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PJ Harvey:

Stories From The City, Stories From The Sea

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Stories From The City, Stories From The Sea
Stories From The City, Stories From The Sea, Universal Island Records, 2000
PJ Harvey Vocals, Guitars, Bass, Keyboards, Marracas, Djembe, E-Bow
Mick Harvey Drums, Harmonium, Bass, Percussion, Accordion, Keyboards, Backing Vocals, Organ
Rob Ellis Harpsichord, Tambourine, Drums, E-Piano, Synthesizer, Piano, Vibes, backing Vocals, Bell
Tom Yorke Vocals, Keyboards
Produziert von: PJ Harvey, Rob Ellis & Mick Harvey Länge: 47 Min 24 Sek Medium: CD
1. Big Exit7. This Mess We're In
2. Good Fortune8. You Said Something
3. A Place Called Home9. Kamikaze
4. One Line10. This Is Love
5. Beautiful Feeling11. Horses In My Dreams
6. The Whores Hustle And The Hustlers Whore12. We Float

Wer sich nach PJ HARVEYs letzten Alben noch nicht die Kugel gegeben hat, sollte seine Chance wahren und sich nicht abschrecken lassen.
"Stories from the City, Stories from the Sea" umgibt zwar auch eine düstere Atmosphäre, aber im Gegensatz zu seinen unzugänglichen Vorgängern strotzt es, mit wenigen Ausnahmen, vor verführender Kraft.

Und das, obwohl zu seiner Verwirklichung lediglich drei Personen von Nöten waren. Neben PJ Harvey wirken noch MICK HARVEY, von Nick Cave's Bad Seeds, und ROB ELLIS mit.
Oder ist gerade das der Schlüssel zum Erfolg?! Vielleicht ist die spärliche Besetzung verantwortlich, dass alles so präzise auf den Punkt gebracht ist. Keine lästigen Schnörkel, kein schmückender Firlefanz, lediglich unbändige Kraft, die irgendwer freigelassen hat, und die sich jetzt ihren Weg in die Freiheit sucht. Immer geradeaus, geführt von PJ Harvey, die dich und sich in fließendem Drive in Trance singt.

Eines der Highlights ist gleich der Opener Big Exit. Natürlich darf man von Harvey keine Happy-Go-Lucky Texte erwarten ...
"I wanna' pistol
In my Hand
I wanna' go to
A different Land."
... aber sie schluchzt es nicht mehr in sich hinein, sondern brüllt es heraus, dass man nie den Eindruck gewinnt, sie könne die Waffe auch tatsächlich benutzen.
Vielleicht doch - aber nicht auf bemitleidenswerte, selbstzerstörerische Art.

Weitere Highlights: Das aufwühlende The Whores hustle and the Hustlers whore, das abgedrehte Kamikaze oder das elegische This Mess we're in – phlegmatisch mitreißend – paradox aber wahr! Dass man bei "elegisch" und "phlegmatisch" an Radiohead denkt, liegt nahe. So auch PJ Harvey. Dieses Duett ist meine erste erfreuliche "Begegnung" mit Tom York seit langem.

Mein Favorit aber ist This is Love. Vielleicht nicht die außergewöhnlichste Komposition auf "Stories from the City, Stories from the Sea", aber die fesselndste. Es ist unglaublich geradeaus und präzise – es ist dermaßen brutal – es zieht dich, wie ein unwiderstehlicher Sog, aus dem Sessel. Eine Bereicherung für jede Rock-Disco.

Fazit:
Zwölf Lieder, von denen mindestens die Hälfte so richtig Spaß macht! Wann hat man das schon mal?! Wer Patti Smith oder Nick Cave mag, der sollte hier reinhören. Wer sie beide mag, der MUSS reinhören! Meine persönliche Note: Sehr gute 8 von 10 möglichen Ohren gibt's hierfür, und bis auf Weiteres ist das mein Album des Jahres 2000.

Anm. d. Red.: Du mit Deinen Öhrchen immer...

Andreas Futschik (Artikelliste), 27.02.2002

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