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Pray'N'Mantiss:

Nothin' Else

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Nothin' Else
Nothin' Else, Eigenvertrieb (Demo), 2001
Martin 'Angus' Armbruster Bass, Vocals
David Nietsch Guitar, Vocals
Alexander Böhringer Guitar, Vocals
Tobias Kneer Drums
Produziert von: Pray'N'Mantiss & Tschagges (aufgenommen im NFB Studio, Erbach) Länge: 16 Min 29 Sek Medium: CD
1. Pray'N'Mantiss (4:20)3. Stigma (3:07)
2. Life Is Beautiful (4:40)4. Lovin' Me (4:19)

Premiere! Zum ersten mal in meiner Hörerkarriere gefällt mir eine CD einer so genannten NuMetal Band.
Monate habe ich gebraucht, bis ich mich an das Demo der jungen Band aus dem Süden Deutschlands herangewagt habe. Oft ist das Teil seitdem bei mir gelaufen und ich war immer wieder verwundert, dass ich nicht innerhalb weniger Sekunden Atemprobleme oder zumindest nervöse Zuckungen bekomme. Warum ist das so?

Die vier Jungs haben es geschafft, echte Songs zu schreiben. Kein genreübliches Geschreddere und keine Brutalität der Brutalität willen.
Klar werden dem Hörer heftige Riffs, wilde Gitarrenattacken und krasse Shoutings entgegengeschleudert. Manchmal kommt etwas METALLICA durch, manchmal die vielen neuen Crossoverbands und immer wieder traditioneller harter Rock.
PRAY 'N' MANTISS haben es trotzdem hingekriegt eigenständig und innovativ zu sein.

Damit klar wird, dass ich auch diese CD mit gebotener Unabhängigkeit bespreche, hier meine Kritikpunkte:
- Der Drumsound klingt mir etwas zu blechern.
- Am Gesang kann generell noch gefeilt werden.
- Ein paar Timingschwierigkeiten kann man per Kopfhörer feststellen.
- Der Sound ist insgesamt nicht das Nonplusultra.

Damit will ich aber nur folgendes sagen:
- Mir gefällt im Bereich NuMetal der Drumsound fast nie.
- Ein junger Sänger mit grade mal 20 oder 21 Jahren wird niemals klingen wie ein 75jähriger Blueser.
- Man höre sich mal die "Timingschwierigkeiten" eines Artimus Pyle auf seiner letzten CD an. Der macht seit mehr als 30 Jahren Musik. Von den Herren Richards, Woods, Watts etc. mal ganz geschwiegen.
- Es handelt sich um ein Demo und nicht um eine sündenteure Profiproduktion.

Die Songs:
Pray 'N' Mantiss hat - neben den Gitarrenbrettern - einen klasse Rap-Teil und der bleibt haften wie Kleber. Im Mittelteil wird "alternativ" gebremst und dann geht es wieder ab. Abwechslungsreich und ohrwurmkompatibel gemacht.

Life Is Beautiful war lange Zeit für mich die schwierigste Nummer. Bohrender Bass, wirklich böse klingende Vocals und mordsmäßig tief gestimmte Gitarren. Die Nummer hab ich mir auf meinen "Frustsampler" kopiert. Gleich hinter Metallica (Seek And Destroy) und vor Motörhead (Eat The Rich) und wenn's mir ganz dreckig geht, zieh ich mir diese CD rein. Und, Life Is Beautiful kann mit den beiden Klassikern mithalten. Dazu kommt noch ein gut arrangierter Refrain.

Nummer 3, Stigma, verwirrt etwas. Modernster Metal mischt sich mit klassischem Hard Rock (der Chorus - Uuuuhu - ist geklaut, mir fällt nur nicht ein von wem, Zeppelin vielleicht?). Feine Gitarrenarbeit. Dafür gefällt mir hier der Gesang am wenigsten von allen 4 Nummern. Und die Drum-Breaks könnten etwas markanter gemischt sein.

Und zum Schluss mein Lieblingssong. Lovin' Me ist ein klassischer Abgeh-Ohrwurm. Der junge, frische, unschuldige Gesang passt hier total, die Nummer rockt und groovt variabel. Wirklich ganz hervorragend. Auch der Rap-Part.

Insgesamt: Well done Jungs. Mehr davon, haltet durch und wenn es mehr von dieser gut gemachten Mucke gäbe, würde ich öfter modernen Metal hören.
Ich bin in unserer Redaktion sicher nicht der geeignetste Rezensent solcher Musik, aber ich wollte es mir nicht entgehen lassen, auch mal etwas anderes als meinen üblichen Boogie zu bequatschen. Um so besser, wenn es mir auch noch gefällt.

Ach so. Die Namensähnlichkeit mit der bekannten alten NWOBHM-Kapelle ist der Band bekannt, deshalb die etwas unorthodoxe Schreibweise.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 11.06.2002

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