. Show Me What You Got kommt schon etwas besser, mit seinem "AC/DC-Riffing" und einem einprägsamen Refrain. Ein paar Qualitäten von früher schimmern durch - Guy Griffins Slideguitar und ein hämmerndes Piano. Trotzdem, irgendwie fehlt was. Vielleicht ist die Produktion nicht ganz schuldlos. Hier haben die Jungs selbst mitproduziert, während z.B. beim Debütalbum noch Jim Cregan die Finger an den Reglern hatte. Und der war ja lange Jahre Gitarrist bei Rod Stewart.
Searching ist eine Ballade in bester "Rod-Manier", oder auch wie I Don't Love You Anymore vom ersten QUIREBOYS-Album. Schwungvoller geht's mit Six Degrees weiter. Auch hier geht der Chorus ins Ohr.
Ein ganz klarer Fall von "Chuck Berry-Rippoff" leitet C'mon ein. Langsam kommt mehr Stimmung in die Bude. Der Refrain schwächt allerdings etwas ab (Guy Bailey where are you?).
Bei Seven Days handelt sich nicht um ein Dylan-Cover. Eine ganz nette Country-Ballade im Stile von Sweet Mary Ann. Hier wird aber auch deutlich, dass Spikes Stimme nicht mehr die von vor zehn Jahren ist. Sie klingt doch einiges dünner, was zum Glück bei den flotteren Songs nicht so zu merken ist.
Das Riff in Taken For A Ride kennt man doch auch? Richtig, das hat Jimi doch schon bei Hey Joe verwendet. Beim nächsten Titel kommen mir die BOOMTOWN RATS in den Sinn - Coldharbour Lane ist so die Art Reggae, wie die RATS in spielten.
Wieder ein AC/DC-mäßiges Riff bringt Turn Away auf den Weg. Das erinnert schon ziemlich an die erste Scheibe der Band, beispielsweise Misled. Dagegen ist To Be mehr verwandt mit dem zweiten Output "Bitter Sweet & Twisted". Eine Slow-Blues-Ballade wie Take No Revenge. Der Country-Rock in Enough For One Lifetime könnte wieder Rod Stewart in den frühen 70ern sein und It's Alright stampft recht forsch daher, erinnert an den Titelsong und ist also auch wieder etwas "uninspiriert".
Beim letzten Take, Never Let Me Go, ist wohl Ron Wood im Studio vorbeigekommen? Zumindest klingt das Intro sehr nach ihm und damit auch wieder nach den FACES (mir fällt schon noch ein, welcher Song genauso beginnt, entweder auf 'ner Ron Wood- oder einer Izzy Stradlin-Scheibe...).

Insgesamt gesehen ist es wahrscheinlich besser, man kennt die frühen Werke der QUIREBOYS nicht, so dass einem der Vergleich fehlt. "This Is Rock'n'Roll" wird zwar bei mehrmaligem Hören besser, aber die Klasse der ersten beiden LPs wird doch nicht erreicht. Mal sehen wie die Live-Auftritte werden.

Epi Schmidt, (Artikelliste), 29.09.2001

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