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| Testimony Live, InsideOut Music, 2004 |
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Länge: ca. 255 Min |
Medium: Do-DVD |
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| DVD 1: | |
| Part 1: | Part 3: |
| 1. The Land Of Beginning Again | 16. Transformation |
| 2. Overture No. 1 | 17. Ready To Try |
| 3. California Nights | 18. Sing It High |
| 4. Colder In The Sun | Part 4: |
| 5. Sleeping Jesus | 19. Moving In My Heart |
| 6. Interlude | 20. I Am Willing |
| 7. The Prince Of The Power Of The Air | 21. In The Middle |
| 8. The Promise | 22. The Storm Before The Calm |
| 9. Wasted Life | 23. Oh, To Feel Him |
| Part 2: | 24. God's Theme |
| 10. Overture No.2 | Part 5: |
| 11. Break Of Day | 25. Overture No.3 |
| 12. Power In The Air | 26. Rejoice |
| 13. Somber Days | 27. Oh Lord My God |
| 14. Long Story | 28. God's Theme 2 |
| 15. It's All I Can Do | 29. The Land Of The Beginning Again |
| DVD 2: | |
| 1. We All Need Some Light | Bonus: |
| 2. The Light | Tour Documentary & Photo Gallery |
| 3. Stranger In Your Soul | |
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Das Glockenläuten am Ende des letzten TRANSATLANTIC Werkes leitete schon unbewußt eine neue Lebens- und Arbeitsphase des hier besprochenen Ausnahmekünstlers ein. Der aus dem Moloch L.A. stammende Multiinstrumentalist Neal Morse beendete seine sehr kreativen und erfolgreichen Kapitel mit den US Artrock-Königen SPOCK'S BEARD und dem Prog-Allstar-Projekt TRANSATLANTIC, um sich mit seinem öffentlichen Bekenntnis zum christlichen Glauben dem Publikum zu stellen.
Über den reinen Anfang mit Gott legte er im vergangenen Jahr schon mit dem Solo-Konzeptalbum "Testimony" nachhaltig Zeugnis ab. Schon die erste Textzeile "I wish there was a way to start again" läßt keinen Zweifel über seinen weiteren Weg der Selbstfindung aufkommen. Er begibt sich damit aber nicht in die Rolle eines Missionars, sondern bleibt in erster Linie ein Songwriter, Arrangeur, Produzent und ein exzellenter Livemusiker. Sicher ist, daß Neal ein unglaublich positiv denkender Mensch ist, der seine Songs lebt und intensiv interpretiert.
Nun liegt ein Livedokument in Form einer Doppel-DVD vor, die ein vollständiges Konzert aus dem 013 Club im niederländischen Tilburg, mitgeschnitten am 17. November 2003, eindrucksvoll aufzeigt. Ein recht mutiges Unterfangen, bei gerade einer CD-Veröffentlichung das Ganze auch direkt live umzusetzen bzw. zu konservieren. Aber vorweg schon so viel, die musikalische Konzeption auf "Testimony Live" ist hochklassig und läßt den Konsumenten 135 Minuten lang in eine emotionale, zugleich aber auch lebendige Atmosphäre eintauchen.
Morse betritt unspektakulär, nur mit der Akustikgitarre die Bühne und begrüßt fast schon schüchtern mit einem "Hello" die Runde. Nach dem Intro und seiner Verkündung "This is my story." läßt sich die 7-köpfige Begleitband nicht lange bitten, Morses Gottesbekenntnis überaus beeindruckend musikalisch darzubieten. Die Band hat es dann wirklich in sich, solch eine hochqualifizierte und tighte Mannschaft hat man selten live agieren gesehen. Fast alle anwesenden Protagonisten beherrschen mehrere Instrumente und verstehen es auch diese professionell zu bedienen. Aus der TV-Perspektive gesehen ist das auf der linken Bühnenseite: Keyboarder, Lead und Backgroundsänger Bert Baldwin, Gitarrist, Keyboarder, Percussionist und Lead-Backgroundsänger Rick Altizer (ex-Johnny Cash -Band), Percussionist, Saxophonist und Backgroundsänger Mark Leninger.
Auf der rechten Bühnenseite werkeln: Electric-Cellist John Krovosa (ex-Plant/Page), Bassist, Keyboarder und Backgroundsänger Randy George, Multitalent und One-Man-Band Eric Brenton der allerlei Gitarren, Mandoline, Violine, Querflöte spielt und singt. Der profilierte Jazzer kann auf einige Referenzen verweisen, so beispielsweise seine Mitwirkung an einigen "Bärte" Outputs und einem Solo-Album, "Romance" von 2001, unter der Beteiligung von hochrangigen Studiomusikern. Besonders beeindruckend ist sein Violinensolo bei Sing It High, mit der gelungenen musikalischen Einarbeitung des irischen Traditionals Jubilee.
An vorderster Front natürlich Allesmacher Morse und last but not least der Herrscher über die Becken und Trommeln Mike Portnoy, der sonst bekannterweise bei dem Traumtheater angestellt ist.
Zum Studio-Output "Testimony" braucht man ja nicht mehr viel erzählen, darüber wurde anno 2003 zur Veröffentlichung ausgiebig geschrieben.
[Nicht bei uns. Den Grund kann man hier nachlesen. Red.]
Die erste DVD hat nun eben dieses an einem Stück intonierte Werk zum Inhalt. Nur nach It's All I Can Do gibt es einen kurzen Break (beim Konzert eine Pause) bevor die Musiker, jetzt nicht mehr schwarz sondern weiß gekleidet, die Performance fortsetzen.
Die Szenerie zeigt, wie hier sehr symbolträchtig und mit Metaphern gearbeitet wird. So steht der erste Abschnitt von "Testimony" im Zeichen der dunklen Seite und der zweite sozusagen als strahlend-hoffnungsvolle Seite des Lebens im Zeichen der Erleuchtung durch Jesus Christus.
Der christliche Gedanke wird hinreichend thematisiert und sorgt mit Morse's musikalischem Glaubenszeugnis für ausreichend Emotionen und pathetische Augenblicke. So erzählt er ziemlich anrührend der anwesenden Gemeinde die Geschichte von der Wunderheilung seiner kranken Tochter. Das ist großes melodramatisches Kino! (Das ist aber nicht sarkastisch oder zynisch gemeint!)
Höhepunkt in diesem Set sind außerdem noch die Wahnsinns-Backgroundchöre bei Somber Days oder das multiple Körperreaktionen auslösende Gitarrensolo bei God's Theme (Part 1) .Wahrlich göttlich!
Prediger Morse hat seine Jünger an diesem denkwürdigen Abend voll im Griff und geht in seiner Rolle vollkommen auf. Wenn so alle Botschafter Gottes zur Andacht aufrufen würden wie er es zelebriert, müßten sich die Kirchen um die Abkehr ihrer Brüder und Schwestern keine Sorgen machen.
Wer die Studioversion noch nicht sein eigen nennt, sollte in diesem Fall die DVD, wegen der großen Performance und den ausgiebigen Improvisationen vorziehen. Der Sound ist clean und ohne Overdubs hervorragend abgemischt. Die filmische Qualität ist hochwertig, es gibt auch keine unnötigen nervigen Bildspielereien, nur sanfte Überblendungen anstatt scharfer Schnitte. Den einzigen Abstrich muß man wegen dem "nur" Dolby Digital 2.0 Sound machen. Das werden High-End Fetischisten etwas unbefriedigend finden.
Die zweite DVD wartet dann noch mit dem Zugabenteil auf, der es auch gewaltig in sich hat. Morse und Band greifen noch einmal in die Klassikertrickkiste und zaubern blitzsaubere Versionen von We All Need Some Light (TRANSATLANTIC), The Light (SPOCK'S BEARD) und das grandiose fast 26-minütige Stranger In Your Soul hervor. Bei letzterem bekommt man, selbstredend für die Klasse der Musiker, einen genialen fliegenden Wechsel zwischen Portnoy und Morse an den Trommelfellen geboten. Hier kommt auch das einmalige Timing der einzelnen Musiker zum tragen.
So geht dann nach etwa 177 Minuten ein Auftritt zu Ende, der zweifelsohne einen festen Platz in der "Hall Of Fame" für hochgradig emotionale Livegigs beansprucht.
Es ist danach nicht Schluß, d.h. es gibt noch eine sehr persönliche 60-minütige Tourdokumentation, teilweise mit dem Camcorder der Band gefilmt, zu bewundern. So bringt es dieser Doppeldecker auf die stolze Spielzeit von 255 Minuten, das nenne ich value for money.
Für jeden Proggie und Musikliebhaber eine absolut lohnenswerte Anschaffung! Aber auch die Anhänger christlicher Rockmusik dürften daran ihre Freude haben.
Der Vollständigkeit halber wäre da noch die enthaltene Fotogalerie zu erwähnen, die ich aber für überflüssig halte.
SPOCK'S BEARD ist tot, es lebe Neal Morse's SPOCK'S BEARD!
Rock'n Roll will never die!
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